Hohenlohe-Franken

Hohenloher Kultursommer Veranstaltungen in Niederstetten, Schwäbisch Hall und Kloster Schöntal / Irische Band wird hochgelobt

Improvisationen werden zum Genuss

Der Hohenloher Kultursommer ist in vollem Gang, und schon stehen die nächsten Veranstaltungen – unter anderem in der Alten Turnhalle in Niederstetten – auf dem Programm.

Niederstetten. In der Alten Turnhalle in Niederstetten gastiert am Donnerstag, 11. Juli, um 19 Uhr die irische Band „Cúig – Überirisch schön“. Vor drei Jahren schon wurde die junge irische Band „Cúig“, was im Gälischen nichts anderes als „Fünf“ bedeutet, angesichts ihres Debütalbums „New Landscapes“ von der irisch-amerikanischen Presse zur „besten neuen irischen Band“ gekürt.

An ihren Anfangserfolg wollen die fünf jungen Musiker nun mit der neuen CD-Veröffentlichung „The Theory of Chaos“ anknüpfen. Die „Folkworld“ bezeichnete sie schon als eine „erfrischende Erfahrung“.

Ausgeklügelt

In Niederstetten, dem einzigen Ort, an dem „Cúig“ wohl noch nicht aufgetreten sind, kann man nun beim Hohenloher Kultursommer erleben, wie erfrischend ihre Musik klingt. Am Donnerstag, 11. Juli, sind der Mandolinen- und Banjospieler Miceál Mullen, der Fiddlespieler und Sänger Rónán Stewart, der auch auf den Uilleann Pipes zu hören ist, Gitarrist Ruairí Stewart, Eoin Murphy mit seinem Knopfakkordeon und Drummer, Gitarrist und Sänger Cathal Murphy ab 19 Uhr in der alten Turnhalle zu hören.

Dann kann man erleben, wie perfekt aufeinander abgestimmt die fünf Musiker sind, spielen sie doch schon seit ihrem fünften Lebensjahr zusammen.

15 Jahre später kennt jeder jeden so genau, dass Improvisationen zum Genuss werden und vieles reif, ausgeklügelt und einmalig klingt. Da ziehen selbst Größen irischer Musik wie John Joe Kelly den Hut: „Ihr Spiel hat eine Reife, die weit über ihr Alter hinausreicht.“

Schwäbisch Hall

Wer erleben möchte, was auf den weißen und schwarzen Tasten des Klaviers möglich ist, und wie sich junge Pianistinnen und Pianisten anhören, bevor sie ihre große Karriere als Solisten beginnen, für den ist das alljährliche Konzert der Teilnehmer des Klaviermeisterkurses der Liszt-Akademie auf Schloss Schillingsfürst in Schwäbisch Hall ein Muss.

Es findet am Freitag, 12. Juli, 18 Uhr unter dem Titel „Meisterlich beflügelt“ in der Hospitalkirche statt. Seit 2014 präsentieren Nachwuchspianistinnen und -pianisten ihr Können im Rahmen des Hohenloher Kultursommers und faszinieren dabei jedes Mal aufs Neue ihre Zuhörer.

2012 wurde in Schillingsfürst die Liszt-Akademie gegründet. Dem Stiftungszweck folgend werden alljährlich junge Talente in Meisterklassen unterrichtet.

Schon seit einigen Jahren werden sie von Professor Rolf-Dieter Arens und dem Liszt-Experten Leslie Howard geleitet, der das gesamte Klavierwerk Liszts schon vor etlichen Jahren eingespielt und sich dabei auch musikwissenschaftlich mit dem Klaviergiganten auseinandergesetzt hatte. Beginn für das Konzert in der Hospitalkirche in Schwäbisch Hall ist um 18 Uhr.

Schöntal

Als bedeutendster Komponist der „Ars nova“, die zu einer hoch entwickelten mehrstimmigen Vokalmusik führte, gilt der um 1300 bei Reims geborene Komponist und Dichter Guillaume de Machaut.

Beim Hohenloher Kultursommer steht er im Mittelpunkt des Konzertes mit der renommierten „Schola Gregoriana Pragensis“. Unter der Leitung von David Eben singen sie am Samstag, 13. Juli, ab 18 Uhr in der Klosterkirche St. Joseph in Kloster Schöntal die um 1360 geschriebene „Messe de Nostre Dame“ von Machaut.

Dieses Werk gilt als erste vollständige, zyklische vierstimmige Vertonung der Ordinariumsteile.

Machaut komponierte das Werk wahrscheinlich für die der Jungfrau Maria gewidmete Seitenkapelle der Kathedrale von Reims.

Die Sänger aus Prag haben für ihren Auftritt in Kloster Schöntal die votive Marienmesse rekonstruiert, so wie sie in der Reimser Kapelle Rouelle im 14. Jahrhundert hätte klingen können.

Großcomburg

Vokale Prachtentfaltung können die Zuhörer in der Stiftskirche der Großcomburg in Schwäbisch Hall am Sonntag, 14. Juli, ab 17 Uhr erleben. Die interpretatorisch ausgezeichnete Gaechinger Cantorey, Ensemble der Internationalen Stuttgarter Bachakademie, wird dort unter der Leitung von Akademieleiter Hans-Christoph Rademann im Rahmen des Hohenloher Kultursommers fünf Motetten Johann Sebastian Bachs zur Aufführung bringen.

Diese Motetten sind eine Besonderheit, da sie nicht für die reguläre Kirchenliturgie bestimme waren, sondern für private Anlässe.

Bach schnitt sie auf die Wünsche seiner Auftraggeber individuell zu oder formte sie nach eigenen Ideen. Allerdings stellte er sie in die Tradition der gesanglichen Mehrstimmigkeit des 16. Jahrhunderts. So gesehen sind sie im Gegensatz zu den „modernen“ Kantaten tendenziell eher konservativ.