Höpfingen

Coronafall im Kindergarten St. Josef in Waldstetten Für Kontaktpersonen ersten Grades des Kindes wurde Quarantäne angeordnet / Bisher keine weiteren Infizierten

„Für Entwarnung ist es noch zu früh“

Archivartikel

Ein Kind im Kindergarten St. Josef in Waldstetten wurde positiv auf Corona getestet. Die Ergebnisse von Kontaktpersonen, bei denen ein Abstrich genommen wurde, zeigen bisher keine Infektionen.

Waldstetten. Nachdem das Gesundheitsamt am Freitagvormittag Kenntnis über eine bestätigte Corona-Infektion bei einem Kind erhielt, das den Kindergarten St. Josef in Waldstetten besucht, zeigen die Ergebnisse der 16 Kontaktpersonen, bei denen schon ein Abstrich genommen wurde, bisher keine weiteren Infektionen.

„Das ist ein gutes Ergebnis. Für eine Entwarnung ist es aber trotzdem noch zu früh“, erklärte die Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Martina Teinert, hierzu. Man werde die Situation deshalb weiterhin eng beobachten und bei Bedarf die Untersuchungen ausweiten.

Kindergarten geschlossen

Entscheidend sei aber, dass zunächst einmal alle 20 Kinder, die zwei Erzieherinnen und sämtliche weiteren Kontaktpersonen ersten Grades in Quarantäne seien. Diesen Personenkreis werde man noch ein zweites Mal testen. Der Kindergarten bleibe bis auf Weiteres geschlossen.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Falls hatte das Gesundheitsamt die notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Entsprechend wurden die Kontaktpersonen ersten Grades des Kindes ermittelt und für diese jeweils eine Quarantäne angeordnet. „Die Quarantäne ist eines der wichtigsten Instrumente in der Bekämpfung der Pandemie. Denn so können wir sicherstellen, dass sich das Virus nicht unkontrolliert weiterverbreitet“, erklärte Teinert das Vorgehen.

Die Quarantäne gelte jedoch nicht für die Kontaktpersonen zweiten Grades. Somit können die Familienangehörigen der Kinder aus der Kindergartengruppe, abgesehen von der Familie des betroffenen Kindes, bis auf weiteres normal ihrem Alltag nachgehen.

Für diese gilt lediglich die Empfehlung, soziale Kontakte zu minimieren und die üblichen Hygieneregeln einzuhalten. Bei Symptomen sollten sich diese Kontaktpersonen allerdings an ihren behandelnden Arzt wenden.

Weitere Untersuchungen

Ebenso wurden am Freitagnachmittag weitere Untersuchungen mittels Abstrich eingeleitet. Getestet werden alle Kontaktpersonen ersten Grades, also Personen, die mehr als 15 Minuten direkten Kontakt zu dem Kind hatten.

Die Durchführung der Abstriche läuft über die Kassenärztliche Vereinigung. Diese werden während der Öffnungszeiten der Abstrichstelle in Waldhausen vorgenommen.

„Tests sind sehr wichtig, aber es ist in der Regel nicht notwendig, binnen weniger Stunden zu testen. Im Gegenteil: Oft ist es sogar so, dass das Virus noch gar nicht nachweisbar ist, wenn man zu früh testet“, erläuterte Dr. Teinert.

Genau aus diesem Grund hebe ein negativer Abstrich die Quarantäne nicht auf, denn die Menschen könnten jederzeit noch in den darauffolgenden Tagen erkranken. „Wir verstehen den Wunsch nach einem sofortigen Test. Dennoch ist dies nicht immer sinnvoll. Ein Test ist immer nur eine Momentaufnahme“, so Teinert.

Aufgrund vermehrter Anfragen hatte das Landratsamt das Bürgertelefon sowohl am Samstag als auch am Sonntag geschaltet. Dort standen geschulte Mitarbeiter insbesondere besorgten Angehörigen der Kinder zur Verfügung.