Höpfingen

Gemeinderat Höpfingen Ingenieure stellten Pläne für das geplante Seniorenzentrum vor / Grünflächen sollen Gebäude verschönern / Gespräche mit Investor laufen

„Bau soll idealerweise noch 2019 starten“

75 Pflegeappartments, eine Cafeteria und 24 Stellplätze soll das geplante Seniorenzentrum in Höpfingen erhalten. Dem Entwurf des Bebauungsplans wurde zugestimmt.

Höpfingen. In nahezu voller Personalstärke setzte der neue Höpfinger Gemeinderat mit seiner am Montag im Sitzungssaal des Rathauses abgehaltenen Sitzung seine kommunalpolitische Arbeit fort. Die Agenda bestand aus eher wenigen, aber teils zeitintensiv besprochenen Tagesordnungspunkten. Nachdem Bürgermeister Adalbert Hauck vor allem die Neugewählten begrüßte, leitete zum ersten zentralen Thema des Abends über: dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan des Seniorenzentrums an der Ecke B 27/Bruno-Störzer-Weg. Die Planungen erfolgen nicht ohne Grund. „Der Seniorenreport des Neckar-Odenwald-Kreises attestierte Höpfingen einen mittelfristig aufkommenden Pflegebedarf von 30 bis 40 Plätzen“, betonte das Gemeindeoberhaupt.

Die beiden Ingenieure Knut Gramlich und Jürgen Glaser stellten das Zentrum vor, das auf einer Plangebietsgröße von 0,62 Hektar entstehen soll und 75 Pflegeapartments, eine Cafeteria sowie 24 Stellplätze umfasst. Das Gebäude wird „L-förmig“ dem Straßenzug folgen und dreistöckig ausgeführt werden. Damit nicht der Eindruck eines „Betonklotzes“ entstehe, werde gesteigerter Wert auf intensive Eingrünung der Fläche und sogar Dachbegrünung gelegt. Das Mischgebiet werde in ein Sondergebiet namens „Seniorenzentrum“ umgewandelt. „Es ist eng auf Altenpflegenutzung begrenzt“, informierte Glaser, der auch auf die hohe Priorität von Brandschutz hinwies und die Behördenbeteiligungen vorstellte. Grundsätzlich seien „statt Einschränkungen und Widersprüchen eher Ergänzungen“ eingetroffen.

Gutachten steht noch aus

Ein schalltechnisches Gutachten aufgrund der Nähe zur B 27 werde noch erstellt, was gegebenenfalls größere Schallschutzmaßnahmen nach sich ziehe. Der Naturpark Neckartal-Odenwald habe angeregt, die Streuobstbestände zu erhalten oder Ersatz zu schaffen. Seitens der Bürger seien keine Stellungnahmen eingegangen, wie Jürgen Glaser bekannt gab. Am Rande ließ er noch wissen, dass die maximale Gebäudehöhe um 0,5 Meter auf 374 Meter über Normalnull angehoben wird. „Hier geht es um mehr Spielraum, etwa bei der Höhe einzelner Geschosse“, begründete der Architekt.

Gemeinderat Andreas Fürst erkundigte sich nach den Ausgleichsflächen, immerhin hieß es, 16 Ar auszugleichen. Hier fragte er nach der Möglichkeit, den Investor (Berliner Geras-Pflegeheime GmbH; Bauträger ist die Schwetlick GmbH aus Offenburg) ins Boot zu nehmen, was Bürgermeister Hauck mit dem Hinweis auf „laufende Gespräche“ beantwortete. Ingenieur Jürgen Glaser erklärte, „dass solche Kosten durchaus vom Nutznießer getragen werden können“. Gemeinderat Josef König wollte wissen, inwieweit das Wasser aufgefangen werde. Hier brachte Glaser die Dachbegrünung ins Spiel, die als „starker Verzögerungsfaktor“ anzusehen sei. Auf die Frage von Gemeinderätin Ute König nach dem Baubeginn räumte Glaser ein, dass der Bauantrag fast fertiggestellt sei und man „nach erteilter Genehmigung so schnell wie möglich bauen will – idealerweise noch im Jahre 2019“. „Überrascht und erstaunt“ über die Dimensionen des Bebauungsplans zeigte sich Gemeinderat Thomas Greulich. Der Rathauschef konterte mit dem Hinweis auf „einen ganz normalen Rahmen“, während Jürgen Glaser und Knut Gramlich von „mehr zu beachtenden Themen beim Bau als noch vor zehn Jahren“ sprachen.

Bei zwei Enthaltungen folgte der Gemeinderat der Beschlussempfehlung, die eingegangenen Stellungnahmen zu billigen. Mit einer Enthaltung wurde auch der Entwurf des Bebauungsplans angenommen.