Hohenlohe-Franken

Wildbad Rothenburg Viertes „art-residency-wildbad“-Projekt gestartet

„Der Wandel muss durch den Bauch gehen“

Archivartikel

Rothenburg.Sie sind jetzt eine knappe Woche lang in der Tagungsstätte Wildbad, lernen den Ort kennen. Und sie werden noch mehrmals an ihn zurückkehren, um Landschaft, die Stadt Rothenburg, Gesellschaft, Klima in unterschiedlichen Jahreszeiten zu beobachten, zu erspüren und eine Installation für den Wildbad-Park zu entwickeln: Karlheinz Boiger, Lisa Maria Enzenhofer, Andreas Goritschnig, Markus Jeschaunig und Bernhard König.

Als Breathe Earth Collective (BEC) aus Graz, das 2020 in der evangelischen Tagungsstätte Wildbad Artist in Residence ist, verfolgten die fünf Künstler, Architekten und Landschaftsarchitekten bereits Großprojekte wie die Gestaltung des österreichischen Expo-Pavillons in Mailand 2015 oder die mobile Installation „Airship. 01“, die bereits in Padua, Rom, Mailand, Bordeaux, Tulln, Wien und anderen Orten Station machte. Aktuell widmet sich die Gruppe – als Beitrag zum Kulturjahr 2020 – in Graz der Schaffung eines Klima-Kulturpavillons inmitten der Stadt. Außerdem arbeitet sie auf Einladung der Tagungsstätte im Wildbad Rothenburg. Die Ausgangspunkte der künstlerischen Auseinandersetzung bleiben unabhängig von der Größe oder Lage eines Ortes gleich, versichert die Künstlergruppe. Es geht ihr um die Luft als Lebens-Mittel und essentielles Gut, um den Atem, der alle Lebewesen gleichstellt, um das Klima, um positive Architekturen für die Zukunft. Im Wildbad Rothenburg und dem historisch gewachsenen Landschaftsraum an der Tauber sieht BEC einen einzigartigen Anknüpfungspunkt für die inhaltliche Auseinandersetzung mit diesen Themen.

Weil Wandel nach Ansicht von BEC „durch den Bauch gehen muss“, macht die Künstlergruppe in ihren Installationen komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse sinnlich erfahrbar. Sie schafft begehbare, ästhetische Räume, die die Besucher ganzheitlich ansprechen. Diese bringen Menschen in Kontakt, können Akteure vor Ort vernetzen und den Besuchern das Thema „Klima-Kultur“ – befreit moralisierenden oder pädagogisierenden Ansätzen – als Chance für ein gesellschaftliches Miteinander nahebringen. cr