Hardheim

Gebetswachegruppe Kolpingwerk Odenwald-Tauber Herbsttreffen in Steinbach / Gottesdienst mit Stadtpfarrer Pater Joachim Seraphin

Veränderungen gestalten, statt teilnahmslos zusehen

Archivartikel

Steinbach.Einen eindrucksvollen Nachmittag erlebten die Männer der Gebetswachegruppe Kolpingwerk Odenwald-Tauber zusammen mit ihren Frauen beim Herbsttreffen im Külsheimer Stadtteil Steinbach. Als Gäste nahmen erstmals die Männer der Gebetswachegruppe Tauberbischofsheim-Külsheim und deren Frauen teil.

Bei einer Führung durch den Ort gab zunächst Jürgen Goldschmitt Einblicke in die Steinbacher Geschichte und stellte die von den Bürgern des Ortes geschaffene und gepflegte Freizeitanlage vor. Von diesem Platz ging es zu Fuß zur Kirche St. Peter und Paul, vor der sich die Teilnehmer zum Gruppenbild aufstellten. In der Kirche begrüßte Obmann Robert Lutz die Teilnehmer. Stellvertretend wurden die Männer, die mehr als 20 Mal an der Gebetswache auf dem Lindenberg teilgenommen haben, besonders begrüßt. Namentlich erwähnt wurden Franz Dilger und seine Frau aus St. Peter, die trotz weiter Anreise zum Treffen gekommen waren.

Wertvolle Stütze

Dem langjährigen Gebetsmann Manfred Richter dankte Lutz für die am Ort vorgenommene Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung des Treffens. Eine wertvolle Stütze der Männer zur Teilnahme an der Gebetswache seien die Frauen, weshalb sie bei den Herbsttreffen stets willkommen sind und einfach dazugehören.

Lutz ging auch auf die derzeitigen aktuellen Themen in der Kirche und im Kirchenvolk ein: Er zitierte aus einem Tageszeitungskommentar, in welchem dem katholischen Kirchenvolk der Übertritt in die altkatholische Kirche empfohlen wird, in der die Gleichstellung von Frauen und Männern kein Thema ist, der Zölibat und das Unfehlbarkeitsdiktum des Papstes abgelehnt werden. Der Übertritt in die altkatholische Kirche werde quasi als eine Alternative zu Rom unverblümt empfohlen, ohne die Kirche verlassen zu müssen. „Eine Empfehlung, die jeglicher Grundlage entbehrt“, so Lutz.

Als weitere zum Nachdenken auffordernde Begebenheit erwähnte er einen Vorfall beim diesjährigen Marsch für das Leben in Berlin, bei dem die mehr als 8000 friedlich teilnehmen Menschen von 800 Polizisten vor störenden Demonstranten geschützt werden mussten. „Da fehlen einfach die Worte, die jedoch nicht so hingenommen werden dürfen“, so Lutz.

Positiv sei einzustufen, dass sich laut einer Studie immer mehr junge Menschen am traditionellen Familienbild orientieren. Bei allen Turbulenzen, die zur Zeit auf politischer und kirchlicher Ebene zu lesen und zu hören sind, sei es wichtig, dass man nicht teilnahmslos zusieht, sondern sich mutig einbringt, damit alles was an Änderungen angedacht sei, auch der Kirche und den Menschen zum Segen gereicht.

Nach dem Rosenkranzgebet folgte die Eucharistiefeier mit Stadtpfarrer Pater Joachim Seraphin, dem Leiter der katholischen Kirchengemeinde Külsheim-Bronnbach. In seiner Ansprache hob er die Bedeutung vertrauensvoller Gebete hervor. Beispielhaft verwies er auf das Gebet zahlreicher Männer während der seinerzeitigen Reise von Bundeskanzler Konrad Adenauer nach Moskau zur Freilassung der deutschen Gefangenen.

Feierliche Note

„Der Erfolg kam somit nicht von ungefähr“, sagte Seraphin. Dass sich daraus die Gebetswache der Männer auf dem Lindenberg ergeben habe und bis zum heutigen Tag das Jahr hindurch von nahezu 1000 Männer getragen werde, könne nicht hoch genug gelobt und eingestuft werden. Wer zu Gott bete, dürfe ihn um alles bitten und zuversichtlich sein, dass seine Bitte erhört wird und der himmlische Vater sein Ohr nicht vor ihm verschließt. Pater Joachim sprach den Wunsch aus, dass sich immer genügend Männer aus der Erzdiözese und der Region der Gebetswache anschließen.

Nach dem Gottesdienst dankte Obmann Robert Lutz Pater Joachim für dessen Bereitschaft mit der Gruppe die Eucharistie zu feiern sowie der Organistin und den Ministranten, die allesamt an einem ganz gewöhnlichen Werktag durch ihr Mitwirken dem Gottesdienst eine feierliche Note verliehen haben.

Der gemütliche Abschluss fand im Steinbacher Gasthaus „Rose“ statt. ad