Hohenlohe-Franken

Neukonzeption Freilichtmuseum Wackershofen will Besucherinformationssystem als soziales Interaktionsfeld installieren / Neue Besuchergruppen ansprechen

Blick auf Heimat, Migration und Wandel

Sieben Freilichtmuseen in Baden-Württemberg bekommen vom Land eine Million Euro. In Wackershofen wird die Installation eines Besucherinformationssystems als soziales Interaktionsfeld gefördert.

Wackershofen. Das Dorf bildet seit jeher einen Mikrokosmos, in dem der soziale Zusammenhalt der Bewohner unter verschiedenen Bedingungen immer wieder neu definiert und verhandelt werden musste. Die historischen Formen und Ausprägungen dieser Interaktion sollen ein fester Bestandteil des Vermittlungsangebotes in Schwäbisch Hall-Wackershofen werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dazu bedarf es einer Neukonzeption der informationellen Zugänge zu den Schauobjekten. Ein neu konzipiertes, differenziertes Besucherinformationssystem soll die unterschiedlichen Baugruppen im Freilandmuseum, deren Gebäude und ihr historisches Umfeld als soziales Interaktionsfeld der ehemaligen Bewohner und Nutzer erschließen.

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski hat den Startschuss für das Sonderprogramm des Landes zur Förderung von Vermittlungsprogrammen an den sieben Freilichtmuseen gegeben. Das Land stellt den Museen für die Jahre 2018 und 2019 insgesamt eine Million Euro zusätzlich zur Verfügung, um deren Vermittlungsarbeit zu stärken. Gefördert werden insgesamt zehn Projekte der sieben Museen, darunter ein Gemeinschaftsprojekt.

Museen als Spiegelbilder

Und zwar „Freilichtmuseen am Wendepunkt: Erfolgsstrategien für die Zukunft“. Dieses befasst sich mit der strategischen Ausrichtung der Freilichtmuseen.

Im Zentrum steht dabei die Frage, wie die Freilichtmuseen in Zukunft ihre Relevanz und ihren Bezug zur Lebenswelt der Besucher erhalten, wenn sich die erinnerte Vergangenheit immer weiter von dem entfernt, was in den Museen bisher vermittelt wird.

Die historischen Dörfer der Freilichtmuseen werden künftig verstärkt als Spiegelbilder sozialer Wirklichkeit in den Blick genommen.

Ein zweites Ziel des Projektes ist es, die Ergebnisse über eine Tagung an andere Museen weiterzugeben. „Kunst und Kultur haben die große Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen und Gemeinsamkeit erleben zu lassen“, sagte Staatssekretärin Petra Olschowski vor Kurzem in Stuttgart.

Die Freilichtmuseen hätten auf die Programmausschreibung hin spannende neue Projektideen entwickelt, um neue Publikumsgruppen anzusprechen. „Mit ihren Ausstellungen liefern die Museen spannende Impulse für aktuelle gesellschaftliche und politische Diskussionen, beispielsweise über Heimat, Migration und den gesellschaftlichen Wandel.“