Hohenlohe-Franken

Mobile Teams Land fördert innovative Beratungsprojekte gegen häusliche und sexuelle Gewalt

Auch in Corona-Zeiten Hilfe vor Ort

Archivartikel

Waldenburg/Hohenlohekreis.Das Land Baden-Württemberg erprobt den Einsatz von mobilen Teams der Fachberatungsstellen gegen häusliche und sexuelle Gewalt, Prostitution und Menschenhandel. Das modellhafte Angebot soll vor allem vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie für einen leichteren Zugang der Betroffenen zu den Unterstützungsangeboten sorgen. Landesweit sind 23 solcher mobilen Teams geplant, eines davon in Waldenburg im Hohenlohekreis. Dort ist das Albert-Schweitzer-Kinderdorf Waldenburg Träger des Projektes. Schwerpunkt: häusliche Gewalt. Starttermin ist hier der 1. Dezember.

Der Landesregierung sei es während der Corona-Pandemie sehr wichtig, die bestehende Beratungsstruktur im Land zu stabilisieren und gleichzeitig das Angebot für Hilfesuchende noch zu erweitern, heißt es in einer Pressemitteilung des Sozialministeriums. Unter strenger Berücksichtigung der Abstands- und Hygieneregelungen vor Ort sollen Betroffene von häuslicher oder sexueller Gewalt weiterhin qualifiziert beraten werden. Um Hilfe auch dort zu ermöglichen, wo es bisher keine Beratungsstellen gibt oder wo der Beratungsbedarf deutlich angestiegen ist, wird das Land das Angebot ausbauen. Die neu aufgelegte Förderlinie „Mobile Teams der Fachberatungsstellen gegen häusliche und sexuelle Gewalt sowie Prostitution und Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung während der Corona-Pandemie“ soll hier neue Impulse geben.

„Um von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder zu unterstützen, wollen wir in der Pandemie neue Beratungsformate erproben und neue Kooperationen vor Ort ermöglichen“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integra-tion, Bärbl Mielich in Stuttgart. „Dass wir bereits in diesem Monat mit den meisten der 23 neuen Beratungsprojekte starten, zeigt, dass das Land unter Hochdruck daran arbeitet, die Beratung auch und gerade in der Pandemie sicherzustellen. Ich freue mich besonders über die vielen Anträge mit innovativen Ansätzen wie etwa der Nutzung neuer Außenstellen oder Beratung, die in Räumlichkeiten von Landratsämtern und Gemeindehäusern zur besseren Einhaltung des Abstandsgebotes stattfindet“, so Mielich weiter.

„Wir wollen ein deutliches Zeichen gegen Gewalt und zum Schutz der Schwachen in unserer Gesellschaft setzen. Die Arbeit von mobilen Teams kann beispielsweise Beratung im Freien, Walk and Talk, in Außenstellen in Form von angemieteten Räumlichkeiten oder im mobilen Kleinbus bedeuten. Die Träger vor Ort wissen selbst ganz genau, wie Beratung auch in der Corona-Pandemie sichergestellt werden kann. Mit unserem neuen Förderkonzept unterstützen wir niedrigschwellig und schnell die Beratung Hilfesuchender in ganz Baden-Württemberg mit rund 1,4 Millionen Euro“, betonte Mielich.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter der Rufnummer 08000 116 016 rund um die Uhr und in 17 Sprachen erreichbar, um Betroffene anonym und kostenlos zu beraten. Die Beratung läuft über Telefon, E-Mail oder im Chat. Das Hilfetelefon verfügt über eine Übersicht aller Frauen- und Kinderschutzhäuser sowie Beratungsstellen in Baden-Württemberg und kann bei der Suche nach einem passenden Angebot unterstützen.