Höpfingen

„Rettet die Bäder“ Die DLRG sammelte bundesweit bereits knapp 117 000 Unterschriften / In Höpfingen kamen bisher nahezu 450 zusammen

„Jeder kann etwas für die Bäder tun“

Archivartikel

Höpfingen.Während der vergangenen zwei Jahrzehnte wurde jedes zehnte öffentliche Schwimmbad Deutschlands geschlossen. Eine Hauptursache dafür waren vor allem hohe Unterhaltungskosten oder ein Wartungsstau.

Ein Zeichen setzt die von der DLRG initiierte Petition „Rettet die Bäder“, die noch bis zum 31. August läuft und bundesweit bisher knapp 117 000 Unterschriften sammelte.

Über 300 davon kamen im Höpfinger Familienbad zusammen – und weitere 140 im Rahmen des Maibaumstellens durch die von der DLRG-Ortsgruppe Höpfingen gestellten „Festdamen“ des „Quetschefeschts“.

Mit Ergebnis durchaus zufrieden

Wie Höpfingens DLRG-Ortsvorsitzende Regina Gedemer den Fränkischen Nachrichten mitteilte, könne man mit dem bisherigen und zu erwartenden Ergebnis durchaus zufrieden sein.

„Diejenigen, denen etwas am Erhalt des Familienbad liegt und die von der Petition erfahren haben, haben sich beteiligt“, stellt sie klar und macht auf den Hintergrund der Aktion aufmerksam: „Der Bundestag wird darauf hingewiesen, dass sich etwas in Sachen Erhalt von Schwimmbädern, im Besonderen von Lehrschwimmbecken für Schwimmausbildung und Wassergymnastik – wie unserem Familienbad – tun muss“, betont Gedemer. Das sei bereits durch die große Zahl der Unterschriften geschehen.

Konkrete Schritte gebe es noch nicht. „Das wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen“, erklärt sie. Im besten Fall seien Fördertöpfe zu erwarten, die den Erhalt von Schwimmbädern und im Besonderen von Lehrschwimmbecken sicherstellen und damit die Kommunen bei der Erhaltung finanziell entlasten.

Jeder Bürger könne die Aufrechterhaltung des Schwimmbadbetriebs zudem unterstützen, indem er jene kleinen Badeanstalten möglichst regelmäßig aufsucht, sich Fördervereinen wie „Pro Bad“ anschließt und dadurch finanziell oder durch persönliches Engagement unterstützend tätig wird, so Gedemer.

Wichtig sei auch, dass der Gemeinderat, Bürgermeister und die Anwohner immer wieder unterstreichen, wie sehr sie ihr Bad benötigen – ganz gleich, ob zur Schwimmausbildung, Rettungsschwimmausbildung oder Gesundheitsvorsorge durch Schwimmen und Wassergymnastik. „Nur durch dieses Engagement ist es in kleinen Gemeinden überhaupt möglich, die Bäder zu halten“, erklärt die Vorsitzende.

Sie freut sich über einen positiven Aufwind des hoch in der Gunst seiner Besucher stehenden Höpfinger Familienbads. „Trotz starker Erhöhung der Eintrittspreise gibt es neue Anfragen von Schulen und Gruppen für Belegungszeiten im Familienbad“, freut sie sich und begründet diesen positiven Trend mit dem „für solche Zwecke absolut prädestinierten Bad“. Auch Alternativen gebe es so gut wie keine mehr, da in den letzten Jahren zahlreiche Lehrbecken der Region – wie im Buchener Krankenhaus und dem Walldürner Kinderheim St. Kilian – geschlossen wurden. So beginnen im September auch wieder neue Kurse im Babyschwimmen, Anfängerschwimmen, Jugendschwimmen, Rettungsschwimmen sowie im „Aquafitness“, die in bewährter Weise von den DLRG-Gruppen Höpfingen, Hardheim und Königheim im Familienbad angeboten werden.