Höpfingen

An diesem Mittwoch Gottfried Berberich feiert in Waldstetten seinen 90. Geburtstag

Ein echter Macher, der sich in vielen Bereichen engagiert

Waldstetten.„Eigentlich müsste ich mit 90 entspannt am Tisch sitzen, aber das kann ich einfach nicht.“ Bis ins hohe Alter ein echter Macher und Visionär ist Gottfried Berberich, der über Jahrzehnte hinweg die Vereinslandschaft, die Kommunalpolitik und das kirchliche Leben seines Heimatdorfs mitgestaltete. An diesem Mittwoch feiert der bemerkenswert rüstige Senior seinen 90. Geburtstag.

Geboren am 15. Januar 1930 in Waldstetten, wuchs er mit zwei Schwestern auf. Der Schulbesuch fand durch den Krieg ein jähes Ende, wobei er zwischen 1944 und 1947 durch einen Elsässer Lehrer Unterricht erhielt.

Dem Einzug an die Front entkam er nur mit viel Glück: Als 1945 der Kriegsdienst drohte, war Mosbach bereits US-amerikanisch besetzt und Gottfried Berberich blieb in Waldstetten, wo er in der elterlichen Landwirtschaft arbeitete. 1960 heiratete er seine aus Steinbach stammende Frau Rita, mit der er vier Söhne und eine Tochter großzog; Sohn Hubert wohnt mit seiner Familie im gleichen Haus. „Die Besuche meiner Kinder und meiner sechs Enkel sind mein ganzes Glück“, freut sich der Jubilar. In der Freizeit stellt er sich nach wie vor in den Dienst der Allgemeinheit: So gehört er seit Jahrzehnten der Abteilungswehr Waldstetten an, die ihn 2017 zum Ehrenmitglied ernannte - zunächst als Gruppenführer, später als stellvertretender Kommandant und heute in der Alterswehr.

In den 80er-Jahren gründete er die inzwischen mit Bretzingen zur Forstbetriebsgemeinschaft Waldstetten-Erftal fusionierte Forstbetriebsgemeinschaft Waldstetten, deren Vorsitzender er über lange Jahre war. In den Anfangsjahren wurden von den Mitgliedern mehrere 10 000 Waldpflanzen gesetzt.

Auch als Kandidaten für den Pfarrgemeinderat der damals noch selbstständigen Pfarrei St. Justinus gesucht wurden, sagte er nicht Nein und gehörte dem Gremium für die Wahlperiode an, in der die Kirchenrenovierung mit Einbau der Heizung sowie der Neubau des Kindergartens St. Josef erfolgten. Über die Kirchenpolitik fand er schließlich den Weg in die Kommunalpolitik: So brachte er seine Ansichten und Kentnisse zwischen 1975 und 1989 in den Höpfinger Gemeinderat und von 1989 bis 1994 in den Ortschaftsrat Waldstettens mit ein. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag in der Land- und in der Fortswirtschaft.

Berberich gilt als Wegbereiter der beiden „Panoramawege“ am Brunnenbergrain, für die er detaillierte Pläne erstellte. Auch der „steile Panoramaweg“ zur Brunnenberghütte trägt seine Handschrift. Darüber hinaus erfüllte er der Waldstettener Jugend einen Herzenswunsch, indem er 1983 den Bau des Sportplatzes auf dem Brunnenberg vorantrieb.

Dass Berberich, der als einer der ersten Bewohner seines Heimatdorfs den Lkw-Führerschein besaß und als Aushilfsfahrer bei regionalen Unternehmen tätig war, auch im vorgerückten Alter die Arbeit nicht ausschlägt, beweist sein Engagement um den DSL-Anschluss. Mit über 500 Metern führt die Trasse der DSL-Leitung durch seinen Wald und durch seine Hofgrundstücke, die der Jubilar nicht nur kostenlos für die Technik zur Verfügung stellte. Er packte auch tatkräftig mit an und war der älteste Arbeiter jener Baustelle, die für ein bundesweites Medienecho sorgte. „Drei Fernsehteams und über zehn Printmedien waren bei uns zugegen.“

Seine gute Verfassung, die sich auch in wöchentlichen Schwimmbadbesuchen in Höpfingen und Walldürn äußert, lässt freilich eine Frage aufkommen: Gibt es ein Patentrezept für gesundes Altern? Gottfried Berberich formuliert sein Lebenselixier mit einem Schmunzeln: „Jeden Tag an die frische Luft gehen, gut essen und immer beschäftigt sein – das erfüllt!“, sagt er. Den zahlreichen Glück- und Segenswünschen reihen sich die FN gerne an. ad