Höpfingen

Nachruf Erwin Schell im Alter von 94 Jahren gestorben

In vielen Vereinen aktiv

Höpfingen.Im Alter von 94 Jahren starb Erwin Schell, der über Jahrzehnte hinweg fester Bestandteil der örtlichen Vereinswelt in Höpfingen gewesen war. Nach der Schulentlassung fand Schell eine Lehrstelle als Maschinenschlosser bei der Firma Emil Böhrer und wurde 1943 zum Reichsarbeitsdienst einberufen.

Es folgten die Grundausbildung in Verdun, die Verlagerung zur 4. Fallschirmdivision an die Front in Italien mit Verwundung am 2. Oktober 1944, wiederholter Einsatz bei Imola in Oberitalien und der Rückzug über den Brenner nach Österreich.

Buch über Erlebnisse verfasst

Schließlich landete er nach einem Vier-Wochen-Marsch und dem Abtransport bis südlich des Urals in Sibirien. Im September 1949 kehrte er wieder in die Heimat zurück; in späteren Lebensjahren schrieb er ein über 200 Seiten starkes Buch über seine Kriegserlebnisse und wertete dabei zahlreiche Briefe und Karten aus, die er damals an seine Familie geschickt hatte. In den 50er-Jahren fand er eine Anstellung als Betriebsschlosser in der Höpfinger Ziegelei, die er bis kurz vor Einstellung der Produktion 1969 innehatte. Danach war er bis zum Ruhestand 1989 für die Heizungsanlage der Hardheimer Carl-Schurz-Kaserne zuständig.

Sein privates Glück fand Erwin Schell bei seiner Frau Egidia, mit der er vier Kinder groß zog. In seiner Freizeit engagierte der Verstorbene sich im Gesangverein Höpfingen, im Obst- und Gartenbauverein sowie in der FGH 70 „Höpfemer Schnapsbrenner“; bis vor einigen Jahren leistete er noch beim Schlachtfest Arbeitseinsätze. ad