Hardheim

Leserbrief Zu „Menschen müssen sich ändern“ und den Beiträgen „Windkraft auf dem Welscheberg“

„Waldflächen sollten Waldflächen bleiben“

Archivartikel

In dem Beitrag „Menschen müssen sich ändern“ berichtet der Forstamtsleiter des Landkreises, Herr Hellmann, über den Zustand der Wälder. Die Trockenheit 2018 und die Hitze in 2018 und 2019 haben zu großen Schäden im Wald geführt.

Große Fichtenbestände mussten daher gefällt werden und stehen somit nicht mehr als CO2-Speicher und CO2-Senker zur Verfügung.

Insgesamt gingen laut Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner in kurzer Zeit durch Käferbefall, Brände und Stürme 110 000 Hektar Waldfläche in Deutschland verloren, weitere Flächen werden folgen. Nun fordert sie eine halbe Milliarde Euro zur Wiederaufforstung.

Unverantwortlich ist daher, dass zu diesen Einschnitten noch weitere Waldflächen für weitgehend nutzlose Windkraftanlagen wegfallen sollen, ca. 10 000 m2 pro Windrad. Sei es Hainstadt „Welscheberg“ oder Hardheim „Kornberg“. Würden beide Projekte wie geplant verwirklicht werden, wäre dies allein im Altkreis Buchen eine für immer vernichtete Waldfläche von ca. 100 000 m2! „Grüner Strom“ erzeugt durch Rodung und Wegfall von CO2-Speichern ist dann doch nicht mehr so „grün“ wie es auf den ersten Blick scheint!

Problematisch wären zudem durch die Rodung entstehende Lücken und neue „Waldränder“. Der Wald in seiner Funktion als Einheit wäre erheblich beeinträchtigt.

Stürmen werden weitere Angriffspunkte geboten, und die Sonne verbrennt die nicht an die Randlage gewöhnten Bäume. Zu sehen derzeit in Gerichtstetten an den dortigen WKA.

Regelmäßig wird die Bevölkerung hinters Licht geführt mit der Behauptung, eine Windkraftanlage versorge hunderte Haushalte mit Strom. Keiner erwähnt aber, wie weit Industrie, Infrastruktur, Bahn und so weiter mit solchen „Stromhäppchen“ kommen würden.

Immer nur wird von der hohen „Nenn“-leistung einer Anlage gesprochen, selten von der eigentlichen „Effektiv“-leistung, die nur ein Bruchteil davon beträgt.

Forscher haben vor kurzem errechnet, wie hoch die Effektivleistung bei Wind- und Dunkelflauten in den Wintermonaten in Wirklichkeit ist: Alle Windkraft- und Solaranlagen in Deutschland zusammengefasst könnten in diesen Zeiten wegen fehlender Speichermöglichkeiten nur zwei bis drei Prozent der benötigten Strommenge bereitstellen!

Und das bei mittlerweile ca. 30 000 Windkraftanlagen in Deutschland!

Mit diesen Fakten ist auch die weitläufige Meinung zur Stromversorgung: „Irgendwo dreht sich immer ein Windrad“, entkräftet.

Fangen wir mit dem Naturschutz vor unserer Haustüre an!

Waldflächen sollten daher Waldflächen bleiben und nicht für Windkraftanlagen mit zweifelhaftem Nutzen geopfert werden!“