Heilbronn

20 Jahre Bürgerinitiative "pro Region" Bei Festakt Zusammengehörigkeitsgefühl betont / Gemeinschaftsstand auf der Bundesgartenschau

Vorstellung von gemeinsamer Region

Künzelsau."Am Anfang stand eine Idee, von der wir nicht wussten, ob sie eine Eintagsfliege wird oder ob sie überlebt". So erinnerte sich Professor Dr. Reinhold Würth am Montagabend beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Bürgerinitiative "pro Region" an die Gründungsversammlung in der Neckarsulmer "Ballei", die er gemeinsam mit dem damaligen Gewerkschaftsfunktionär Frank Stroh initiierte. Heute habe sich die Vorstellung von einer gemeinsamen Region "etabliert".

Wir-Gefühl

"Der Stein, den wir damals ins Wasser geworfen haben, sollte ein Wir-Gefühl in der Bevölkerung wecken und einen Prozess auslösen, der sich durchaus über Jahrzehnte hinziehen kann", umschrieb Würth den möglichen Zeitrahmen. Einen weiteren Schritt in diese Richtung wünschen sich die beiden Gründerväter durch einen gemeinsamen Auftritt der vier regionalen Landkreise bei der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn.

Ein Wunsch, der offenbar in Erfüllung geht, denn wie die Fränkischen Nachrichten am Rande der Veranstaltung vom Tauberbischofsheimer Landrat Reinhard Frank und Handwerkskammerpräsident Ulrich Bopp erfuhren, werden sich auf jeden Fall die Landkreise Main-Tauber, Hohenlohe und Schwäbisch Hall zusammen mit der Wirtschaftsförderung Heilbronn-Franken und mit Unterstützung der Bürgerinitiative "pro Region" auf dem Stand der Handwerkskammer präsentieren. Die Zeit des Kirchturmsdenkens scheint offenbar überwunden. Die Feier des 20. Gründungstages Bürgerinitiative "pro Region Heilbronn-Franken" im neuen Carmen Würth Forum bot auch die passende Gelegenheit zum Rückblick auf bereits Erreichtes und zum Blick in die Zukunft. So bewertete Unternehmer Reinhold Würth den "Ist-Zustand" der Region sehr positiv. "Als ländlich orientierter Bürger" sah er die vielzitierten Nachteile des "flachen Landes" keineswegs so problematisch. Sein Unternehmen habe immer den nötigen qualifizierten Nachwuchs gefunden, und auch bei der Suche nach externen Experten und Fachkräften wird man offenbar schnell fündig, denn diese würden auch die Vorteile erkennen. Gleiches gilt für den Milliardär mit Blick auf die digitale Fortentwicklung der Region. "Die Welt ist zu einem Dorf auf Rufweite zusammengeschrumpft. So ganz hinter dem Mond leben wir hier auch nicht mehr", und er belegte dies mit Beispielen aus dem täglichen Geschäftsablauf seines Konzerns.

Der Vorsitzende von "pro Region", Jochen K. Kübler, betonte in seiner Bestandsaufnahme zuvor, dass sich die Region in den letzten 20 Jahren nicht nur in den Zentren erfolgreich entwickelt habe. Seit dem ersten Regionaltag in Öhringen, ein Jahr nach der Gründung, hätten Reinhold Würth und Frank Stroh wesentliche Impulse und viele Einzelprojekte angeschoben, und sie hätten auch dafür gesorgt, dass man in Stuttgart, Berlin und Brüssel auf die Region aufmerksam wurde. Auch Kübler erinnerte daran, dass die Verantwortlichen schon damals erkannten, dass die "Erfolgserlebnisse nicht sofort eintreten, sondern eher den Enkelkindern vorbehalten sein werden". Er dankte den beiden Initiatoren Reinhold Würth und Frank Stroh und zeichnete die Vereinsgründer mit der Goldenen Ehrennadel aus. "Eine einmalige Ehrung, die nur diese beiden Personen bekommen", so Kübler.

In einem Podiumsgespräch nahmen die Landräte Reinhard Frank (Main-Tauber-Kreis), Detlef Piepenburg (Heilbronn), Dr. Mathias Neth (Künzelsau), der stellvertretende Landrat aus Schwäbisch Hall, Michael Knaus und der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel zur Arbeit der Bürgerinitiative Stellung. Dabei kam zum Ausdruck, dass ein gewisses Kirchturmdenken von Landkreisgrenze zu Landkreisgrenze noch immer vorhanden sei, sich aber auch ein "sanftes Regionalbewusstsein" ausbreite. Einig waren sich die Redner darin, dass es gelte, die Kräfte zu bündeln, um im globalisierten Wettbewerb bestehen zu können. "Wir müssen deutlich sagen, wofür wir stehen und gemeinsam eine Antwort geben, denn wir stehen im harten Konkurrenzkampf mit anderen Regionen und dürfen nicht nachlassen", so der Heilbronner OB Harry Mergel.

Eine große Chance, um ihre Gemeinsamkeit zu demonstrieren und sich bundesweit zu empfehlen, hat die Region bei der kommenden Bundesgartenschau in zwei Jahren in Heilbronn. Dann wird sich zeigen, ob man sich an die gemeinsame Vision des Jubiläumsabends "Jedem sein Gutes und für alle das Beste" noch erinnert.