Hardheim

Arbeitskreis „Denkmalpflege“ Mitglieder trafen sich zur gemeinsamen Begehung des Friedhofs mit Bürgermeister Volker Rohm, Bauamtsleiterin Denise Schenkel sowie Nico Beyer

„Sensibler Bereich, in dem die Arbeiten mit Bedacht angegangen werden müssen“

Archivartikel

Hardheim.Eine gemeinsame Begehung des Friedhofs zwischen Bürgermeisteramt und dem Arbeitskreis „Denkmalpflege“ hat dessen Sprecher Helmut Berberich angeregt. Zum Termin konnte er seitens der Gemeinde Bürgermeister Volker Rohm, Bauamtsleiterin Denise Schenkel und Nico Beyer, von seinem Arbeitskreis Traudel Hohmann und Bernhard Löffler sowie vom Museumsverein Erfatal dessen stellvertretende Vorsitzende Irmela Günther und Geschäftsführer Lars Günther begrüßen.

Der Arbeitskreis „Denkmalpflege“ hatte ein Grundkonzept erarbeitet. Mit dessen Handreichung wurden die markanten Punkte im Friedhof besprochen.

Ziel war es, so waren sich sowohl Bürgermeister Rohm als auch Berberich einig, den Mitarbeitern vom Gemeindebauhof Anleitungen und Planungen an die Hand zu geben, wie die Friedhofsgestaltung verwirklicht werden soll. „Wir haben einen Investitionsstau, den wir angehen müssen“, so Volker Rohm, „aber wir müssen es aus finanziellen Zwängen und aus organisatorischen Gründen in Abschnitten machen.“

An der Friedhofsmauer gleich im Eingangsbereich von der Riedstraße her gebe es bereits einen Sanierungsbedarf, um das historische Mauerwerk nicht nur zu erhalten, sondern auch gegen Verfall und Unfälle abzusichern. Der Arbeitskreis hatte Anregungen erarbeitet, wie man die Anlage um das Kriegerdenkmal sowie die Kriegsgräber aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg um gestalten könne.

Das Areal um das Missionskreuz war die nächste Station, wo sich in diesem und im nächsten Bereich viele aufgelassene Grabstätten befinden. Sie optisch zusammenzufassen, einen Platz der Besinnung und Ruhe zu integrieren, galten die folgenden Überlegungen.

Volker Rohm fasste die Eindrücke und die Planungen in diesem ältesten Friedhofsbereich zusammen: „Ein Friedhof ist ein sehr sensibler Bereich, und hier gilt es die Arbeiten mit Bedacht anzugehen.“

Der Blick über den ganzen Friedhof, so bemängelten die Teilnehmer der Begehung, werde durch die große Anzahl von Thuja-Bäumen beherrscht, die mittlerweile eine Größe erreicht hätten, die sowohl die Standfestigkeit der nebenliegenden Grabstätten wie den Gesamtüberblick beeinträchtigen würden. Würde man sie alle entfernen, stelle sich die Frage, was danach komme. Also sei nur eine Kompromisslösung möglich.

Das gelte auch für den Efeubewuchs. Die radikale Entfernung würde voraussichtlich die Standfestigkeit der Mauern beeinträchtigen. „Und neue Mauern werden teuer“, rechnete Bürgermeister Rohm vor. Die Entfernung des Grabdenkmals des „Priestergrabes“ und dessen dringende Wiedererrichtung als geschütztes Denkmal sowie der Efeuüberwuchs über die Gedenktafel der ersten Friedhoferweiterung, der Erhalt markanter Grabdenkmäler aus verschiedenen Kunstepochen waren Punkte im Friedhof, an denen sich die Teilnehmer an der Begehung Gedanken machten und Lösungsvorschläge suchten.

Der letzte Punkt des rund zweistündigen Rundgangs war die neu angelegte Stätte mit drei Steinen als Erinnerung an die polnischen Kriegsgefangenen, wovon einer im Zweiten Weltkrieg, der andere bei der Besetzung Hardheims in 1945 und der letzte zwei Jahre später an einer Infektion in Hardheim verstarben. hs