Höpfingen

„Höpfemer Schnapsbrenner“ Fastnachtsgesellschaft zog bei der Jahreshauptversammlung Bilanz / Wahlen auf der Tagesordnung

Günter Schell zum Ehrenvorsitzenden ernannt

Archivartikel

Höpfingen.Über zwei Jahrzehnte hinweg prägte Günter Schell als Vorsitzender die FGH 70 „Höpfemer Schnapsbrenner“, deren Jahreshauptversammlung am Freitag in der Obst- und Festhalle abgehalten wurde. Angesichts seiner beeindruckenden Verdienste rund um Brauchtum, Geselligkeit und Faschenacht wurde er nun zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Nach Begrüßung und Totengedenken leitete Schell über zur aufgrund personeller Neukonstellationen im Vorstand erforderlich gewordenen Satzungsänderung, die einstimmig bestätigt wurde.

Schließlich erinnerte Schriftführerin Andrea Hirning an die Höhepunkte der Kampagne 2019/20, die unter dem Motto „Faschnacht macht das Leben bunt“ stand und deren Orden das Aussterben der Höpfinger Gastromonie („Höpfi wächst und expandiert – doch wertschaftlich bald ruiniert“) thematisierte.

Gute Laune und Frohsinn

Zwei abwechslungsreiche Prunksitzungen mit tollen Programmpunkten aus den eigenen Reihen, die Kinderprunksitzung, der Rathaussturm, die Aprés-Ski-Party, die Kellerparty und natürlich der Umzug durch Höpfingens Straßen sorgten für gute Laune und Frohsinn; auch der neue Ausschankwagen und der bisher in beträchtlichem Maß vorangeschrittene Anbau an die FG-Halle am Mantelsgraben fanden Erwähnung, ehe Andrea Hirning sich bei den Prinzenpaaren (Prinz Uwe der I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Silke, die Kloa vom Gustels Herbert sowie Prinz Ragnar, der Regent über Rhythmus und Takt und Prinzessin Johanna, die Tanzmaus vom Schützenhaus) für die närrische Repräsentation bedankte.

„Großartiger Zusammenhalt“

Organisatorisches wurde in sechs Vorstandssitzungen und bei acht großen Sitzungen besprochen. Dem positiven Fazit schloss sich Präsident Jürgen Farrenkopf an: „Wir machen Fastnacht nicht nur für uns, sondern für das Publikum“, resümierte er und lobte den großartigen Zusammenhalt, ehe er allen Aktiven dankte.

Zufrieden zeigte sich auch Günter Schell in seinem Vorstandsbericht. Sowohl die neue Regelung der Wagenbegleitung bei Umzügen als auch die durch Karl Schneeweis erfolgte Instandsetzung der „FGH70-Galeere“ brachten die gewünschten Erfolge; die alten Protokollbücher wurden durch Manfred Bayer gebunden.

Unmittelbar nach der Kampagne breitete Corona sich aus, was den Entfall des Schlachtfests mit 50-Jahr-Feier und der Maiwanderung mit sich brachte; das angedachte Autokino konnte aus diversen Gründen nicht veranstaltet werden. Dafür könne sich der Baufortschritt an der FG-Halle sehen lassen: „Ziel ist es, das Ordensfest in den neuen Räumlichkeiten zu feiern“, betonte Schell. Die Zeichen stehen gut: Bereits im August konnte das Richtfest gefeiert werden.

Einnahmen und Ausgaben beleuchtete Kassier Georg Engels; die von Jasmin Eckert und Antonia Ebert durchgeführte Kassenprüfung verlief ohne Beanstandungen und schuf die Grundlage für die Entlastung.

Wechsel an der Spitze

Bei den Neuwahlen ergab sich ein Wechsel an vorderster Front: Auf Günter Schell, der nach 17 Jahren als Vorsitzender nicht mehr kandidierte, folgt das aus Sven Dargatz und Jürgen Farrenkopf bestehende Vorstandsteam als „Doppelspitze“.

Wieder gewählt wurden darüber hinaus Vizepräsident Tobias Hauk und Schriftführerin Andrea Hirning; die Beisitzer bilden Carmen Ackermann, Stefanie Geier, Stefan Hirning, Sigi Kaiser und Günter Schell. Kassenprüferinnen bleiben Jasmin Eckert und Antonia Ebert; die symbolische Versteigerung der Vereinsdienerstelle entschied Emma Sauer für sich.

In eigener Sache dankte Günter Schell sichtlich gerührt für all die Jahre als Vorsitzender, mit denen er zahlreiche schöne Erinnerung verbinde. „Vor allem die Organisation von Ausflügen, aber auch die Geselligkeit und den Gemeinschaftssinn haben mir viel Freude geschenkt“, erklärte er und erinnerte an Aktionen wie die Hallenrenovierung, die Aufstellung des Narrenbrunnens und das legendäre Narrentreffen im Jahr 2011.

Eine absolute Überraschung erlebte Schell, als er zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde: Hier erinnerte Sven Dargatz an das bemerkenswerte Engagement Günter Schells, der seit 1985 Elferrat ist, ab 1993 stellvertretender Umzugsleiter und ab 1997 Umzugsleiter, zwischen 1997 und 2003 zweiter Vorsitzender und seit 2003 als Vorsitzender gewirkt hatte. „Du hast diese Ehrung mehr als verdient“, merkte Dargatz an.

Danach verkündete er die Mitglieder von Komitee und Elferrat, ehe er im Ausblick auf die anstehende Kampagne eindeutige Worte fand: „Es ist zu früh für eine Absage“, betonte Sven Dargatz und hielt zum Abwarten an; Jürgen Farrenkopf ermutigte das Plenum dazu, Ideen zu sammeln und kreativ zu sein. Dank galt jedenfalls allen Aktiven und Helfern, deren Verdienst auch der rasche Baufortschritt an der FG-Halle sei.

Mit einem kurzen Grußwort rundete Bürgermeister-Stellvertreter Andreas Fürst die Tagesordnung ab. Er sprach dem neuen Vorstandsteam ein herzliches „Glückauf“ aus und bedankte sich für die Repräsentation von Brauchtum und Kultur in Grün und Quetscheblau.

„Auch wenn es momentan schwierig ist, lebt eine Gemeinde mit von ihrer Vereinskultur“, stellte er klar.