Hardheim

Offizielle Amtseinführung Militärpfarrer Bernhard Schaber-Laudien ist für die Carl-Schurz-Kaserne in Hardheim und die Walldürner Nibelungen-Kaserne verantwortlich

Tiefer Glaube als Rüstzeug für Seelsorge

Militärpfarrer Bernhard Schaber-Laudien ist am Donnerstag offiziell in sein Amt eingeführt worden. Der Geistliche kümmert sich künftig um die beiden Kasernen in Hardheim und Walldürn.

Hardheim/Walldürn. So stimmungsvoll wie andächtig verlief am Donnerstag die Amtseinführung von Militärpfarrer Bernhard Schaber-Laudien, der bereits zum 1. Oktober 2019 seinen Dienst als Leiter des evangelischen Militärpfarramts in der Carl-Schurz-Kaserne angetreten hat. Gleichsam übernimmt er die Betreuung der Walldürner Nibelungen-Kaserne.

Durch den in der evangelischen Kirche zelebrierten Festgottesdienst führte der leitende Münchner Militärdekan Ralf Zielinski, nachdem der evangelische Militärbischof Dr. Sigurd Rink (Berlin) krankheitsbedingt absagen musste. „Wir haben doppelten Anlass zur Freude“, betonte er im Hinblick auf die Einführung Pfarrer Schaber-Laudiens und die auf den Umzug des Panzerbataillons 363 erfolgende Neueinrichtung des Militärpfarramts in Hardheim. Er überreichte Schaber-Laudien die Einführungsurkunde, Pfarrer Markus Keller führte als „Hausherr“ durch das Psalmgebet.

Erfahrungen in der Jugendarbeit

In seiner gefühlvollen Einführungsansprache verwies Dekan Zielinski auf die Vita des im Schwarzwald aufgewachsenen Schaber-Laudien. „Aus seinem Dasein als Gemeindepfarrer brach er auf, um den Dienst als Pfarrer unter Soldaten auszuüben“, schilderte er und attestierte ihm viele Talente. So kämen ihm seine in der Jugendarbeit gesammelten Erfahrungen sicher insbesondere in der Arbeit mit jungen Soldaten entgegen, während seine „gediegenen Kenntnisse“ aus der Zeit als Gemeindepfarrer vor allem bei administrativen Amtsvorgängen dienlich einsetzbar seien.

„Profiliert und erfahren“

„Die Soldaten werden mit Ihnen einen profilierten und erfahrenen Seelsorger an ihrer Seite haben“, wandte Zielinski sich an Schaber-Laudien und ließ wissen, dass gerade die seelsorgerische Arbeit im Bereich des Militärs manche Herausforderung in sich trage. So stehen viele Soldaten vor großen Aufgaben bis hin zu Auslandseinsätzen, was wiederum eine besondere Art der Seelsorge bedinge. Obgleich die Soldaten nicht selten mit traurigen Anlässen oder Gewalt konfrontiert werden, diene die Bundeswehr der Friedenssicherung. Für diesen Bereich priesterlichen Wirkens qualifiziere sich Bernhard Schaber-Laudien insbesondere durch seine tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben. „Er spendet Mut zum Leben und vermittelt den Wert des durch diesen Mut stark gemachten Lebens“, charakterisierte Zielinski den Geistlichen, der sich anschließend mit seiner durchaus zu Herzen gehenden Predigt an die Besucher wandte.

Seine Ausführungen errichtete er auf dem Fundament der als „Leuchtzeichen und Wege“ anzusehenden Herrnhuter Tageslosungen. „Die Losungen sind kein Orakel, können jedoch Tag für Tag Mut und Kraft spenden“, betonte Schaber-Laudien und bezeichnete die Losungen als Einstimmung auf neue Wege, zumal das Leben immer wieder Überraschungen parat halte. „Wenn Wege geebnet werden, werden wir sie gehen – und gute Wege dauern länger, werden aber intensiver erlebt“, erklärte er. Gekonnt verband er seine Predigt mit dem Alltag in den Kasernen und bezog sein persönliches Ziel des eingeschlagenen neuen Wegs auf unzählige anregende Begegnungen in Hardheim und Walldürn. Gleichsam dankte er allen Wegbegleitern und für den Gottesdienst Militärpfarrer Rüdiger Glufke (Cham), der die Orgel spielte und damit an seine Lehrstelle zurückgekehrt war: Ursprünglich hatte er bei der Hardheimer Orgelmanufaktur Vleugels den Beruf des Orgelbauers erlernt.

Auf die Fürbitten und den Segen folgte der Empfang in der Carl-Schurz-Kaserne, den wiederum Militärdekan Zielinski eröffnete. Mit kurzen Grußworten hießen Oberstleutnant Alexander Brundisch, Bürgermeister Volker Rohm und die in Walldürn wirkende katholische Pastoralassistentin Monika Hansmann Bernhard Schaber-Laudien im Erftal willkommen.