Hohenlohe-Franken

Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Neuer Röttinger Bürgermeister einstimmig gewählt / Neubau der Grundschule diskutiert

Hermann Gabel neuer Vorsitzender

Der neue Röttinger Bürgermeister Hermann Gabel ist jetzt auch Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft. Die Wahl erfolgte einstimmig.

Röttingen. Die Wahl Gabels erfolgte bei der konstituierenden Sitzung der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen, bestehend aus den Gemeinden Bieberehren, Riedenheim, Röttingen und Tauberrettersheim.

Im Rahmen der Kandidatenvorschläge hatte der Riedenheimer Bürgermeister Edwin Fries auf eigenen Wunsch auf eine Kandidatur sowohl als Vorsitzender als auch als Stellvertreter verzichtet. Diesen Posten hat nun der Bieberehrener Bürgermeister Engelbert Zobel übernommen. Dem Gremium gehören aus Röttingen Bürgermeister Hermann Gabel, Josef Gessner und Erich Mitnacht, aus Bieberehren Bürgermeister Engelbert Zobel und Wilfried Schindler, aus Riedenheim Bürgermeister Edwin Fries und Annette Kuhn und aus Tauberrettersheim Bürgermeisterin Karin Fries und Herbert Zeller an.

Die nach dem Muster des bayerischen Gemeindetags angepasste Geschäftsordnung beinhaltet, dass die Sitzungen in der Regel künftig in der Zehntscheune stattfinden. Das Sitzungsgeld beträgt weiterhin 20 Euro und die Aufwandsentschädigung für den Vorsitzenden monatlich 800 Euro. Der Rechnungsprüfungsausschuss besteht aus dem Vorsitzenden Wilfried Schindler, Annette Kuhn, Herbert Zeller und Josef Geßner. Die vorgeschlagenen Bürgermeister wurden zu Standesbeamten für Eheschließungen bestellt und sind somit befugt, standesamtliche Trauungen durchzuführen.

Bei der konstituierenden Sitzung gab es auch gleich die beiden ersten Entscheidungen. So stimmte das Gremium der Erstellung einer Microsite für die Grundschule Röttingen zu. Die einmalige Kosten betragen hierfür 3000 Euro, der künftige Jahresbeitrag 590 Euro. Lang und sehr kontrovers ging es bei der Diskussion über die Fortführung des Neubaus der Grundschule zu. Diese Runde wurde erforderlich, nachdem in den letzten Wochen Zweifel an den Kosten bezüglich der Gegenüberstellung von Sanierung und Neubau gekommen waren.

Sitzungsleiter Edwin Fries berichtete zunächst, dass schon einige Vorleistungen getätigt wurden. Beim Architekturbüro habe man ihm nicht sagen können, welche Kosten bzw. Entschädigungen im Falle einer Vertragsauflösung zu erwarten seien. Fries erläuterte für die sechs neuen Mitglieder des Gremiums den bisherigen Verlauf der Angelegenheit, informierte über Beschlüsse und Fördermöglichkeiten. Beide Varianten, Sanierung und Neubau, würden mit rund zwölf Millionen zu Buche schlagen. Hermann Gabel bemängelte, dass die dritte Möglichkeit einer Instandhaltung zu schwach geprüft worden sei. Die Kosten wären hier auf viele Jahre verteilt, da die Mängelliste auf ihrer Priorität hin überprüft und nicht sofort abgearbeitet werden müsse.

Wie er erfahren habe, seien von den zwölf Millionen lediglich 6,5 Millionen zuschussfähig und beliefen sich aktuell für Röttingen im Höchstfall auf 60 Prozent. Die vier Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft wären durch die hohen Ausgaben für die Schule und durch zu erwartende verminderte Steuereinnahmen in nächster Zeit finanziell zugeschnürt. Gabel bedauerte auch, dass das Thema Schadstoffbelastung in der Schule bis vor kurzem nie irgendwo erwähnt worden sei und es vor allem dazu keine Fakten gebe. Einig war man sich darüber, dass bisher viele Fehler gemacht worden seien. So hätte rechtzeitig und vor allem mit Fachleuten eine Begehung stattfinden müssen. Zudem wurde bedauert, dass die Bevölkerung und der Röttinger Stadtrat nicht informiert worden seien.

Röttingens stellvertretender Bürgermeister sagte, dass es sogar einen Beschluss gegeben habe, den Stadtrat mit der Begründung nicht zu informieren, dass die VG-Versammlung doch ein anderes Gremium sei. Dem Einwand, eine Sanierung sei nicht genau kalkulierbar, widersprach Gabel. Auch bei Neubauten gebe es ein Kostenrisiko.

Nach Angaben der bisherigen Räte habe Architekt Scheuer zugesagt, dass der Kostenrahmen eingehalten werden könne. Herbert Zeller gab neben der Finanzierung vor allem die möglichen Schäden bei der Absenkung des Grundwasserspiegels zu bedenken. Einigkeit herrschte darüber, über den möglichen Abriss des Altgebäudes nochmals nachzudenken. Erich Mitnacht will weiter Gas geben, könne sich die Coronakrise doch positiv auf das Projekt auswirken. Bis zum Baubeginn in rund einem Jahr stünden vermutlich bei der Baubranche wieder ausreichend Firmen und Kapazitäten zur Verfügung. Am Ende stimmte das Gremium mit 7:2-Stimmen für die Fortführung des eingeleiteten Neubaus.