Hohenlohe-Franken

Bilanz Diakoneo erzielt 2019 ein positives Ergebnis von 3,4 Millionen Euro

„Fusion kam genau zur rechten Zeit“

Archivartikel

Positiv hat sich nach Angaben der Verantwortlichen die Fusion von Diakonie Neuendettelsau und Schwäbisch Hall auf die wirtschaftliche Stabilität ausgewirkt.

Schwäbisch Hall/Neuendettelsau. Im Juli 2019 verschmolzen die beiden Diakoniewerke Neuendettelsau und Hall zu Diakoneo. Dadurch entstand das größte diakonische Unternehmen in Süddeutschland mit mehr als 10 000 Mitarbeitern in über 200 Einrichtungen in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Pflege und Wohnen.

„Die Fusion kam genau zur rechten Zeit und war erfolgreich. Sie hat für größere wirtschaftliche Stabilität gesorgt“, zog Vorstandsvorsitzender Dr. Mathias Hartmann beim Pressegespräch in Schwäbisch Hall nach etwas über einem Jahr Bilanz.

Hartmann sieht vor allem Vorteile wie übergreifenden Einkauf, gemeinsame Medizinstrategie oder besseres Personalmanagement. „Insgesamt wurden über 600 Millionen Euro erwirtschaftet und ein positives Jahresergebnis von 3,4 Millionen Euro erreicht“, nannte der kaufmännische Vorstand Dietmar Motzer Zahlen zum Geschäftsjahr 2019. Investitionen von rund 58,8 Millionen Euro flossen in Gebäude und IT-Anlagen des großen Verbundes. Das Eigenkapital liegt bei 595 Millionen Euro. Ende 2018 war der Umsatz bei rund 406 Millionen Euro und das positive Jahresergebnis bei 3,2 Millionen Euro.

Wie fällt das wirtschaftliche Ergebnis in Schwäbisch Hall, insbesondere am Klinikum aus? Die Verantwortlichen nennen keine detaillierten Zahlen mehr, aber Motzer erklärte auf Nachfrage, dass „ein ausgeglichenes Ergebnis, eine schwarze Null erzielt wurde“.

Im Frühjahr 2020 kam mit der Corona-Pandemie die erste Bewährungsprobe für Diakoneo. Das Unternehmen sei bislang gut durch die Corona-Krise gekommen und nutze „Riesenvorteile im Verbund“, machte Motzer deutlich. Er nannte als Beispiel Schutzausrüstung, die dann schnell nicht mehr verfügbar war. Aufgrund der Verbundgröße konnten aber zuvor große Mengen gekauft und dann verteilt werden. „Die Liquidität von Diakoneo war in den vergangenen Monaten mehr als gesichert. Wir haben entschieden, alle 2020 geplanten Investitionen zu realisieren“, betonte der kaufmännische Vorstand. Die Arbeitsplätze seien sicher, auch wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen zu Mehraufwand und Erlösausfällen führen. Hartmann nennt als Ursachen schlechtere Belegungen in Seniorenheimen und weniger planbare Behandlungen, um mehr Kapazitäten für die Behandlung schwerer Atemwegserkrankungen vorzuhalten. Wie läuft es beim Diak-Neubau? Je nach Infektionsgeschehen soll die Waldhaussanierung im Frühjahr 2021 der nächste Schritt auf dem Weg zum zweiten Neubauabschnitt sein. Kosten: rund 20,4 Millionen Euro. Das Sozialministerium gab grünes Licht für Fördermittel. Die Quote soll bei 50 Prozent liegen. Wenn das Waldhaus fertig ist, soll das Hochhaus abgerissen und der kompakte Neubau zwischen Bettenhaus und Waldhaus sowie Kinderklinik entstehen. Kosten: rund 80 Millionen Euro. 2025 soll alles fertig sein.

„Gerade jetzt darf der Sozial- und Gesundheitsmarkt nicht vor die Wand gefahren werden. Corona hat uns noch einmal deutlich gemacht, nicht alle Vorschläge zur Verschlankung des Gesundheitssystems sind umsetzbar und zukunftsfähig“, betonte der Diakoneo-Vorstandsvorsitzende. In dem Zusammenhang sieht er die Zusammenarbeit zwischen Haller Diak und Kreisklinikum Crailsheim auf einem guten Weg. Die Realisierung des Kooperationsvertrags entwickle sich positiv, auch wenn es die Mindestform sei. Spezialisierung dürfe es auch weiter nicht in der Fläche, sondern in den größeren Zentren geben. Der Kreistag Schwäbisch Hall beriet kürzlich nicht öffentlich in einer Klausurtagung die Erneuerung des Kooperationsvertrags der beiden Häuser. Ob eine Minderheitsbeteiligung des Kreises Hall infrage kommt und das Klinikum Crailsheim weiterhin voll als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung geführt wird, darum geht es am 24. November im Kreistag. Marcus Haas