Heilbronn

Fundstück aus Krautheim Souvenir für Gersts zweite Mission

Fossil reist ins Weltall

Künzelsau.Eine schöne Versteinerung, ein Ceratit, wird Alexander Gerst ins Weltall begleiten. Der ESA-Astronaut startet im April 2018 zu seiner zweiten Mission "Horizons", und als Souvenir wird ihm seine Heimatstadt Künzelsau ein Fossil mitgeben, das eine Jury unter 17 Einsendungen ausgewählt hat.

Bürgermeister Stefan Neumann hat im Rahmen der Eröffnung des Künzelsauer Stadtfestes das fossile Fundstück zum ersten Mal öffentlich präsentiert - um es gleich wieder aus der Hand zu geben. "Bei der ersten bemannten Mondlandung brachte der Astronaut Neil Armstrong Gesteinsproben vom Mond mit zurück auf die Erde. Nun geben wir unserem Astronauten Alexander Gerst "Gesteinsproben" aus unser Region mit auf seine nächste Weltraummission", so Bürgermeister Stefan Neumann. "Und mit diesem Souvenir schicken wir unsere guten Wünsche. Wir wünschen ihm viel Erfolg und, dass er gesund wieder zurückkommt."

Geschichte vom "Raumschiff Erde"

Volker Schmid, Missionsmanager beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), ist extra aus Bonn angereist, um das Souvenir in Empfang zu nehmen. Er wird dafür sorgen, dass der Ceratit mit Alexander Gerst in der Internationalen Raumstation ISS ankommt. Volker Schmid hat zusammen mit Fossilien-Spezialist Dr. Hans Hagdorn, Designer Peter Keilbach und Bürgermeister Stefan Neumann die eingereichten Fossilen gesichtet. "Das Fossil ist ein Stück Geschichte vom Raumschiff Erde. Dies fliegt nun auf ein anderes Raumschiff, die ISS, die die Erde in 90 Minuten einmal umrundet. Es zeigt, dass wir alle in einem Boot sitzen und, wie wichtig es ist, unser Raumschiff Erde zu erhalten. Da kann jeder Mensch etwas tun", erklärt der DLR-Missionsmanager.

243 Millionen Jahre alt

Stolz und glücklich, dass sein Fundstück ausgewählt wurde, ist Michael Hartinger aus Krautheim. Der Ceratit, den er in Crailsheim gefunden hat, stammt aus dem Muschelkalk des Jagsttals und ist 243 Millionen Jahre alt, so die Einschätzung des Spezialisten Dr. Hagdorn. Es ist der Rest eines längst ausgestorbenen Tintenfischs. Seine leere Perlmutterschale füllte sich mit Schlamm, der sich in den inneren Kammern absetzte. Nach Jahrtausenden löste sich die Schale auf und die zu Stein erhärtete Füllung ist als Fossil erhalten geblieben. Mit etwas Glück findet man solche Ceratiten in Bachklingen oder auf Baustellen. Der Fund Michael Hartingers ist ein "Ceratites robustus".

Am 11. August 2017 wird Alexander Gerst in Künzelsau erwartet. Er eröffnet die DLR-Ausstellung "Das neue Bild vom Nachbarn Mars" um 17 Uhr im neuen Carmen Würth Forum. Daraus machen Stadtverwaltung Künzelsau und die Adolf Würth GmbH & Co. ein Sommerfest und laden dazu ein.