Höpfingen

FG „Stedemer Beesche“ Ordensfest fand in der Erftalstube in Hardheim statt / „Häuslebauer wäre do, doch die Bauplätze, die sind wo?“ lautet die Frage

Brandheißes Thema auf farbenfrohem Schmuckstück

Waldstetten.Landflucht ist für weitaus weniger junge Menschen ein Thema als oft angenommen: Gern würden viele ihrem Heimatdorf die Treue halten, wenn es Bauplätze gäbe. Dieses Thema verewigte die FG „Stedemer Beesche“ in ihrem von Sylvia Klotzbücher gestalteten, beim Ordensfest in der Hardheimer „Erftalstube“ am Freitag vorgestellten Jahresorden: „Häuslebauer wäre do, doch die Bauplätze, die sind wo?“, lautet die „Preisfrage“ der Kampagne. Aber ganz von vorn: Nachdem Präsidentin Tina Sieber mit dreifach-kräftigem „Beesche Helau“ den Abend eröffnet und das aus Ihrer Lieblichkeit Prinzessin Sabrina die Erste, die Blumen sprechen lässt (Grünwald) und Seiner Tollität Prinz Maximilian der Erste vum Gesbuggel obbe rechts (Haas) bestehende Prinzenpaar mit furiosem Einmarsch begrüßt worden war, präsentierte sich die von Kathrin Sauer und Sabrina Berberich trainierte Kindergarde in quirliger Bestform: Mit dem schwungvollen „Monster“-Tanz gewährten sie einen Vorgeschmack auf die Prunksitzung und freuten sich über reichen Beifall. Das galt auch für die Juniorengarde, deren unter Anika Sobotta und Marina Becker einstudierter Schautanz mit rasanten Bewegungen zu stimmungsvoller Musik Akzente setzte.

Traditionsgemäß mit „Beescheschlag“ wurde schließlich der Jugendelferrat um Jugendpräsident Marius Löffler vereidigt, ehe die Prinzengarde den Abend mit einem weiteren Tanz bereicherte: Trainiert von Melanie Böttcher und Dorothee Wagner, genoss das Publikum eine akrobatisch und tänzerisch höchsten Anforderungen genügende Show und selbstverständlich auch die frenetisch erjubelte Zugabe. Schließlich stellte Tina Sieber den Orden vor und erinnerte an das als Frage formulierte Motto „Häuslebauer wäre do, doch die Bauplätze, die sind wo?“. Hier wird auf ein „brandheißes Waldstettener Thema“ angespielt: Häufig verfolge die Jugend ein großes Interesse daran, sich vor Ort ein Eigenheim zu erbauen und die eigene Familie in ländlicher Idylle anzusiedeln, doch scheitere dieser Wunsch in der Regel an nicht vorhandenen Bauplätzen. Mit dem Orden verbunden ist ein eindeutiger Appell: „Man sollte doch dem Nachwuchs die Perspektiven bieten, wenn er sich seine Zukunft in der Heimatregion vorstellen kann“, bemerkte die Präsidentin und überreichte das farbenfrohe Schmuckstück, auf dem Häuser, Grünland und ein sich fragender „Beesche“-Akteur stilisiert werden, dem Prinzenpaar und allen Aktiven. Nicht nur angesichts der Freude über diesen aktuellen und würdigen Orden klang der Abend gemütlich aus.