Hardheim

Kirchliche Sozialstation Hardheim-Höpfingen-Walldürn Rück- und Ausblick im Rahmen der Mitgliederversammlung / Ehrungen auf der Tagesordnung

„Zuhause pflegen, helfen und beraten“ lautet das Leitmotto

Archivartikel

Hardheim.„Zuhause pflegen, helfen und beraten“: So lautet das Leitmotto der kirchlichen Sozialstation Hardheim-Höpfingen-Walldürn, in deren Mitgliederversammlung am Dienstag im Pfarrheim in Hardheim auch Ehrungen durchgeführt wurden.

Vorsitzender Bernhard Berberich begann nach kurzer Einführung mit dem Bericht des Vorstands, in dem er auf vier Sitzungen des Gesamtvorstands hinwies und sich ausführlich dem früheren „Menü-Service“ widmete, der nun mit zehn Mitarbeitern und über 100 Kunden als „Frische-Mobil-Service“ firmiert und seine Einführungsphase gut abgeschlossen habe.

Trotz guter Akzeptanz – 2019 stiegen die Auslieferungen der Menüs um fünf Prozent an – sei eine volle Kostendeckung aber nicht zuletzt durch die stark angestiegenen Kosten vorläufig nicht zu erwarten.

Zukunftsfähigkeit erhalten

In selber Höhe stiegen die Umsätze der Ambulanten Pflege, wobei der Personalaufwand der größte Aufwandsfaktor sei: „Gewisse Engpässe in Pflege und Betreuung sind nicht zu leugnen“, hielt Berberich fest. Auf der anderen Seite durchläuft Irina Ebert die Ausbildung zur Case-Managerin, während Pflegelehrer Ralf Bundschuh peu à peu auch kaufmännische Aufgaben übernimmt und die Ausbildung zum staatlich anerkannten Sozialfachmanager absolvierte.

„Die Erhaltung der Zukunftsfähigkeit ist ein wichtiges Thema“, konstatierte Berberich und dankte allen Mitarbeitern: „Durch ihr Tun tragen sie zum guten Ruf der Sozialstation bei“, freute er sich und übergab das Wort an Pflegedienstleiterin Martina Weimann.

Ihr Bericht wurde von Zahlen dominiert: So wurden im Schnitt 620 Personen ambulant versorgt; insgesamt konnten 2018 mehr als 102 000 Einsätze verzeichnet werden. Dazu kamen 805 Pflegeberatungeinsätze bei Pflegegeldempfängern; in der Kinderkrankenpflege wurden sieben Kinder versorgt. „Die Tendenz steigt“, erklärte Weimann.

In der hauswirtschaftlichen Versorgung arbeiten derzeit acht Mitarbeiter mit fünf Touren an Werktagen und einer Wochenendstour; weiter werden 50 Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz – darunter Demenzpatienten – von sechs Fachkräften betreut.

Die Tagespflege im Walldürner „Haus der offenen Tür“ besuchen derzeit 53 Gäste; pro Tag sind durchschnittlich 18 Personen anwesend, die von 19 Mitarbeitern betreut werden. Der Fuhrpark umfasst 34 Fahrzeuge, die zusammen 491 000 Kilometer zurücklegten.

Regelmäßig wird an Fortbildungsmaßnahmen teilgenommen. Seit zwölf Jahren wird im Altenpflegebereich ausgebildet. Aktuell sind drei Auszubildende im Dienst; eine Person leistet ihren Bundesfreiwilligendienst ab. „Auch Praktika sind nach Absprache jederzeit möglich“, stellte Martina Weimann klar und verkündete nicht ohne Stolz, dass der ambulante Dienst und die Tagespflege auch heuer von den Pflegekassen sehr gute Noten erhielt.

Schließlich stellte Vorsitzender Berberich die Jahresrechnung 2018 und den Bericht der Jahresabschlussprüfung vor, um auch die Entwicklung der Personalkosten und Pflegeerträge im Zeitraum zwischen 1996 und 2019 zu präsentieren – aktuell sei ein Saldo von 294 000 Euro festzustellen.

Das Jahresergebnis für 2018 liegt bei 38 362 Euro inklusive den Mitgliedsbeiträgen der Trägerpfarreien, die im Anschluss weiterhin einstimmig auf 1,55 Euro festgelegt wurden.

Die Jahresplanung 2019 umfasst Erträge in Höhe von 2 866 200 Euro (Summe ordentlicher und außerordentlicher Erträge) und Aufwände über 2 885 400 Euro (Summe ordentlicher und außerordentlicher Leistungen), um von den Delegierten einstimmig angenommen zu werden. Reine „Formsachen“ waren die Genehmigung der Jahresrechnung sowie die Entlastung des Vorstands, die Hardheims Bürgermeister-Stellvertreter Eric Bachmann mit dem Lob für die „umfangreiche Hilfe seit über 40 Jahren zum Wohle des Menschen“ verband.

„Segensreiche Einrichtung“

Ein Grußwort seitens des Caritasverbands Neckar-Odenwald-Kreis sprach Pfarrer Werner Bier, der ein Plädoyer zum Fortbestand der segensreichen Sozialstation ablieferte.

Bernhard Berberich dankte für die gute Zusammenarbeit und bezeichnete 2019 in seiner vorläufigen Rückschau auf das Geschäftsjahr als „Jahr der Umstrukturierungen auf vielen Ebenen“, in dem durch Engpässe bei der Gewinnung von Fachpersonal gewisse Wachstumsgrenzen erreicht und zugleich organisatorische Maßnahmen getroffen wurden, um die bisher schon routinierten Arbeitsabläufe weiter zu verbessern.

Geehrt wurden im Anschluss Gabi Otto, Gerlinde Braun und Andrea Kujus, Jana Hartmann, Ute Diehl (jeweils zehn Jahre), Gerlinde Keller, Christiane Hirt, Andrea Böhrer (jeweils 15 Jahre), Jutta Hefner, Sandra Rohmann, Andrea Wüst (jeweils 20 Jahre) sowie Christel Braun (25 Jahre), denen Bernhard Berberich und Pflegedienstleiterin Martina Weimann nebst Stellvertreterin Heidi Sack mit Präsenten gratulierten.