Hohenlohe-Franken

Expansion Bauernverband Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems will mittelfristig seine Geschäftsstelle in Übrigshausen erweitern

Für zunehmende Aufgabenfelder gerüstet sein

Archivartikel

Untermünkheim/Übrigshausen.Die Geschäftsstelle des Bauernverbands Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems in Übrigshausen soll wegen steigender Aufgaben wachsen. Der Untermünkheimer Gemeinderat lehnte angedachte Parkplätze im Grünstreifen ab.

Untermünkheims Bürgermeister Christoph Maschke erklärte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, warum der Bauernverband einen Antrag gestellt hat, auf seinem Areal im Übrigshäuser Gewerbegebiet ein weiteres Gebäude zu errichten: „Die platzen aus allen Nähten“, sagte er. Das fruchtete: Die Räte genehmigten diese Erweiterung. Dass dafür allerdings der im Bebauungsplan vorgesehene Grünstreifen Rasengittersteinen weichen soll, um entfallende Parkplätze zu verlagern, fand keine Zustimmung im Gremium.

Helmut Bleher, Geschäftsführer des Bauernverbands Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems kommentiert das mit seiner bekannten Gelassenheit. „Ich glaube, wir müssen diese zehn Parkplätze gar nicht schaffen“, meint er. Auch die Dringlichkeit des Gesamtkonzepts relativiert er. „Wir wollen nur einen Plan für die nächsten drei bis fünf Jahre haben, falls die Aufgaben so wachsen wie in der jüngsten Zeit“, sagt er – gibt aber gleichzeitig zu, dass es im bestehenden Gebäude hin und wieder eng zugehe. Denn den Platz dort teilten sich 32 Mitarbeiter. „Manche aber in Teilzeit und deren Schreibtisch ist dann zu unterschiedlichen Zeiten auch mal dreifach abwechselnd belegt“, berichtet er. Grund dafür, dass alle etwas zusammenrückten, sei auch der große Erfolg der Tochtergesellschaft des Bauernverbands, der Objektplanung Agrar. Sie biete unabhängig von Herstellern landwirtschaftlicher Gebäude den Mitgliedern eine umfangreiche Begleitung bei Bauprojekten inklusive Ingenieurleistungen. „Wir wurden positiv überrascht, wie gut dieses Angebot läuft“, so Bleher.

Professionalisierung

Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Grafik will man – auch auf Beschluss der Delegiertenversammlung – zulegen. „Wir wollen dieses Thema professionalisieren“, berichtet er. Auch Mitgliedsbetriebe sollen damit unterstützt werden, ihre Angebote zu vermarkten.

Und dann sind und bleiben die vielen weiteren Aufgaben, bei dem der Verband die Bauern unterstützt. Ein Großteil der Beschäftigten helfen landwirtschaftliche Betrieben bei Steuersachen oder Zuschussanträgen. Rund 4700 Mitglieder im großen Gebiet werden dabei von Übrigshausen aus betreut – weitere Dependancen gibt es nicht mehr. Trotzdem sei die räumliche Situation laut Bleher – vor allem zurzeit – noch gut erträglich. Wegen Corona setze man stark auf die Arbeit im Homeoffice. „Und das ist auch verstärkt in Zukunft denkbar“, meint er. Die bisherigen Erfahrungen damit seien sehr gut, und die sollen in künftige Planungen einbezogen werden.

Über Parkplätze uneins

„Mit der Umsetzung der Erweiterung werden wir also deutlich warten. Aber wenn’s brennt, wollen wir genehmigte Pläne haben, um damit anzufangen“, sagt der Geschäftsführer – und das mit oder ohne Parkplätze. „Die waren ja nur ein Angebot an die Gemeinde, damit bei Veranstaltungen bei uns weniger Autos auf öffentlichem Raum stehen“, stellt er fest.

Bei den Gemeinderäten ist dieses Angebot des Verbands wohl angekommen, auch wenn man sich bei der Sitzung nicht ganz sicher war, wie viele Stellflächen das Baurecht für das Gelände gesetzlich verlange. Maschke bricht allerdings eine Lanze für den Plan des Verbands. „Wir haben uns das dort einmal angesehen und etliche Firmen haben trotz anderer Pläne den vorgeschriebenen Grünstreifen auf ihrem Gelände überbaut“, so der Schultes. Und Lorenz Kraft, der als Architekt vom Bauernverband mit dem Projekt beauftragt ist, merkte an, dass dort, wo es grünt, die Qualität der Pflanzung eher fragwürdig sei.

Andererseits hätten andere Antragsteller in der Nachbarschaft umplanen müssen, die auch in ihrem Grünstreifen Stellplätze errichten wollten. Und zumindest daran hätten sich diese gehalten. „Und darauf müssen wir hier wohl auch bestehen“, meinte Gemeinderat Rainer Wolpert. Seine Amtskollegin Beate Breitkreuz findet es außerdem schlecht, dass die angedachten Parkplätze einzeln direkt von der Straße aus befahren werden müssten und nicht über eine gemeinsame Einfahrt über das Areal. „Der Verkehr wird dort noch mehr, da ist das nicht geeignet“, sagt sie. Am Ende stimmt nur Maschke für die Parkplätze. of