Heilbronn

Heilbronn/Franken Metallarbeitgeber fordern Entlastungen

Warnung vor Lohnerhöhung

Heilbronn.„Betriebe können in dieser dramatischen Situation keinen weiteren Anstieg der Arbeitskosten verkraften, Entlastungen sind dringend erforderlich“, sagt Karl Schäuble, Vorstandsvorsitzender der Südwestmetall-Bezirksgruppe Heilbronn/Region Franken.

Laut einer Pressemitteilung von Südwestmetall, der Interessenvertretung der tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, seien die Unternehmen in der Region angesichts von Wirtschaftseinbruch und Strukturwandel erheblich unter Druck. Statt eines weiteren Anstiegs der Arbeitskosten benötigten die Firmen Entlastung, sagte der Vorstandsvorsitzende der Südwestmetall-Bezirksgruppe Heilbronn/Region Franken, Karl Schäuble, am in Heilbronn anlässlich eines Pressegesprächs zur Tarifrunde.

Der Trend zur Digitalisierung und zum Umstieg auf alternative Antriebe mache in der Metall- und Elektroindustrie enorme Investitionen nötig, erläuterte Schäuble, der auch Geschäftsführer von „Illig Maschinenbau“ ist: „Die Corona-Pandemie hat diesen Strukturwandel noch beschleunigt. Die Unternehmen müssen diese Investitionen jetzt unter noch größerem Zeitdruck schultern, während ihnen gleichzeitig wegen der Wirtschaftskrise die Umsätze auf breiter Front wegbrechen. Da wirkt die Vier-Prozent-Forderung der IG Metall für die kommende Tarifrunde völlig aus der Zeit gefallen.“

Die Unternehmen mühten sich, auch in dieser schwierigen Zeit ihre Belegschaften möglichst an Bord zu halten, betonte Hans-Jörg Vollert, Vorstandsmitglied der Bezirksgruppe und geschäftsführender Gesellschafter von Vollert Anlagenbau. „Davon zeugt auch der hohe Einsatz von Kurzarbeit. Allerdings brauchen wir in dieser Situation auch die Unterstützung der IG Metall.“ Es müsse automatische Entlastungen vom Flächentarifvertrag für Firmen geben, die besonders von der Krise betroffen seien. „Der Tarifabschluss muss einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten, und nicht selbst zur Krise werden“, unterstrich Thomas Zaborowski, Senior Vice President Division Hardparts von Rheinmetall Automotive.

Die Gewerkschaftsforderung nach einer Vier-Tage-Woche mit teilweisem Lohnausgleich sei kein zielführender Lösungsansatz zur Beschäftigungssicherung, erklärte Rolf Kummer, Geschäftsführer der Armaturenfabrik Franz Schneider: „Denn das würde ja ebenfalls die Arbeitskosten weiter nach oben treiben. Und das können die Betriebe angesichts der gewaltigen Belastungen schlicht nicht verkraften. Die IG Metall muss mit uns vielmehr nach Lösungen suchen, wie wir zu Kostenerleichterungen kommen.“

Markus Schramek, Geschäftsführer der BEW-Umformtechnik, argumentierte, dass es „in guten Zeiten regelmäßig stattliche Lohnerhöhungen für die Mitarbeiter gegeben“ habe. In der Krise erwarte man nun aber, dass die Belegschaften dazu beitrügen, die Unternehmen kostenseitig zu entlasten. Mehrkosten durch Lohnerhöhungen würden zu einem geringeren Spielraum im Bereich der dringend benötigten Investitionen führen.

Schramek findet, dass es oberstes Ziel sein solle, Arbeitsplätze zu sichern und nicht individuelle Lohnerhöhungen durchzuboxen. „Klar ist doch: Wenn die Wirtschaft in den Keller fährt, kann es für die Löhne nicht im Aufzug nach oben gehen“, ergänzte Johannes Helmich, Geschäftsführer von „Kaco“. Norbert Prause, Personalleiter der von „Lauda Dr. R. Wobser“ betonte: „Beschäftigung sichern wir nur mit Erfolg am Markt. Dazu brauchen wir die besten Produkte, die Möglichkeit die hierfür notwendigen Investitionen vornehmen zu können, erstklassigen Service - und einen wettbewerbsfähigen Preis.“ pm