Höpfingen

Nachruf Höpfingens letzte ortsstämmige Ordensschwester Brigitte Hauk ist gestorben

Leben lang im Dienste Gottes

Höpfingen.Die letzte ortsstämmige Ordensschwester von Höpfingen, Brigitte Hauk, ist verstorben. Die allseits beliebte Schwester hat sich am Donnerstag nach einem ereignisreichen Leben im Alter von 76 Jahren friedlich auf ihren letzten Weg begeben, nachdem sie ihr Leben in den Dienst Gottes gestellt hatte. Ihr Credo lautete in der Hoffnung auf Nachahmerinnen stets „Der Weg ist nicht leicht, aber es lohnt sich“.

Schwester Brigitte Hauk wurde 1943 als ältestes Kind von Josef und Elisabeth Hauk geboren. Sie wuchs mit drei Geschwistern im Ort auf und besuchte auch in Höpfingen die Grundschule. Nach der Mittel- und Realschule in Hardheim wurde sie in einer Freiburger Klosterschule zur Hauswirtschafterin ausgebildet.

Ihren Lebenswunsch „englischsprachige Missionsarbeit“ ging sie durch ihren Ordenseintritt im Juli 1962 im Kloster der Missionsdominikanerinnen in Strahlfeld bei Roding in der bayrischen Oberpfalz aktiv an.

Ihre Schwesternausbildung war in vielerlei Hinsicht „harte“ Arbeit. 1963 wurde sie feierlich eingekleidet; Begleitung erfuhr sie von den ehemaligen Höpfinger Pfarrern Löhmann und Schubert, um 1964 ihre Profess zu feiern.

Entsendung nach Afrika

Dann kam die Chance, ihren Wunsch täglich leben zu können, aber auch zu müssen: In einer dreiwöchigen Schiffsreise nach Salisbury (Harare) wurde sie 1964 in eine Schule in Rhodesien (heute Simbabwe) entsendet. Die Arbeit bereitete ihr viel Freude, doch waren viele Dinge völlig neu und es war auch die einheimische Sprache zu lernen.

1968 kam ein Auftrag aus dem Kloster zur Rückkehr nach Deutschland. Die Rückkehr nach Biesfeld bei Köln fiel ihr kaum leichter als die Entsendung nach Afrika. In kürzester Zeit gewann sie aber Freude an ihrer neuen Aufgabe als Wirtschafterin im neu errichteten heilpädagogischen Kinderdorf „Gute Hand“. 43 aktive Jahre an dieser Stelle und die kurzzeitige Tätigkeit als Oberin machten Biesfeld zu ihrer zweiten Heimat, auch wenn die Kontakte nach „Höpfi“ immer gepflegt wurden: Durch ihre offene, freundliche und gesellige Art fanden kein Feuerwehrfest und kein Fastnacht ohne die Schwester statt. 2011 musste sie schweren Herzens die Auflösung der Biesfelder Schwesternstation mitbegleiten und ging zurück ins Mutterhaus nach Strahlfeld.

Gemäß dem Ordensauftrag nahm sie auch diese Veränderung zum Leben in der Ordensgemeinschaft an und wirkte aktiv im Klosteralltag mit. Im April 2014 feierte Schwester Brigitte im Beisein ihrer Schwestern Marliese und Hildegard sowie ihres Bruders Josef ihre Goldene Profess (50 Jahre Ordensschwester). Sie und einige Mitschwestern erneuerten zeitgleich ihr Gelübde „In Treue zu Gott bis zum Tod“. Dieses Gelübde durfte sie am 13. Februar einlösen. ad