Hohenlohe-Franken

VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim Vertreterversammlung fand im schriftlichen Beschlussverfahren statt

Gutes Ergebnis in schwierigem Umfeld

Archivartikel

Auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr blickt die VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim zurück. Das Beratungskonzept wurde weiter an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet.

Schwäbisch Hall. Die Vertreterversammlung der VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim geht für gewöhnlich als Präsenzveranstaltung in der Bausparkasse über die Bühne. Anders ist das in Corona-Zeiten: Wegen des Versammlungsverbots wurde das schriftliche Beschlussverfahren mit namentlicher Stimmabgabe der Teilnehmer angewandt. Das entsprechende Gesetz dafür war am 27. März in Kraft getreten. Beschlüsse wurden schriftlich oder elektronisch gefasst, schreibt die Bank im Pressebericht.

Dazu wurde den 642 Vertretern ein Schreiben mit allen für die Entscheidung relevanten Unterlagen, dem aktuellen Geschäftsbericht sowie einem Stimmbogen zur Rücksendung an die Bank zugeschickt, heißt es. Der Abstimmungszeitraum war vom 20. April bis zum 4. Mai festgelegt. In dieser Zeit konnten Rückfragen zum Inhalt gestellt werden.

„Das ganze Vorhaben war ein voller Erfolg. Innerhalb der Rücksendefrist nahmen 407 von 642 Vertreter an der Abstimmung teil, das entspricht einer Quote von 63,4 Prozent“, so die Bank. Das Geschäftsjahr war gekennzeichnet von einer weiter fortschreitenden Digitalisierung und dem damit einhergehenden veränderten Verbraucherverhalten, heißt es in dem Bericht. Die Niedrigzinsphase sowie die weiter steigenden Aufwendungen für Bürokratie und Regulatorik hätten sich in der Geschäftsentwicklung niedergeschlagen. Die Bank habe ihr Beratungskonzept weiter entlang der Bedürfnisse der Kunden ausgebaut. Dies bedeute eine intensivere persönliche Betreuung, eine Stärkung der digitalen Präsenz, die Anpassung von Öffnungszeiten und den Ausbau der Onlineangebote.

„Das Ergebnis ist wie erwartet durch die Niedrigzinspolitik und die Investitionen in die Digitalisierung und Regulatorik zurückgegangen, liegt aber immer noch über dem Durchschnitt vergleichbarer Volksbanken“, steht in der Presseinformation. Aktuell ist auch die Bank sowie ihr gesamtes Umfeld von der Corona-Pandemie betroffen. Dies führte zeitweise zur Schließung von Schaltern und deutlichem Rückgang im Kundenverkehr. Vorsichtsmaßnahmen für Kunden und Mitarbeiter seien ergriffen worden. Der Schwerpunkt liege in der Vergabe von Krediten und Fördergeld. Wichtig sei auch die langfristig ausgerichtete Beratung zu Vermögens- und Altersvorsorgefragen. „Wie stark die aktuelle Situation die Entwicklung der Wirtschaft und damit auch die unserer Bank beeinflusst, muss in den nächsten Monaten beobachtet werden“, so die VR-Bank.

Den Jahresabschluss hatte der Aufsichtsrat bereits in einer separaten Sitzung nach dem Bericht der Abschlussprüfer des Genossenschaftsverbandes festgestellt. Die Vertreter haben der Verwendung des Jahresüberschusses zugestimmt, wobei die Dividende von drei Prozent zunächst nicht ausgezahlt wird, da eine Weisung der Bankaufsicht vorliegt, die für alle Banken gilt. Demnach werden Ausschüttungen zunächst bis Oktober dieses Jahres nicht ausgezahlt. Dann wird die Bankaufsicht neu entscheiden. Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet, und Armin Rapp und Stefan Schmidt-Weiss als Aufsichtsräte im Amt bestätigt. Wilfried Röser ist auf seinen eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden, so dass das Gremium jetzt aus neun Mitgliedern besteht. Die Vertreterwahl soll Anfang 2021 sein. pm