Höpfingen

Familienbad Höpfingen Mittwochs finden Anfänger-, Jugend- und Rettungsschwimmausbildung, Ausbildertraining, Schnorchel- und Tauchertraining, Training des Einsatztrupps sowie Sportschwimmen statt

„Die Kinder sollen lernen, sicher und sauber zu schwimmen“

Archivartikel

Höpfingen.Seit knapp 19 Jahren lernt die 32-jährige Sandra Dörr Mädchen und Jungen das Schwimmen. Schon von Kindesbeinen an ist sie Mitglied in der DLRG-Ortsgruppe Höpfingen. Ihr Vater war viele Jahre Vorsitzender des Vereins. Aktuell hat Sandra Dörr die „Teamleitung Schwimmen“ inne.

Die FN wollten von ihr wissen, welche Schwimmunterricht-Kategorien es im Höpfinger Familienbad gibt und wie die Schwimmkurse aufgebaut sind. „Wir von der DLRG-Ortsgruppe Höpfingen bieten keine Schwimmkurse im allgemeinen Sinn an. Wir führen im Rahmen unserer Übungsabende mittwochs im Familienbad folgende Aktivitäten durch: Anfänger-, Jugend- und Rettungsschwimmausbildung, Ausbildertraining, Schnorchel- und Tauchertraining, Training des Einsatztrupps sowie Sportschwimmen.“

Die Anfängerschwimmausbildung erfolge nach dem Prinzip der Stationsausbildung. An jeder der vier Stationen gelte es, bestimmte Ziele zu erreichen, welche die Kinder nach individuellem Leistungsstand mal schneller und mal langsamer bewältigen würden. „Diese vier Einheiten, die Dauer richtet sich nach dem Können des Kindes, sind unserer Meinung erforderlich, um sich sicher im Wasser bewegen zu können.“ Am Ende dieser Ausbildung stehe dann das „Seepferdchen“.

Apropos Ausbildung: „Wie ist denn das Interesse generell, steigt die Nachfrage?“, wollten wir von Sandra Dörr wissen. „Für die Anfängerschwimmausbildung haben wir derzeit eine sehr lange Warteliste. Tendenz steigend. Wir bekommen teilweise schon Anmeldungen bei Geburt eines Kindes, um Zitat: ,auch tatsächlich einen Platz bei euch zu bekommen’. Oder viele Eltern melden ihre Kinder direkt nach unseren Baby- und Kleinkindschwimmkursen im Alter von zwei bis drei Jahren an, damit sie dann ,mit fünf Jahren auch wirklich an der Reihe’ sind.“

Enge Zusammenarbeit mit Eltern

Eine direkte Beteiligung der Eltern an der Schwimmausbildung sei nicht erforderlich. „Jedoch ist es unabdingbar, eng mit den Eltern zusammenzuarbeiten“, so Dörr. So wäre es beispielsweise wünschenswert, dass Eltern in schwierigen Phasen, wenn ein Kind nicht ganz so schnell vorankommt, motivierend im Hintergrund agieren und unser Ausbildungsprinzip und die Vorgehensweisen der Ausbilder unterstützen würden. „Unsere Erfahrungen zeigen außerdem, dass Kinder, deren Eltern zusätzlich zu unseren Übungsstunden mit ihren Kindern schwimmen gehen, schneller das Schwimmen erlernen.“

Ausbilder arbeiten ehrenamtlich

Wichtig zu erwähnen war es der 32-Jährigen, „dass alle unsere Ausbilder ehrenamtlich arbeiten. Das heißt, diese Jugendlichen und Erwachsenen investieren allwöchentlich ihre Freizeit, um den Kindern das Schwimmen beizubringen.“ Hinzu kämen natürlich auch regelmäßige Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

„Wir in Höpfingen legen Wert auf einen sauberen Stil, da dieser unserer Meinung nach unerlässlich für sicheres Schwimmen ist. Das bedeutet allerdings auch, dass eine Schwimmausbildung im Schnellverfahren, wie sie beispielsweise in der Stundenzahl begrenzten Schwimmkursen angeboten wird, nicht möglich ist. Bei uns sollen Kinder nicht lernen, sich notdürftig über Wasser zu halten, sondern sicher und sauber zu schwimmen.“

Dabei sei vor allem die korrekte Ausführung des Beinschlags von immenser Bedeutung. „Die vielen Erfolge auf Bezirksebene und nicht zuletzt der große Andrang in den Übungsstunden geben unserem Konzept damit Recht“.

„In welchen Schritten lernen Kinder das Schwimmen am besten?“, wollten wir von Sandra Dörr wissen. „Unser Prinzip der Stationenausbildung sieht folgendes Vorgehen beim Schwimmen lernen vor: Einer gezielten Wassergewöhnung schließt sich die Wasserbewältigung an. Auf Grundlage dessen kann danach eine bestimmte Schwimmtechnik, bei uns das Brustschwimmen, erlernt werden.“

„Nicht mehr selbstverständlich“

Dass Kinder heutzutage schwimmen lernen, sei leider nicht mehr selbstverständlich. „Umso mehr freut uns jedes bestandene ,Seepferdchen’. Denn auch in der DLRG-Ortsgruppe Höpfingen verkörpern wir das Vorhaben der DLRG: Jeder Nichtschwimmer ein Schwimmer – jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer“, so Dörr, und weiter: „Wir arbeiten natürlich in unserem engagierten Team daran, die Kinder und Jugendlichen nach dem Seepferdchen zum Jugendschwimmer sowie Junior Retter und anschließend möglicherweise sogar zum Rettungsschwimmer auszubilden.“

Lange Warteliste

Was sie interessierten Eltern empfiehlt? „Wie schon erwähnt, haben wir derzeit eine Warteliste, auf der wir neue Kinder gerne aufnehmen. Ein Ansprechpartner steht immer mittwochs während unserer Übungsstunden von 17 bis 20 Uhr im Familienbad Höpfingen bereit.“

Mitbringen müssten die Mädchen und Jungen eigentlich nur ihre Badesachen. Es fallen keine Kursgebühren an, lediglich der Jahresbeitrag bei der DLRG, eine einmalige Ausbildungspauschale und der Schwimmbadeintritt müssen entrichtet werden.