Heilbronn

IHK Heilbronn-Franken Mit 20 000 Euro dotierten Forschungstransferpreis an Unternehmen und Forscher aus der Region verliehen

Marktreife Technologie entwickelt

Heilbronn.Zum achten Mal verlieh die IHK Heilbronn-Franken den mit insgesamt 20 000 Euro dotierten Forschungstransferpreis an Unternehmen und Forscher aus der Region. Die Übergabe der Urkunden für die drei ausgezeichneten Kooperationsprojekte fand am Montagabend im Haus der Wirtschaft in Heilbronn statt.

Die Auszeichnungen gingen an drei herausragende angewandte Forschungsprojekte sowie gemeinsame Leistungen zum Technologie- und Wissenstransfer zwischen Unternehmen und Wissenschaft.

Die Auszeichnung soll noch mehr Anreize schaffen, dass sich Wirtschaft und Wissenschaft besser vernetzen, damit Wettbewerbsvorteile für die regionalen Unternehmen zum Tragen kommen, wie IHK-Präsident Professor Dr. Harald Unkelbach in seiner Ansprache betonte.

Selbstbewusstsein angebracht

Der heimische Mittelstand brauche sich mit seinen Ergebnissen auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung nicht zu verstecken. Die Hidden Champions der Region Heilbronn-Franken könnten ihre Ergebnisse durchaus selbstbewusst der Welt zeigen.

Der Forschungstransferpreis in Gold (10 000 Euro) ging in diesem Jahr an die Würth eiSos GmbH & Co.KG aus Waldenburg. In Kooperation mit dem Institut für Mikroproduktionstechnik der Leibniz-Universität Hannover wurde das Projekt „WLM – Fertigung von magnetischen Komponenten mit Halbleitertechnik“ erfolgreich umgesetzt.

Dr. Ing. Dragan Dinulovic von Würth und Dr. Ing Marc Wurz von der Uni Hannover haben eine Fertigungstechnologie zur Herstellung magnetischer Komponenten wie Spulen und Transformatoren in Halbleitertechnik entwickelt und zur Serienreife gebracht.

In dem eingereichten Projekt wurde eine dünnfilmtechnische Prozessfolge für die Fertigung von miniaturisierten induktiven Bauelementen entwickelt – in einer Größe von 1,8 x 0,8 Millimetern – und ist kleiner in hohen Stückzahlen und einem kostengünstigen Fertigungsverfahren möglich.

Kirsten Hirschmann, Mitglied der der Jury und IHK-Vizepräsidentin, gratulierte den Projektpartnern zu ihrem Erfolg und hob besonders die marktreife Technologieentwicklung und das wissenschaftliche Potenzial hervor. Die Auszeichnung nahmen Dr. Ing. Dragan Dunilovic und Dr. Ing. Marc Wurz aus den Händen von IHK-Präsident Professor Dr. Harald Unkelbach und Hauptgeschäftsführerin Elke Döring entgegen.

Indirektes Tiefdruckverfahren

Den mit 5000 Euro dotierten Silberpreis erhielten Elisabeth Warsitz von der Franz Binder GmbH & Co KG aus Bad Rappenau. Zusammen mit Dr. Ing. Edgar Dörrsam und Professor Dr. Klaus Hofmann wurde ein 3D-Druckverfahren für Elektronik erforscht und in die Anwendung gebracht, mit dem funktionale Schichten in einem indirekten Tiefdruckverfahren aufgebracht werden können.

Den zweiten Silberpreis erhielten Willi Zinnecker von der Voith SE & Co. KG aus Crailsheim und Professor Dr. Ing. Jürgen Ulm vom Institut für schnelle mechatronische Systeme am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn für das Projekt „Sensorlose Bewegungsdetektion bei Elektroantrieben“.

Harald Unkelbach, der auch der sechsköpfigen Jury angehört, die den Forschungstransferpreis zuerkennt, betrachtet die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft als unerlässlich. Zeige sie doch, wie Wettbewerbsvorteile durch Kooperationen entstehen können. Gerade kleine und mittlere Unternehmen profitieren enorm von der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, wenn es darum geht, durch ständige Innovationen ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und auszubauen, wie er betonte. Den Festvortrag zum Thema „Die Bedeutung von Innovation und Technologietransfer für den Mittelstand“ hielt der ehemalige Präsident der Steinbeis-Hochschule Berlin, Professor Dr. Johann Löhn. Vince Ebert, Wissenschaftskabarettist und Moderator der ARD-Sendung „Wissen vor acht“, führte sehr unterhaltsam durch die Veranstaltung.