Hohenlohe-Franken

Große Traditionsveranstaltung 21. Büchermarkt am Samstag, 15. Juni, in der historischen Kirchberger Altstadt / Literaturpreis Franken wird vergeben

Eintreten ins mittelalterliche Scriptorium

Archivartikel

Beim in der Altstadt von Kirchberg stattfindenden Büchermarkt bieten am 15. Juni wieder zahlreiche Antiquariate und Buchhändler teils seltene, interessante und preiswerte Lektüre an.

Kirchberg. Exklusiv war handgeschöpftes Papier schon immer. Früher, weil es als wertvoller Kulturträger nur Wenigen vorbehalten war. Heute, weil nur Wenige es produzieren. Für Individualisten, für die Wert Schätzenden, für die Kreativen, die für ihre Ideen einen lebendigen Partner suchen, macht der Papiermacher Johannes Follmer aus dem Museum Papiermühle in Homburg Papier. Greifbares, spürbares Papier – Blatt für Blatt ein Unikat mit der individuellen Qualität des Augenblicks. Das Schauschöpfen von Johannes Follmer auf dem Rathausvorplatz lädt wieder zum Zuschauen und Mitmachen ein.

Einer der letzten seiner Art

Bernhard Gabert, Buchrestaurator und Heraldiker, führt wieder vor, wie handgetriebene Buchbeschläge hergestellt werden. Er hat eine uralte Handwerkskunst wiederaufleben lassen, den sogenannten „Klausurmacher“ beziehungsweise „Gürtler“. Diese Berufsgattung ist heute so gut wie ausgestorben und er ist einer der letzten, der diese vergessene Handwerkskunst noch ausübt, keineswegs maschinell, sondern in reiner Handarbeit wie im Mittelalter. Zur weiteren Spezialisierung von Gabert gehört die Wappen- und Familienforschung in Heraldik und Genealogie.

Für Historik-Freunde

Freunde historischer Buchkunst kommen auch in diesem Jahr beim Kirchberger Büchermarkt wieder auf ihre Kosten. Maler- und Vergoldermeister Manfred Breitmoser sowie der Illustrator und Kalligraph Norman Hothum zeigen und erklären interessierten Besuchern des Büchermarktes wie in Zeiten vor der Erfindung der Drucktechnik, Bücher in all ihren künstlerischen und handwerklichen Facetten in mühevoller Handarbeit hergestellt wurden.

Beide üben Berufe aus die man in mittelalterlicher Zeit in einem ‚Scriptorium’ bzw. in einem Maleratelier angetroffen hätte und die notwendig waren, um einem Codex all seine Pracht und Schönheit zu verleihen. Wem dieser Bereich der Buchkunst am Herzen liegt, sollte es nicht versäumen, während des Büchermarktes einmal beim Vergolder und Buchmaler vorbeizuschauen.

Manfred Breitmoser wird als „kleine Zugabe“ anhand eines metallenen Wappenadlers die Technik der Ölvergoldung erläutern. Desgleichen wird Norman Hothum neben der Buchmalerei anhand eines Werkstückes auch die Technik der Tafelmalerei vorstellen die zum Aufgabenbereich mittelalterlicher Maler gehörte.

Hothum und Breitmoser sind wie im vergangenen Jahr wieder in Zelten auf dem Marktplatz zu finden.

Das Sandelsche Museum ist an diesem Tag geöffnet und kann mit der Sonderausstellung „Dieter Oehm – Corpus Inexhaustus/Blickfelder“ besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Zu jeder vollen Stunde finden in der evangelischen Stadtkirche besinnliche Lesungen statt. Um 12 und 14 Uhr findet jeweils ein besinnliches Orgelspiel statt. Im Fürst-Ludwig-Haus werden Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen angeboten. Auch das Marktgelände ist bewirtet. Der Autorenverband Franken verleiht den Schaeff-Scheefen-Literaturpreises am Samstag, 15. Juni um 17.30 Uhr im Rittersaal des Schlosses Kirchberg. Es lesen die fünf Preisträger ihre Kurzgeschichten zum Thema „Jagdfieber in Franken“ – das Publikum entscheidet über den ersten, zweiten und dritten Platz. Gleichzeitig wird die Anthologie „Jagdfieber in Franken“ vorgestellt.

Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von der Band „Hans Zitrone“ mit fränkischem Rock; Eintritt frei. stv