Hardheim

Im „Grünen Baum“ in Schweinberg Gesprächsabend des Ortsbauernverbands und der Nabu-Ortsgruppe Hardheim / Volksbegehren „Rettet die Bienen“ thematisiert

Über hohen Wert der Artenvielfalt debattiert

Schweinberg.„Es müssen Lösungen gefunden, statt nur gesucht werden“: Was Schweinbergs Ortsvorsteher Dieter Elbert am Freitag in seinem Grußwort betonte, charakterisiert den im „Grünen Baum“ abgehaltenen Gesprächsabend des Ortsbauernverbands und der Nabu-Ortsgruppe Hardheim gut. In kommunikativer Atmosphäre wurde über den hohen Wert dere Artenvielfalt debattiert.

Nach kurzen Begrüßungsworten durch Friedbert Stolz (Ortsbauernverband), Ortsvorsteher Elbert und Bernhard Heß (Nabu) wurde das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ thematisiert. Stolz ging auf das „Eckpunktepapier“ zur Artenvielfalt ein, das auch die Wirkung der Schutzgebiete hinterfragt. Den geforderten Ausbau ökologischer Landwirtschaft jedoch könne man „nur dann erreichen, wenn die Verbraucher das essen, was sie versprechen“, mahnte er an und erinnerte an die Aufforderung, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren.

Auf Informationen zur Absicherung im Falle des Ausbruchs der afrikanischen Schweinepest und staatliche Entschädigungen folgte die eigentliche Diskussion. Bernhard Heß erinnerte hier an das „Wellen schlagende Volksbegehren“, dessen „Wert“ aber angesichts zahlreicher unmittelbar vor Ort nutzbarer und daher zunächst in Augenschein zu nehmender Möglichkeiten geschmälert werde.

So erinnerte er an das Laubertal, wo Futterpflanzen für Insekten durch alljährliche Abholzungsmaßnahmen „zerstört“ werden und sprach von einem „Totschlag von Schmetterlingen“. Gleichsam fragte er, ob die Natur in erster Linie schön auszusehen oder doch eher Tieren Lebensraum bieten solle.

„Eine Parklandschaft in einem Naturschutzgebiet kann jedoch nicht ernsthaft angestrebt werden“, hielt Heß fest und prangerte diverse EU-Vorgaben an. So könne es kein Zustand sein, wenn durch gestrichene Förderungsmittel jemand bestraft wird, der zugunsten der Natur handelt und sich nicht an Rodungsvorschriften hält.

„Was die Europäische Union diktiert, beschleunigt ungewollt den Artenschwund“, konstatierte er am Beispiel von auf diese Weise bereits ausgerotteten Populationen. Bezogen auf das unmittelbare Umfeld rund um Hardheim führte er zerstörte Habitate von Rebhühnern, Kiebitzen und Neuntötern auf.

So habe man auf der Wacholderheide bei Bretzingen, ein gerade im Frühling und Sommer beliebtes, zu Fuß erreichbares Ausflugsziel ganzer Familie, in früheren Zeiten Rebhühner „in Hülle und Fülle“ beobachten können.

Willibald Mohr berief sich auf Schafbeweidung: „Sie kann Natur und damit die Heimat erhalten“, schilderte er. Dem stimmte Heß zu, erinnerte jedoch an auch hier rigide greifende und nicht notwendigerweise der Situation entgegen kommende Vorschriften.

Thematisiert wurden auch die nicht unumstrittenen Maßnahmen zur Flurbereinigung. „Nicht selten wurden Landschaften ‚bereinigt’ im Sinne von ‚ausgeräumt’“, ließ Heß wissen und bezeichnete den Aufbau ähnlich strukturierter Biotopvernetzungskonzepte als „Zucht von Papiertigern“.

Nach dem trotz kritischer Themen sehr sachlich geführten Gedankenaustausch rief Friedbert Stolz die Bauern und Jäger dazu auf, in fortlaufendem Kontakt zu bleiben; Dieter Elbert ermutigte zum Ausloten von Überschneidungspunkten zur Zusammenarbeit im Sinne der Natur.