Hardheim

Verein Mühlenradweg Erftal Von der „größten Verzögerung“ bis zur offiziellen Beschilderung / Rückblick des Vorsitzenden Manfred Böhrer (Teil 2)

Vorfreude auf Lückenschluss zwischen Erfeld und Gerichtstetten

Archivartikel

Hardheim.Als Interessengemeinschaft gegründet, feiert der Verein „Mühlenradweg Erftal“ sein zehnjähriges Bestehen. Der rührige Vorsitzende Manfred Böhrer hat die vergangenen Jahre Revue passieren lassen. Nachdem die FN in einem ersten Teil bereits über die Anfänge berichtet haben, folgt nun Teil 2:

„Unterstützung erhielt die IG Mühlenradweg Erftal aus Bayern durch Briefe an den Baden-Württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann von der ehemaligen Bundestagsabgeordneten, Heidi Wright/SPD am 10. September 2011, durch den Vorsitzenden des ADFC Aschaffenburg/Miltenberg, Manfred Röllinghoff, mit Schreiben vom 16. Dezember 2011 und den ehemaligen Landrat von Miltenberg, Roland Schwing/CSU, mit Schreiben vom 12. August 2012.

Nachdem Ende Oktober 2012 bereits mit dem ersten Bauabschnitt von der Steinemühle bis zum Bücholdswiesensee begonnen wurde, kam es immer wieder zu Verzögerungen zwischen den einzelnen Bauabschnitten. In weiteren Abschnitten wurde der Radweg dann bis zur Lindenmühle und im Anschluss bis zur ZTN, sowie von der ZTN bis zur Breitenau ausgebaut.

Die größte Verzögerung bis zur Realisierung und auch Herausforderung für die Verantwortlichen des Straßenbauamtes gab es dann bis zum Einbau einer vorgefertigten Stahlbaubrücke bei der ZTN.

Nachdem die lang ersehnte Brücke am Abend des 19. Dezember 2014 unter weihnachtlicher Beleuchtung und polizeilicher Begleitung des Schwertransportes durch Hardheim transportiert wurde, konnte das Herzstück bereits am nächsten Tag als Verbindungsglied über die Erfa eingebaut werden.

Durchgängigkeit gewährleistet

In der Folge wurde dann noch der Ausbau des letzten Teilstückes von der Breitenau bis zur bayrischen Landesgrenze durch die Gemeinde Hardheim realisiert. Somit konnte die Durchgängigkeit des Radweges zum bayrischen Nachbarland dann bis Ende Juli 2015, zum Ferienbeginn gewährleistet werden.

Nachdem zwischenzeitlich alles am Laufen war und der „Mühlenradweg Erftal“, wie er von den Mitgliedern der IG Mühlenradweg Erftal genannt wurde, kurz vor der Realisierung stand, wurde im Hardheimer Gemeinderat am 17. März 2014 nach einem offiziellen Namen für den Radweg beraten. Der bisherige, von den Mitgliedern der Interessengemeinschaft gewünschte Name „Mühlenradweg Erftal“ wurde auf Vorschlag der Verwaltung vom Gemeinderat verworfen und als offizielle Namensgebung entschloss sich der Gemeinderat für die Bezeichnung „Erftal-Mühlen-Radweg“. Als am 25. August 2015 nach der Öffnung des Erftal-Mühlen-Radweges die Sommer-Radeltour von Verkehrsminister Winfried Hermann durch das Erftal führte, war die langersehnte Durchgängigkeit des Erftal-Mühlen-Radweges in Richtung Miltenberg zwar besiegelt, jedoch ließ die Wegbeschaffenheit noch zu wünschen übrig. So ließ die Gemeinde Hardheim in eigener Zuständigkeit mit 50 prozentiger Bezuschussung durch den Landkreis und 25-prozentiger Bezuschussung durch das Land, im Mai/Juni 2016 von Hardheim bis zur Lindenmühle eine Spritzdecke aufbringen, die zu einer erheblichen Verbesserung des Radwegbelages führte.

Besonders erwähnt sei in diesem Zusammenhang auch die Bereitschaft einiger Protagonisten, die im Falle der Ablehnung des Landeszuschusses für den von der Gemeinde aufzubringenden Anteil von 31 500 Euro bürgten, um die Maßnahme noch zum Beginn der Radsaison 2016 realisieren zu können. Die Zuschusszusage durch das Regierungspräsidium Karlsruhe erfolgte dann im August 2016.

Die offizielle Beschilderung, nachdem zuvor von der IG zweckmäßigerweise provisorische Hinweisschilder angebracht wurden, vervollständigte die Radwegverbindung von Hardheim bis zur bayrischen Landesgrenze.

Da die Gemeinde Eichenbühl den Radweg von bayrischer Seite kurz zuvor bereits fertiggestellt hatte, war die durchgehende Radwegverbindung von Hardheim bis zum Main nach Bürgstadt/Miltenberg somit sichergestellt. Weiter sorgte die Gemeinde mit der Projektgruppe Freizeit, Urlaub, Fremdenverkehr für die Ausgestaltung mit Unterständen beim Bücholdswiesensee und Haselwehr, sowie der Arbeitskreis Denkmalpflege mit Bänken und Infotafeln bei der Lindenmühle für eine Aufwertung des landschaftlich idyllisch gelegenen Radweges.

Im Zusammenhang mit der offiziellen Einweihung des Erftal-Mühlen-Radweges, die am Freitag, 5. Mai 2017 bei der Wohlfahrtsmühle stattfand, veranstaltete die IG Mühlenradweg Erftal zusammen mit dem Sportfischerverein Erftal, unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Hardheim, in diesem Rahmen, am Sonntag, 7. Mai 2017, ein Fest für die Öffentlichkeit, insbesondere für Fahrradfahrer und Wanderer. Zur musikalischen Unterhaltung trug die Blaskapelle des Musikvereins Eichenkranz Eichenbühl bei.

Vernetzung

Nachdem der Erftal-Mühlen-Radweg nun von Hardheim bis Miltenberg durchgehend ausgebaut ist, besteht eine Vernetzung mit den Radwegen im Main- und Taubertal, sowie dem Grünkernradweg, so dass zu wünschen bleibt, dass viele Fahrradfahrer den landschaftlich schönen und idyllischen Radweg in Ihre Tourenplanungen mit einbeziehen. Erfreulich ist auch, dass die am 16. November 2020 von der Gemeinde Hardheim vergebenen Arbeiten für den etwa einen Kilometer langen Lückenschluss zwischen Erfeld und Gerichtstetten im April 2021 beginnen sollen, so dass voraussichtlich schon 2021 eine durchgängige Befahrung entlang der Erfa, von der Mündung bis zur Quelle, abseits der verkehrsreichen Landesstraße möglich ist.“