Heilbronn

Bündnis für Transformation Grundlagenpapier soll im März verabschiedet werden / Herausforderungen gemeinsam begegnen

Wandel in der Gesellschaft

Neckarsulm.Die sich aktuell vollziehende Veränderung in der Wirtschaft wird von Fachleuten als die umfassendste seit der Erfindung der Dampfmaschine eingeordnet, und sie kommt mit rasanter Geschwindigkeit und hoher Dynamik. Die Experten sind sich auch darüber einig, dass der Wandel in der Gesellschaft und Arbeitswelt nachhaltig verändern wird. Um den damit zusammenhängenden Herausforderungen gemeinsam zu begegnen, hat sich auf Anregung der Bürgerinitiative „pro Region Heilbronn-Franken“ vor einigen Wochen das Bündnis für Transformation in der Region Heilbronn-Franken gegründet.

Ziel dieses Bündnisses ist es, den beginnenden Transformationsprozess insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie, aber auch in der Automobilindustrie der gesamten Region zu begleiten und mit allen relevanten regionalen Akteuren zu unterstützen.

Handlungsbedarf

Die Bürgerinitiative sieht dringenden Handlungsbedarf, um die kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) bei der Lösung der Probleme in fast allen Bereichen des laufenden Transformationsprozesses zu unterstützen. Man will damit einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und der Arbeitsplatzsicherung leisten, wie die beiden Koordinatoren, der Neckarsulmer OB Steffen Hertwig und der stellvertretende Vorsitzende von „pro Region“, Dr. Rudolf Lutz, bei der Vorstellung eines Arbeitspapieres unterstrichen.

Gleichzeitig geht es den Verantwortlichen des neuen Bündnisses auch darum, dem Bürger deutlich zu machen, dass er in diesem Prozess nicht alleine gelassen werde. Daher stelle sich auch die Frage: „Wie nehmen wir die Menschen in unserer Region dabei mit?“

Das gelte für die Beschäftigten der großen Unternehmen, vor allem aber für die Mitarbeiter in den vielen kleinen und mittleren Unternehmen der Region, insbesondere in der Zulieferindustrie und im Maschinenbau.

Die Schwerpunkte der vier Handlungsfelder des Grundlagenpapieres, die vorrangig abgearbeitet werden sollen, sehen das Einwerben von Mitteln, die von Land, Bund oder der Europäischen Union in Programmen für diesen Transformationsprozess zur Verfügung gestellt werden. Daneben bilden die Unterstützung von Betrieben bei Qualifizierungsmaßnahmen für den Transformationsprozess, die stärkere Einbindung der Kommunen (Beratung in Wirtschaftsförderungsfragen) und die Mitarbeit bei der Gewinnung von Zukunftstechnologien für die Region die weiteren Handlungsfelder.

Neue IT-Schule

Als bedeutenden Zugewinn in dieser Richtung sieht Hertwig die kürzlich vertraglich festgeschriebene Ansiedlung der privaten, gemeinnützigen und gebührenfreien IT-Schule 42 aus Frankreich. Mit Unterstützung der Dieter Schwarz-Stiftung werde in Heilbronn der erste Standort in Deutschland eröffnet. Durch diese neue Schule will man vor allem den Fachkräftemangel im Bereich der Digitalisierung beseitigen.

Im Bündnis für Transformation sind bisher neben der Bürgerinitiative „pro Region“ die Südwestmetall, die Agenturen für Arbeit Heilbronn und Schwäbisch Hall/Tauberbischofsheim, die IG Metall Heilbronn-Neckarsulm, die IG Metall Tauberbischofsheim, die IG Metall Schwäbisch Hall, die Wirtschaftsförderung Raum Heilbronn GmbH, die IHK und die Handwerkskammer der Region.

Natürlich können sich weitere Interessenten, betriebliche Akteure und Verbände, die kommunale Seite und die Politik sowie staatliche Institutionen einbringen, um dieses zeitlich begrenzte regionale Bündnis zu unterstützen, wie OB Steffen Hertwig abschließend betonte.