Hohenlohe-Franken

Kulturstiftung Hohenlohe Bilanz über den 33. Kultursommer / Knapp 13 000 Besucher in fünf beteiligten Landkreisen

Herausragendes musikalisches Angebot in der Region

Archivartikel

Region Hohenlohe.Am Wochenende geht die 33. Saison des Hohenloher Kultursommers mit dem traditionellen Schlusspunkt in Kloster Schöntal mit herbstlichen Tönen zu Ende. Zu hören gibt es ein eher selten aufgeführtes Werk der Kammermusik: Peter Tschaikowskys Klaviertrio a-Moll op. 50 „A la mémoire d’un grand artiste“, mit dem er den Pianisten und Komponisten Nikolai Rubenstein ehrte. Es ist ausgedehnt, durchdringend und geheimnisvoll, fast wie eine Art Requiem ohne Worte. Es stellt somit einen hochkarätigen Schlussakzent des Kammermusikfestivals. Dargeboten wird es von einem erlesenen Trio: Ilona Then-Bergh, Violine, Wen-Sinn Yang, Cello und Michael Schäfer, Klavier.

Bereits am Tag davor gibt es ebenfalls romantische Klaviertrios zu hören. Dann gastiert der Konzertmeister des Württembergischen Kammerorchesters Zohar Lerner mit dem Cellist Alexander Hülshoff und der Pianistin Elizaveta Blumina in der Hospitalkirche Schwäbisch Hall. Sie haben Trios von Rachmaninoff, Mendelssohn und Schostakowitsch ausgewählt.

Ebenfalls am 21. September spielt das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung von Aurélien Bello zusammen mit dem Trio Avance in der Spitalkirche in Öhringen. Anlass des Konzerts ist der 80. Geburtstag des ehemaligen Bezirkskantors und Komponisten Siegmund Schmidt, von dem auch Werke aufgeführt werden.

Der Hohenloher Kultursommer verzeichnet 2019 nach eigenen Angaben gleichbleibend stabile Besucherzahlen, und bleibe nach wie vor als kulturtouristischer Baustein und als internationales Festival ein wichtiges Aushängeschild für die Region. Besonders die künstlerische Qualität der Konzerte verleihe dem Kultursommer ein hohes Ansehen. Genauso wie die Gelegenheit aufgrund der historischen Umgebungen und Räumlichkeiten, Musik ganz nah und unvermittelt zu erfahren.

Das Winterkonzert in Öhringen ist seit den letzten Jahren ein Publikumsmagnet Ende Januar. Drei Mal in Folge ist das Konzert ausverkauft und begeistert mehr als 480 Besucher jedes Jahr.

UpBeat Hohenlohe ist weiterhin fest im Angebotsportfolio der Stiftung verankert. Die drei Konzerte im März/April in Künzelsau, Crailsheim und Forchtenberg erreichen rund 170 Jazzfans der Region. Viel wichtiger bei diesem Mini-Festival ist jedoch die Arbeit an den Schulen mit Workshops, Werkstattkonzerten und den gemeinsamen Auftritten der Schülerbands zusammen mit den Profis. Ebenso erfahren die jungen Profibands, die häufig am Anfang ihrer Karriere stehen, eine Auftrittsplattform mit fördernden Gagen.

Beim Festabend – ein Konzert, das sich an die Stiftungsmitglieder richtet – brilliert am 9. März Geigerin Rebekka Hartmann zusammen mit Pianist José Gallardo mit einem moderierten Konzert, bei dem sie eine Stradivari-Geige von 1675 und eine Amati von 1665 sowie drei unterschiedliche Bögen vorstellt. Bei den Werken aus drei Epochen kann das Publikum das Wesen der Kompositionen und die Klangnuancen unmittelbar erfahren. Die Sitzplätze sind nah um die Solisten aufgestellt gewesen. Rund 180 Musikliebhaber kommen hierfür nach Neuenstein.

68 Konzerte standen beim diesjährigen Hohenloher Kultursommer auf dem Spielplan, damit drei mehr als in der vergangenen Saison. Diese werden in 34 Städten und Ortschaften von fünf Landkreisen, verteilt auf 52 unterschiedliche Räumlichkeiten, durchgeführt. Damit können bis Festivalende knapp 13 000 Besucher erreicht werden. Dies ist sogar ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr.

Mit 21 ausverkauften Konzerten (Auslastung 95 Prozent und besser) sind rund ein Drittel der Veranstaltungen voll ausgelastet. Wenn auch damit weniger Konzerte als im Vorjahr ausverkauft sind, sind 36 Veranstaltungen zu 75 Prozent und besser nachgefragt, was mehr als die Hälfte ausmacht.

Die durchschnittliche Auslastung liegt bei 80 Prozent (2018: 81,2), bei einer letztendlichen Gesamtkapazität rund 16 200 Plätzen. Somit bleiben die Zahlen im gleichbleibend stabilen Niveau im Vergleich mit den Vorjahren.

Weikersheimer Musikfest stabil

Das Musikfest Weikersheim am 6. Juli 2019 kann mit knapp 1550 Karten an die Besucherzahlen der letzten beiden Jahre anknüpfen. Der Konzerttag auf Schloss Schillingsfürst ist mit 325 Besuchern erneut ausverkauft.

Knapp zwei Prozent der Konzertbesucher sind Kinder und Jugendliche bzw. Studierende. Damit bleibt der Anteil gleich zum vergangen Jahr. Der Anteil von Nutzern der SWR-Kulturcard oder der Nussbaum-Card (ermäßigter Eintritt) ist von 4,3 auf 5,1 Prozent angestiegen.

Bereits am 2. Mai präsentierte sich der Hohenloher Kultursommer auf der Bundesgartenschau in Heilbronn. Mit einem Bühnenprogramm auf der Bühne 6 „Schaufenster der Region“ traten unterschiedliche Künstler und Formationen aus dem „Repertoire“ des Festivals auf. So z.B. die Glasharfenistin Susanne Würmell, Geigerin Amy Lungu mit Ensemble oder das „Kleztett“, das hohenloher Wurzeln hat. Über den Tag verteilt lauschen rund . 200 Gäste dem Programm „Kultur trifft Genuss“, bei dem auch Sternekoch Serkan Güzelcoban aus Öhringen, die Hohenloher Weinhoheiten oder Landrat Dr. Matthias Neth den Hohenlohekreis vorstellen. Der Kultursommer veranstaltete abends noch ein Sinfoniekonzert mit dem Landesjugendorchester Baden-Württemberg unter der Leitung von Joseph Bastian und mit der Oboistin Céline Moinet. Bei kühlen Temperaturen begeistern die rund 70 jungen Musikerinnen und Musiker zwischen 13 und 20 Jahren rund 500 Buga-Besucher.