Hohenlohe-Franken

Strecke Waldenburg-Künzelsau Fahren ab 2027 wieder Züge auf diesem Abschnitt?

„Haben schon viel Vorarbeit geleistet“

Archivartikel

Hohenlohekreis.Christian von Stetten, Vorsitzender der Bürgerinitiative Kochertalbahn, und Matthias Neth, Landrat des Hohenlohekreises, wollen nach dem positiven Signal des Landes zur Reaktivierung der stillgelegten Strecke zwischen Waldenburg und Künzelsau – siehe weiterer Bericht – die nächsten Schritte zügig angehen. Dazu gehört eine aktualisierte Machbarkeitsstudie, um die Wirtschaftlichkeit nachzuweisen.

Fakt ist: Die lokalen Akteure müssen sich sputen. Nur für die ersten 100 Kilometer neue Bahnstrecken übernimmt das Land vorerst die Betriebskosten. Es sind aber 32 stillgelegte Abschnitte im Rennen, mit einer Länge von rund 500 Kilometern. Die Betriebskosten waren bei solchen Bahnprojekten bisher das größte Hindernis. Deshalb sind die Kreise jetzt unter Zeitdruck. Auch die Baukosten könnten nun zu 96 Prozent gefördert werden: So günstig waren die Verhältnisse noch nie. Christian von Stetten, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Wir bauen die neue Kochertalbahn“, taxiert die gesamten Bau- und Planungskosten auf rund 100 Millionen Euro. „Wir gehen davon aus, dass davon nur zehn Millionen Euro am Kreis sowie Künzelsau, Kupferzell und Waldenburg hängenbleiben.“

Um anderen Regionen voraus zu sein, schlägt er vor, umgehend eine standardisierte Bewertung einzuleiten. „Unsere BI hat ja schon eine Machbarkeitsstudie vorgelegt.“ Dies sei eine gute Basis.

„Da die meisten förderwürdigen Strecken in den Ballungsgebieten mit mehr Einwohnern liegen, müssen wir in Hohenlohe schneller sein“, fordert von Stetten. Am Ziel, die neue Kochertalbahn als Straßenbahn ab Herbst 2027 fahren zu lassen, hält er fest.

Landrat Matthias Neth vermutet, dass für die geforderte neue Machbarkeitsstudie einige Punkte aus früheren Studien übernommen werden können: „Wir sind schon jetzt vorne mit dabei, weil wir bereits viel Vorarbeit geleistet haben.“ Neth möchte, dass die erneuerte Machbarkeitsstudie spätestens Anfang 2022 in die standardisierte Bewertung mündet, die für die Beantragung der Fördermittel nötig ist. Für die Untersuchungen sollen 500 000 Euro im Kreishaushalt 2021 eingestellt werden. Das Land übernimmt 75 Prozent dieser Kosten.

Wenn der Bund sein Okay gibt, schätzt Neth, könnte der Kreis im Jahr 2024 die Bauplanung fertigstellen. Das Ziel von Stettens, die Kochertalbahn ab Herbst 2027 zu starten, hält Neth für realistisch. Auch die Bürgermeister von Künzelsau, Waldenburg und Kupferzell wünschen den Schienenanschluss. rr