Hohenlohe-Franken

Viele neue Erfahrungen gemacht Die 19-jährige Ina Zobel aus Bieberehren arbeitete drei Monate in einem Hilfsprojekt in Kenia

Eine völlig andere Welt kennengelernt

Archivartikel

Die 19-jährige Ina Zobel aus Bieberehren hat ihr fränkisches Heimatdorf vorübergehend gegen eine Stadt in Kenia „eingetauscht“ und sich dort in einem Hilfsprojekt engagiert.

Bieberehren. Hinter der 19-jährigen Ina Zobel aus Bieberehren liegen drei Monate, in denen sie rund 9500 Kilometer entfernt von ihrem Zuhause eingetaucht war in eine ihr völlig fremde Kultur – und zwar bei ihrer Arbeit für ein Hilfsprojekt in Kenia.

Neben der Lust, etwas ganz anderes zu machen, eine Aufgabe zu übernehmen, an der sie selber wächst und etwas Neues zu sehen, war nicht zuletzt der Wunsch zu helfen, wo es nötig ist, der Auslöser für die junge Frau, Bieberehren gegen Afrika einzutauschen.

Dass sie sich für ihre Sozialarbeit für ein Kinderheim in Likoni – einem rund 150 000 Einwohner zählenden Vorort von Mombasa – entschieden hat, liegt daran, dass sie durch eine Bekannte von ihrer Mutter Ute Zobel von dieser Einrichtung erfahren hat.

Der Einsatz in Kenia erfolgte für Ina über den Verein „Little Angel“, den die Oldenburgerin Anja Friedrich im Jahre 2011 ins Leben gerufen hat.

Bei ihrer Ankunft gingen das Bewusstsein, dass sie in einer völlig anderen Welt angekommen ist ebenso wie Aufregung darüber, was sie hier erwarten wird, in der herzlichen Begrüßung und der Freude der Kinder völlig unter. In der Einrichtung leben 23 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 19 Jahren. Die Bezahlung der insgesamt zehn Helfer und Lehrer finanziert der Verein. Auch Eltern, die die fünf Euro im Monat nicht aufbringen können, werden von „Little Angel“ unterstützt.

Für die sympathische Bieberehrenerin und eine weitere deutsche freiwillige Helferin hielt der Alltag in der Einrichtung eine Vielfalt von Aufgaben und Arbeiten bereit. Dazu kam, sich zunächst einzugewöhnen in die neuen Lebensumstände. Das kleine Zimmer, voll mit drei Betten und den Koffern, war ebenso spartanisch wie die sanitären Anlagen, in denen es kein Wasser aus der Dusche gab.

Wie Ina Zobel erzählt, haben sie sich, wie die anderen Bewohner auch, mit Regenwasser gewaschen. Das war für die 19-jährige ebenso wenig ein Problem wie das Zubereiten der Mahlzeiten über dem Feuer und das Spülen des Geschirrs im Freien.

Die Mahlzeiten bestanden zumeist aus Maisbrei mit Bohnen oder Linsen oder Reis mit Tomatensoße. Neben den Erzeugnissen aus der nahegelegenen Farm, durch die sich das Heim zum Großteil selbst ernährt, bekommt die Einrichtung Hilfe durch das Krankenhaus Likoni-Mombasa mit einer wöchentlichen Lebensmittelspende. Die jungen Helferinnen, denen es verboten war, nachts die Einrichtung zu verlassen, unterstützten nicht nur die Renovierung des Office und der Küche. Auf der Farm wurde mit finanzieller Unterstützung des Vereins der Hühnerstall vergrößert.

Dazu galt es, im Haus einen Schutz anzubringen, um die Ratten von Gemüse und Lebensmitteln fernzuhalten. Bei Fahrten in das 915 000 Einwohner zählende Mombasa, das Ina als „total verrückt, durcheinander und Multi-Kulti“ beschreibt, kauften sie neben Tellern und Bechern für das Heim auch einige der Khanga genannten Baumwolltücher ein. Diese bunten Tücher, die sowohl als Kleid oder Rock getragen werden, wie sie auch als Tragetuch für die Babys dienen, spiegeln – wie die zahlreichen Fotos von Ina Zobel zeigen – die Lebensfreude der Menschen wieder. Neben der Beschäftigung und dem Spielen mit den Jüngsten in der Einrichtung hat es die 19-Jährige beeindruckt, wie fröhlich die Menschen sind und wie gerne sie tanzen.

Die junge Frau, die im kommenden Jahr ein Studium in Lebensmitteltechnologie beginnen und alles gelassener angehen will, kann sich vorstellen, noch mal zurückzukehren nach Likoni. Um dort die Menschen wieder zu sehen, die unter für Europäer kaum vorstellbaren Umständen leben und dabei doch so fröhlich sind.

Der gemeinnützige Verein „Little Angel“, der auf Hilfe zur Selbsthilfe setzt, ist bemüht, die Lebensumstände für die Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung zu verbessern. Für die geplante Schaffung für mehr Klassenräume und die Möglichkeiten zur Verbesserung der Ernterträge auf der Farm ist „Little Angel“ dankbar für Spenden.

Über die Arbeit des Vereins informieren: Instagram: littleangel.e.v.; Facebook: Verein Little Angel e.V.; Internet: Little Angel e.V. Das Spendenkonto lautet: Little Angel e.V., Landessparkasse zu Oldenburg, IBAN: DE 33 2805 0100 0090 4301 33, BIC: SLZODE22XXX.