Höpfingen

Schönstatt-Bewegung Männertag in Waldstetten / Engagement der Nächstenliebe gefordert

„Christen müssen ihre Hand am Puls der Zeit haben“

Archivartikel

Waldstetten.Zu Beginn der Fastenzeit empfahl Pfarrer Josef Treutlein, der Wallfahrtsseelsorger vom „Käppele“ in Würzburg, den fast 60 Teilnehmern des „Tags der Männer“ im Schönstatt-Zentrum Mariengart Waldstetten glaubensmäßig neu durchzustarten und den „Glauben auch sichtbar zu machen“.

Ist das Fasten ein Handeln, das die Bindung zu Gott festigt? Ist es die Sehnsucht, die Hintergründe des Glaubens auszuloten und zu reflektieren? Oder ist es der Wunsch, sich neben den „Alltagsdingen“ auch mit Religion und Glauben intensiver zu beschäftigen?

Es waren wohl alle drei genannten Motive – in unterschiedlicher Stärke – bei den motivierten Teilnehmern vorhanden, die sie veranlassten, den „Besinnungstag“ aufzusuchen.

„Christen müssen ihre Hand am Puls der Zeit haben“, wie Pater Josef Kentenich, der Gründer der Schönstatt-Bewegung, oft betonte. Und sie müssten ihr „Herz bei Gott“ haben, was so viel bedeute, wie dass man auf die Stimme Gottes hören und sie in Entscheidungen mit einbinden müsse.

Der Gedankenlosigkeit, der Beziehungslosigkeit und der Mutlosigkeit müssten Christen das Engagement der Nächstenliebe entgegensetzen. Es sei erbauend und „stärkend“, wenn man lese und höre, wie eine 90-jährige Ordensfrau dargestellt hat, welche neuen Aufgaben sie in ihrem Leben anpacken will.

Ausgehend vom Glaubensbekenntnis: „Ich glaube an Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde“ zeige sich bei näherer Betrachtung, auch unter Einbeziehung der Evolutionslehre und deren Abläufe, die unglaubliche erfinderische Allmacht Gottes mit dem schlussendlichen Gedankengang nicht „wie“ sondern „dass“ Gott alles geschaffen hat.

Hinzu komme die Transzendenz, die zu dem führe, was über die menschliche Erkenntnisfähigkeit hinausgehe. „Ein Tropfen Wissen, mit der Einbildung alles zu wissen“ mache letztlich ungläubig. Aber ein großer Becher mit Wissen, in gläubiger Bescheidenheit umgesetzt, mache fromm. Die Frage, warum es alles gebe, werde von den Atheisten nicht gestellt. Von denen, die Gott verneinen, werde die Schöpfung durch Gott abgelehnt.

„Gott liebt seine Schöpfung“

Aber der, der nach der Ursache, dem Grund, frage und die Gottessignale verstehe und „höre“, der stoße auf Gott. Dort, wo man sich in Liebe und Freundlichkeit begegne, zeige sich Gott. Bei Abneigung und Bosheit entstehe nur Verbitterung und Ablehnung. Menschliche Größe und ein Signal Gottes sei: die Vergebung. Und man könne nicht alles mit „alles ist relativ“ entschuldigen oder kleinreden.

Gott liebe seine Schöpfung. Er sei einer, der mit seinem Schöpfungswerk verbunden sei. Und wer bete, begebe sich bewusst in Gottes Hand. Dem luftleeren Raum des Zeitgeistes müssten Christen entgegensetzen: Die inhaltstiefe Schönheit der christlichen Religion, bei der sich die Menschen bewegende Nächstenliebe und die tiefe Gnade Gottes zeige.

Im weiteren Verlauf des Referates ging Pfarrer Treutlein auch auf den synodalen Weg ein, der momentan im kirchlichen Bereich abläuft und der ein Dialog aller „auf Augenhöhe“ sein soll.

Wort Christi beachten

Die Bandbreite der Diskussion sei groß, und es sei verständlich, dass auch die Frauen in Zukunft in Entscheidungs-Positionen mit eingebunden werden sollen. Bei aller Diskussion gelte es, das Wort Christi zu beachten: „Wer der Größte sein will, der soll der Diener aller sein.“

Dass auch der äußere Rahmen der Tagung intakt und alles bestens organisiert war, einschließlich des Mittagessens und Kaffee mit Kuchen und Vesper, dafür hatte Schwester M. Elena Karle, die Hausleitung des Zentrums, die zum Auftakt auch alle Teilnehmer begrüßte, mit ihrem Helferteam wieder hervorragend gesorgt.