Hohenlohe-Franken

Fördergeld Hohenloher Abgeordnete reagieren auf mutmaßliche Sichtung

Hilft Land bei Wolfprävention?

Archivartikel

Region Hohenlohe.Neben Stephen Brauer (FDP) fordert auch Udo Stein (AfD) die Landesregierung auf, Nutztierhalter beim Schutz ihrer Herden vor Wölfen zu unterstützen.

Die erste Aufregung um ein wolfsähnliches Tier, das sich im Mai auf Frankenhardter Gemarkung aufgehalten hat und von einer Wildkamera fotografiert wurde, hat sich zwar gelegt, doch die Diskussion geht weiter. Die Meinungen über eine eventuelle Rückkehr des lange ausgerotteten Wolfs nach Hohenlohe gegen weit auseinander: Die einen freuen sich, die anderen sorgen sich um das Leben ihrer Nutztiere.

Dass das Thema die Menschen umtreibt, bemerken auch Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Schwäbisch Hall – und werden aktiv. Denn auch wenn es noch nicht feststeht, dass sich der Wolf im Kreis Hall wieder ansiedelt – was Kreisjägermeisterin Julia Winterfeldt bezweifelt – fordern Stephen Brauer (FDP) und Udo Stein (AfD) getrennt voneinander die Landesregierung zum Handeln auf.

Stein fordert Förderkulisse

So sprach sich Brauer bereits vor über einer Woche laut Pressemitteilung zwar gegen ungerechtfertigte Panikmache aus, wünschte sich aber aus Stuttgart auch „rasche Aufklärung und Unterstützung hinsichtlich des weiteren Umgangs mit dem Vorfall“. So müssten Landwirte und Weidehalter beim Kauf geeigneter Einzäunung oder bei Erwerb und Ausbildung von Herdenschutzhunden unterstützt werden.

So etwas wünscht sich auch Udo Stein – geht aber noch etwas weiter. In einem Antrag fordert er von der Landesregierung, den Landkreis Schwäbisch Hall sowie alle anderen Landkreise in Baden-Württemberg sofort als „Förderkulisse Wolfprävention“ auszuweisen. „Es muss sich nicht erst, wie damals im Nordschwarzwald, ein großer Schadensfall ereignen, bis die Landesregierung reagiert“, so Stein in einer Pressemitteilung.

Dort wurde 2018 nach dem Tod von 44 Schafen durch einen Wolfsangriff eine solche Förderkulisse ausgewiesen – auf einer Fläche von rund 3700 Quadratkilometern. Innerhalb dieser Grenzen übernimmt das Land 90 Prozent der Kosten, die Schaf-, Ziegen- und Gehegewildhaltern beim Schutz ihrer Tiere entstehen – insbesondere bei Elektrozäunen. Weiterhin fördert die Regierung den Einsatz von Herdenschutzhunden mit einer jährlichen Pauschale von 1950 Euro für die Ausbildung und Haltung. Auch gibt es Entschädigungen für vom Wolf getötete Tiere – allerdings seit 2019 nur noch für jene, die ordnungsgemäß umzäunt waren. Das Umweltministerium räumte hierfür Nutztierhaltern eine einjährige Übergangsfrist ein.

In guter Gesellschaft

Eine Ausweitung der bisherigen Gebietsgrenzen der Förderkulisse ist nicht erst jetzt im Gespräch. Diese wurde bereits an anderer Stelle gefordert, so unter anderem von der Freiburger SPD-Landtagsabgeordneten Gabi Rolland, die den Südschwarzwald ebenfalls innerhalb der Förderkulisse sehen will. Da der Landesschafzuchtverband zudem laut der Pforzheimer Zeitung davon ausgeht, dass sich der Wolf in den nächsten zwei bis drei Jahren auch außerhalb des bisherigen Gebietes ansiedeln wird, sind Stephen Brauer und Udo Stein mit ihren Forderungen in guter Gesellschaft – und sie sind sich in einer weiteren Sache einig: Sie wollen den Wolf unter Schutzstatus ins Jagdrecht aufzunehmen. pan