Hardheim

„WoMo-Konvoi“ 2018 zwischen Külsheim und Hardheim Erneuter Weltrekordversuch / Festzelt steht auf dem Standortübungsplatz Wolferstetten

Zweistündige Reisemobil-Parade

Rein zahlenmäßig ist der WoMo-Weltrekord bereits knapp eine Woche vor dem Versuch am 15. September geknackt.

Hardheim/Külsheim. 673 Reisemobile wären nötig, um den 2003 in Italien gefahrenen längsten bisher verzeichneten Wohnmobil-Konvoi der Welt zu übertrumpfen: 762 Anmeldungen lagen bis gestern Abend vor.

„Wir sind richtig stolz. Das war aber auch ein gutes Stück Arbeit“, freuen sich Gisela und Dieter Goldschmitt im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten.

Am Konzept des Events hat sich nichts geändert: Erwartet werden Wohnmobilisten aus ganz Deutschland sowie dem angrenzenden europäischen Ausland bis nach Skandinavien, Tschechien und Frankreich. „Obwohl sich neue und alte Teilnehmer die Waage halten, waren nicht wenige schon im August 2017 mit von der Partie und damals so begeistert von der Atmosphäre, dass sie heuer wieder zu uns kommen“, erklärt Dieter Goldschmitt. „Und mancher, der im vergangenen Jahr dabei sein wollte und vielleicht zeitliche Probleme hatte, kommt dann eben jetzt. Wieder andere wollten nun ein zweites Mal dabei sein, konnten es sich aber nicht einrichten.“

Gerade die Präsenz des Ehepaars Goldschmitt auf dem Düsseldorfer „Caravan-Salon“ als eine der größten Reisemobil-Fachmessen Europas habe weitere Kontakte ergeben. „Erstaunlich viele Besucher konnten mit dem Konvoi zunächst nichts anfangen, aber rund 80 Kontakte ergaben sich auch hier“, schildert der Reisemobilpionier.

Werbung für das C-Kennzeichen

Auch das Engagement für das „C-Kennzeichen“ kam gut an: „Unser diesbezügliches Engagement holte uns definitiv aus der ‚Spaß-Zone’ heraus, was auch den Konvoi als solchen seriöser wirken lässt. Die gefühlte Sympathie ist enorm“, macht Goldschmitt deutlich. Für das „C-Kennzeichen“ hofft er, dass der Schwung des Konvois auch diese Initiative weiter vorantreibt. Dass man das Grundkonzept nicht änderte, bedeutet aber auch eine Einschränkung auf reine Reisemobile. „Selbstausbauten etwa auf Unimog-Basis dürfen zwar ebenfalls mitfahren, werden aber von Guinness nicht gewertet. Die Kriterien sehen nur ‚factory made’-Fahrzeuge (Original-Werksausbauten) vor“.

Gespanne in Form von Auto-Wohnwagen-Kombinationen dürfen hingegen definitiv nicht mitfahren. Aus einem einfachen Grund, wie Gisela Goldschmitt informiert: „Zwar würden die Guinness-Regeln auch Gespanne erlauben, doch haben sie im Gegensatz zu Reisemobilen keine eigene Stromversorgung und würden spezielle Anschlüsse benötigen, die wir einfach nicht haben.“

Dafür wurde die im letzten Jahr aufgestellte Höchstlänge von zehn Metern pro Fahrzeug aufgehoben: „Wir haben in Wolferstetten erheblich mehr Raum als 2017 in Walldürn“, sagt Dieter Goldschmitt. So fährt mit dem 13,2 Meter langen und 26 Tonnen schweren „Helvetic One“ eines der größten, teuersten und luxuriösesten Reisemobile der Welt mit.

Wenngleich rund eine Woche vor dem großen Tag zahlreiche Termine und Einzelheiten noch koordiniert werden müssen – Dieter Goldschmitt spricht vom „Feintuning“ – macht sich eine gewisse Routine bemerkbar: „Unsere im letzten Jahr erworbenen Kenntnisse bilden das perfekte Fundament. So haben wir etwa erfahren, dass im letzten Jahr die fehlende Kommunikation unter den Fahrern diverse Probleme verursachte“, räumt Gisela Goldschmitt ein. Diese Erfahrung trug dazu bei, dass heuer ein UKW-Radiosender angemietet wurde: „Heuer wird ein eigenes Konvoi-Informationsprogramm produziert, das nicht nur im Umkreis von rund 20 Kilometern, sondern vor allem auf der Konvoistrecke in den Autoradios der Teilnehmer empfangbar ist“, informiert Dieter Goldschmitt.

Viele fleißige Helfer

Hier hilft ihm auch die Reservistenkameradschaft Walldürn, deren geballte Kompetenz in Sachen Konvoi-Logistik der Verkehrsleitung auf dem Standortübungsplatz zugutekommen wird. Dazu zählt auch eine Fahrerbesprechung unmittelbar vor dem Konvoi: „Dieses Briefing soll dabei helfen, Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen.“

Die Fahrzeuge werden voraussichtlich am Freitag ankommen und über Nacht auf dem Standortübungsplatz parken, ehe es am Samstagmorgen zur Aufstellung geht. Diese wurde bereits geprobt: „Tests ergaben, dass das ursprünglich angedachte schräge Einfahren nicht der richtige Weg ist. Wer sowieso schon angespannt ist und stundenlang wartete, macht hier eher einen Fehler als beim klassischen Start in einem Zug“, lässt Gisela Goldschmitt wissen. Auf die Zuschauer wartet eine rund zweistündige Reisemobil-Parade, wobei ein gewisses Zeitfenster auch für eine etwaige Wiederholung des Weltrekordversuchs freigehalten wird. „Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, fährt der Tross eben noch mal im Kreis“, so Dieter Goldschmitt. „Alles in allem soll es ein unvergesslicher Tag für uns alle werden.“

Das alles geht freilich nicht ohne Helfer: „Vor allem dem Gemeindeverwaltungsverband Hardheim-Walldürn, Landrat Dr. Achim Brötel, Bundestagsabgeordnetem Alois Gerig, Schirmherrin Maria Dhonau und natürlich der Bundeswehr mit Oberstleutnant Christoph Werle, den mindestens in Fraktionsstärke helfenden Freien Wählern aus Hardheim und Höpfingen sowie den Reservisten und allen Helfern und Vereinen sind wir unendlich dankbar“, betonen die Goldschmitts.

Und weil Dieter Goldschmitt immer gut für ein Extra ist, blickt er bereits in die Zukunft: „Für 2019 ist primär die Neuauflage der Reisemobilwallfahrt angedacht. Und wenn es mit dem Konvoi nicht klappen sollte, werden wir irgendeinen Weltrekord schon in die Region holen.“