Heilbronn

Audi Werke werden schrittweise komplett heruntergefahren / Auch der Standort Neckarsulm ist betroffen / Kurzarbeit angekündigt

„Die Gesundheit steht im Fokus“

Archivartikel

Neckarsulm.Die VW-Tochter Audi fährt ihre Werke bis Ende dieser Woche schrittweise komplett herunter (wir berichteten bereits kurz). Neben Ingolstadt, Belgien, Mexiko und Ungarn ist auch das Werk in Neckarsulm betroffen. Angesichts der deutlich verschlechterten Absatzlage und der sich abzeichnenden Unsicherheit der Teileversorgung der Werke „wird es an den meisten Standorten des Volkswagen-Konzerns zu Produktionsunterbrechungen kommen“, teilte Audi mit.

Produktions- und Logistikvorstand Peter Kössler sagte: „Die aktuelle Lage zwingt uns nun zu den angekündigten Maßnahmen und wird uns weiterhin viel Flexibilität und Solidarität abverlangen.“

Ab kommendem Montag solle die Produktion in diesen Werken stehen, denn das Coronavirus breite sich in Europa und vielen Ländern der Welt aus.

Der Schritt sei mit dem Betriebsrat und dem Volkswagen-Konzern abgestimmt. In den deutschen Audi-Fabriken arbeiten rund 60 000 Beschäftigte. Wegen der Coronakrise wurde auch die Jahrespressekonferenz ganz abgesagt.

Selbst der für Donnerstag als Notlösung geplante Webcast mit dem scheidenden Audi-Chef Bram Schot findet nicht statt: „Die Bewahrung der Gesundheit aller steht im Fokus: Wir ziehen daraus unsere Konsequenzen.“

Am Mittwoch Nachmittag kündigte Audi zudem für die Standorte Ingolstadt und Neckarsulm Kurzarbeit an. In beiden deutschen Werken stehen die Bänder ab nächster Woche still. „Die durch die Corona-Krise weltweit eingeschränkte Nachfragesituation und bevorstehende Lieferengpässe zwingen uns daher, den Antrag auf Kurzarbeit zu stellen“, sagte Produktions- und Logistikvorstand Peter Kössler am Mittwoch.

Vor allem Beschäftigte aus Produktion und Logistik sollten ab nächster Woche kurzarbeiten. Allerdings müsse an Prüfständen und der Zulassung neuer Modelle weitergearbeitet werden, damit es nach der Krise sofort weitergehe. Bei Teamarbeit dürfe nur die Hälfte der Mitarbeiter anwesend sein, um den Sicherheitsabstand von 1,50 Metern einzuhalten. Eltern mit Kindern und Pendler sollten möglichst mobil arbeiten. dpa