Hohenlohe-Franken

Artenschutz Verkehrsminister Winfrid Hermann übergibt „Goldene Wildbiene“ an Stadt Crailsheim

Grün ist nicht gleich grün

Archivartikel

Eine Böschung an der Crailsheimer Stadtumgehung wird zum Paradies für Insekten – und bringt der Stadt die „Goldene Wildbiene“ ein.

Crailsheim. Als das Rathaus vor Jahren begann, den dichten Bewuchs an der Böschung der Stadtumgehung zwischen Bullinger Eck und Parkhaus abholzen zu lassen, empörten sich einige Bürgerinnen und Bürger. Doch der Kahlschlag war nicht willkürlich, er diente vielmehr dem Ziel, den Bewuchs der Böschung attraktiver für Insekten zu machen – und zudem einen Blick in die Jagstaue zu ermöglichen. Grün ist eben nicht immer grün, und manchmal ist weniger sogar mehr.

Mehr an Pflanzen

Dieses Mehr an Pflanzen, die für Insekten wichtige Futterquellen sind, brachte der Stadt nun eine Auszeichnung ein. Im Wettbewerb „Blühende Verkehrsinseln“ holte sie sich zusammen mit Schwäbisch Hall und Karlsruhe Platz 1.

Minister verlieh Preis persönlich

Das Crailsheimer Projekt beeindruckte im Verkehrsministerium in Stuttgart so sehr, dass es sich Minister Winfried Hermann nicht nehmen ließ, die Auszeichnung in Form der „Goldenen Wildbiene“ persönlich an Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer zu überreichen (das HT berichtete). Die Stadt habe mit der Umgestaltung der Straßenböschung „ein wichtiges Signal für den Insektenschutz“ gesetzt, lobte der Minister. In der Pressemitteilung seines Hauses wird der neue Lebensraum zwischen B 290 und Jagstaue sogar als „reichhaltiges Buffet für Insekten“ gewürdigt.

Potenzial der Fläche

Die prämierten Flächen in Crailsheim, Schwäbisch Hall und Karlsruhe seien „Leuchtturmbeispiele des Naturschutzes an Verkehrswegen“ und zeigten, welches Potential straßenbegleitende Flächen für den Artenschutz bieten können, wenn man sie richtig nutzt.