Höpfingen

In Waldstetten „C(h)or-ona-Baum“ anstelle des Maibaums aufgestellt

Humor und Gesang nicht nehmen lassen

Archivartikel

Waldstetten.Corona legt seit Wochen das öffentliche Leben lahm. In den letzten Tagen haben die Absagen aller Orten auch das traditionelle Stellen des Maibaums erreicht.

In Waldstetten hat man den Brauch, dessen Ursprünge auf vorchristliche Zeit zurückgehen und als Zeichen für den wiederkehrenden Frühling mit Fruchtbarkeit und Gedeihen, Glück und Segen steht, in diesem Jahr in besonderer Weise umgesetzt. An einen stattlichen Maibaum war in diesem Jahr nicht zu denken, denn das Aufstellen verlangt viel „Manpower“ auf engstem Raum. Über diesen Umstand war man sich auch beim Gesangverein Frohsinn Waldstetten schnell klar, der in diesem Jahr in wechselnder Folge der Vereine den Maibaum hätte stellen sollen.

Aber sollte das Virus, das bereits die Singstunden und alle Vereinsaktivitäten samt Geselligkeit im Ort zum Erliegen gebracht hat, nun auch noch diese Tradition bezwingen?

„Wir verpassen dem Virus Andockrezeptoren aus Musik und Noten“ so die Idee des Vorsitzenden Herbert Frisch und seiner Frau Monika, die zusammen mit Manfred Blau umgesetzt wurde. Der „C(H)OR-ona-Baum“ des Gesangvereins Frohsinn war geschaffen und wurde traditionsgemäß am Vorabend unter Beachtung der Coronabestimmungen vom Vorsitzenden mit seiner Familie aufgestellt. An Stelle des Virus steht eine Weltkugel aus Weidengeflecht mit Noten als Zeichen dafür, dass die Pandemie zwar derzeit das Leben weltweit beeinflusst, man sich aber Humor und Gesang nicht nehmen lassen sollte und so auch die Krise leichter überwinden kann. So war es nicht verwunderlich, dass sich ein paar anwesende Sänger „anstecken“ ließen und man mit „Nun will der Lenz uns grüßen“ und „Der Mai ist gekommen“ bewies, dass Gesang auch mit Abstand möglich ist und dennoch verbindet. HF