Hohenlohe-Franken

Stadt Crailsheim Corona-Krise / Überprüfungen in der Gastronomie deutlich intensiviert / Kontrollen auch an Bushaltestellen

Bußgelder bis zu 2000 Euro sind möglich

Crailsheim.Die Stadtverwaltung hat laut einer Pressemitteilung in den vergangenen Wochen die Überprüfungen in der Gastronomie deutlich intensiviert und dabei mehrere Verstöße festgestellt. Verstärkt kontrolliert werden soll künftig die Einhaltung der Abstands- und Maskenregeln an Bushaltestellen. Entscheidungen sollen weiterhin mit Augenmaß getroffen werden.

Die Entwicklung der Corona-Pandemie hat im Landkreis Schwäbisch Hall in den vergangenen Tagen deutlich an Dynamik zugenommen. Vor allem in Crailsheim ist die Zahl der Neuinfektionen stark steigend. Der Corona-Koordinierungsstab der Stadtverwaltung hat am Montag über weitergehende Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung beraten. „Einschränkungen durch Regelungen, die eine große Zahl an Menschen treffen, aber kaum positive Auswirkungen versprechen, sind aus unserer Sicht nicht zielführend“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer. „Dennoch ist es gerade jetzt wichtig, Vorkehrungen zu treffen, die eine unkontrollierte weitere Ausbreitung des Virus effektiv verlangsamen.“

Vergehen in der Gastronomie

Vor allem dort, wo Menschengruppen zusammenkommen und im größeren Maß Alkohol konsumiert wird, ist es wichtig, dass die gegenwärtigen Corona-Regeln eingehalten werden. Wie das Gesundheitsamt des Landkreises Schwäbisch Hall gegenüber der Stadt mitteilte, gab es in der Crailsheimer Gastronomie mehrere Corona-Fälle, die nicht einwandfrei nachverfolgt werden konnten, weil Listen mit den Kontaktdaten der Gäste fehlten.

Aus diesem Grund hat die Verwaltung in den vergangenen vier Wochen ihre Kontrollen in diesem Bereich intensiviert. Auch zur späten Stunde sind aktuell täglich Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes unterwegs, um die korrekte Listenführung zu kontrollieren.

Seit dem 17. September wurden insgesamt 180 Kontrollen durchgeführt. In 16 Fällen wurden aufgrund der mangelhaften Datensammlung oder Nichteinhaltung der Hygienevorgaben Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Die Bußgelder bewegen sich dabei im Rahmen von 250 bis 2000 Euro. Sollte es trotz Kontrollen nicht zu einer Besserung der Situation kommen, behält sich die Stadt vor, weitere Auflagen sowie eventuell eine Sperrstunde gegen einzelne Betriebe zu verhängen.

Ebenso wird die Stadt künftig verstärkt die zentralen Bushaltestellen in der Stadt bestreifen. „Bereits seit vielen Monaten gilt nicht nur für Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, sondern auch an Bahnhöfen und Bushaltestellen“, betont Grimmer. Es sei widersinnig, wenn beispielsweise Schüler auf dem Schulgelände getrennt werden und dann trotz Unterschreitung des gebotenen Abstands an der Bushaltestelle und im Bus keine Alltagsmasken tragen. Die Stadt wird den für die Personenbeförderung zuständigen Landkreis darum bitten, dass die Fahrer angehalten werden, Gäste ohne Mund-Nase-Bedeckung oder ein ärztliches Attest nicht zu befördern. Zudem wird die Stadt an den Haltestellen regelmäßig kontrollieren und gegen Personen, die ohne entsprechenden Schutz oder Attest angetroffen werden, ein Bußgeld aussprechen.

„Seit mittlerweile sieben Monaten beschäftigt uns die Pandemie bereits und ich kann verstehen, wenn die Menschen langsam das Gefühl haben, Corona-müde zu werden“, führt Oberbürgermeister Grimmer aus. Allerdings sei es gerade mit dem jetzt beginnenden Herbst wichtig, dass alle die so genannten „AHA+L“-Regelungen, das heißt Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske (Mund-Nase-Bedeckung) tragen und Lüften, befolgen.

„Einschränkungen des öffentlichen Lebens, wie wir sie im Frühjahr erlebt haben, gilt es zu verhindern. Dafür ist es aber unabdingbar, dass wir die Infektionsquoten niedrig halten und somit eine Kontaktnachverfolgung für die Gesundheitsämter weiter möglich bleibt“, appelliert der Oberbürgermeister an die Crailsheimer Bürger. stv