Hardheim

Jubiläumskonzert in Hardheim 50 Jahre Vleugels-Orgel im Erftaldom / Daniel Gárdonyi spielte unter anderem eine neue Komposition seines Vaters Zsolt Gárdonyi

„Ständchen“ der Extraklasse zum Geburtstag

Dem großen Anlass gerecht wurde am Sonntag das außerordentlich gut besuchte Jubiläumskonzert zum Geburtstag der 1968 erbauten Vleugels-Orgel im Erftaldom im vergangenen Jahr.

Hardheim. Ein Höhepunkt des ersten Orgelkonzertes in diesem Jahr in Hardheim war die Weltpremiere des von Hans-Georg Vleugels anlässlich des Jubiläums in Auftrag gegebenen und von Professor Zsolt Gárdonyi komponierte Stück „Lift High The Cross“. Die Orgel spielte dessen Sohn Daniel Gárdonyi .

Bevor die „Königin der Instrumente“ erklang, wies Bernhard Berberich seitens des Freundeskreises „Erftaldomorgel“ auf die interessante Geschichte der Hardheimer Kirchenorgeln hin. Kurz stellte sich auch der „Maestro“ selbst dem Publikum vor. Zum „Einstieg“ in das Programm kamen alle Freunde des Johann Sebastian Bach auf ihre Kosten: Präludium und Fuge (BWV 552) wussten mit kraftvollen Akkorden zu gefallen. Hier konnte man auch die Augen schließen, um den anspruchsvollen, melodisch breitspurigen Kompositionen zu folgen. Etwas zurückhaltender präsentierte sich dabei die Fuge, die gleichsam bis zum Schlusspunkt überzeugte.

Nahezu familiäre Züge nahm das Konzert mit den drei Choralbearbeitungen nach Zoltán Gárdonyi (1906 bis 1986), dem Großvater des jungen Organisten, an.

Das Präludium zu „Eine feste Burg“ von Martin Luther sowie die getragen arrangierten Adaptionen der finnischen Weise „Dein milder Blick, Herr Jesu“ und dem in Noten verpackten Credo „Der Herr ist meine Zuversicht“ schufen eine Klangwelt besonderen Charakters, wenngleich die Stücke kaum unterschiedlicher hätten sein können. Aber gerade das ist bekanntlich das Schöne an der Musik: Kein Werk gleicht dem anderen.

So schlug Daniel Gàrdonyi hernach ganz andere Töne an und nahm die Zuhörer mit zu einer Welturaufführung. „Lift High The Cross“ lautet der Name jener von Zsolt Gárdonyi komponierten Hymne, die sich als Hommage an zwei bedeutsame Hardheimer Jubiläen des Jahres 2019 versteht: Sowohl das 125-jährige Bestehen des Erftaldoms als auch der 50. Geburtstag der Vleugels-Orgel wurden hier vertont. Und zwar musikalisch auf hohem Niveau: An das sphärische Intro reihen sich mystisch-markante Passagen, die bis zum donnernden Finale ein „Geburtstagsständchen“ der Extraklasse darstellen.

Weiter ging es mit drei feinen Choralbearbeitungen nach Lutherliedern. Auf die fantasievoll ausgeschmückte Improvisation auf Basis des Weihnachtsklassikers „Vom Himmel hoch“ folgten die andächtige Meditation „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort“ sowie die etwas schwermütige Ode an „Eine feste Burg“. Bei Letzterer konnte die Orgel ihren besonderen Kontrast zwischen hohen und tiefen Tönen voll zum Ausdruck bringen.

Zum Ende der künstlerisch sehr hochwertigen „Abendmelodie“ brillierte Daniel Gárdonyi mit „Prelude, Fuge und Variation“ nach dem in Lüttich geborenen Komponisten César Franck (1822-1890), ehe „Fantasie und Fuge über B-A-C-H“ an das Schaffen von Franz Liszt (1811-1886) sowie einmal mehr die Bach-Familie erinnerten. Nicht nur hierfür und das zur Begeisterung des Publikums als Zugabe nochmals angespielte Stück „Lift High The Cross“ wurden die beiden Gárdonyis mit reichem Applaus belohnt. Es war einfach ein ausgezeichneter Abend, für den sich auch Bernhard Berberich zum Abschluss bei allen Besuchern bedankte.