Hohenlohe-Franken

Landesgartenschau Erinnerungskultur und Zukunft sollen im Crailsheimer Konzept zusammenfinden

„Gutes Bewerbungspaket abgegeben“

Archivartikel

Crailsheim.Drohnenflug, Stoffbrücke und Bürgerengagement: Beim Rundgang über die potenziellen Laga-Flächen gibt es für die Jurymitglieder manchen Aha-Effekt.

„Das ist wirklich eindrucksvoll. Unglaublich, was hier alles auf die Beine gestellt wurde“, sagte ein Teilnehmer der Laga-Fachkommission, die am Montagnachmittag in Crailsheim war, um sich die potenziellen Flächen einer Landesgartenschau anzuschauen.

Beim Rundgang vom Gleisdreick über die Türkei und durch die Jagstauen zum Rathaus staunten die acht Vertreter aus dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, aus Städtetag und Gemeindetag sowie von bwgrün, der Förderungsgesellschaft für die baden-württembergischen Landesgartenschauen, nicht schlecht, mit wie viel Engagement Stadt und Bürgerschaft hinter der Bewerbung stehen.

Oberbürgermeister Christoph Grimmer erläuterte den Besuchern, wie im Crailsheimer Laga-Konzept Erinnerungskultur und Zukunft zusammenfinden. „Die Landesgartenschau soll Verbindungen schaffen: infrastukturell mit Brücken an zentralen Stellen und auch im übertragenen Sinn – gesellschaftlich, kulturell und sozial“, so der OB.

Am Gleisdreieck zeigte Stadtarchivar Folker Förtsch die Bedeutung der Eisenbahn für die historische Entwicklung Crailsheims auf und berichtete vom Niedergang der „Crailsheimer Eisenbahnherrlichkeit“ in den 1970er- und 1980er-Jahren bis hin zum heutigen Zustand einer ungenutzten Industriebrache. „Das Areal soll eine Aufwertung erfahren. Es soll als stadtgeschichtlich bedeutender Ort erfahrbar und durch eine sinnvolle Nutzung in den Stadtraum einbezogen werden.“ Da die im Laga-Konzept vorgesehenen Brücken in die Innenstadt noch nicht gebaut sind, begab sich die Delegation anschließend auf bestehenden Wegen durch die Bahnunterführung in den Stadtteil Türkei. Die E-Roller, die hier zum Einsatz kamen, waren ein Vorgeschmack auf die nachhaltige Mobilität, die ebenfalls zum Konzept gehört.

Vorbei am Spannungsfeld von Wohnbebauungen und Industriegebiet mit schlechter Verkehrsanbindung ging es zu Fuß weiter durch die Jagstauen.

Am künftigen Einstieg zur Netzbrücke erklärte Stefan Markus vor dem Stoffmodell, wie es mit der Netzbrücke gelingen soll, den geschützten Naturraum entlang der Jagst zu erleben, ohne ihn zu stören. „Wie realistisch ist es, für die Brücke eine Genehmigung zu bekommen?“, wollte ein Jurymitglied wissen. Der Ressortleiter Stadtentwicklung erklärte, dass es dazu bereits vielversprechende Vorgespräche mit dem Landrats amt gegeben habe.

In der Paradeisallee berichtete Susanne Kröper-Vogt, Ressortleiterin Soziales und Kultur, vom Bürgerbeteiligungsprozess und dem großen Engagement der Crailsheimer – angefangen von den Horaffen, die Crailsheimer Schüler gestaltet haben, über den Ideensprint und den Laga-Volksfest-Wagen bis hin zu den Fotobannern in der Jagstaue.

„Ich denke, dass wir heute ein sehr gutes Bewerbungspaket abgegeben haben und dass die Botschaft angekommen ist“, sagte Grimmer am Abend und dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz. „Es hat den einen oder anderen Aha-Effekt gegeben.“ Die Entscheidung, ob Crailsheim den Zuschlag für eine Landesgartenschau bekommt oder nicht, liege jetzt bei anderen.