Hardheim

Am 3. November Messe zu Ehren des Heiligen Hubertus wird nach einigen Jahren Pause nun wieder im „Erftaldom“ in Hardheim gefeiert

Schöne Tradition wird wiederbelebt

Archivartikel

Hardheim.Über Jahre hinweg wurde im Rhythmus von zwei Jahren in Hardheim oder in der Wohlfahrtsmühle bei Hardheim eine Hubertusmesse zelebriert, die von den „Jagdhornfreunden Erftal“ musikalisch begleitet wurde.

In diesem Jahr wird diese schöne Tradition in Hardheim wiederbelebt. Am Sonntag, 3. November, findet im „Erftaldom“ in Hardheim eine Messe zu Ehren des Heiligen Hubert um 10.30 Uhr statt.

Hierzu spielen das Odenwälder Parforcehorn- und Waldhorn-Ensemble und die Bläsergruppe „Hubertus Erftal Bretzingen“ konzertante Jagdhornmusik verschiedener Stilrichtungen. Die Messe wird vom Leiter der Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen im Madonnenland, Pfarrer Andreas Rapp, zelebriert.

Im deutschsprachigen Gebiet wird am 3. November der „Hubertustag“ gefeiert. Er geht zurück auf den Heiligen Hubert von Lüttich, welcher um 655 geboren wurde und am 30. Mai 727 in Tervueren bei Lüttich (Belgien) starb. Daher wird sein Gedenktag außerhalb des deutschsprachigen Raumes am 30. Mai gefeiert. Sein Name bedeutet „der durch Verstand glänzende“ und ist abgeleitet aus dem Althochdeutschen.

Seit dem 10. Jahrhundert ist die Verehrung des Heiligen Hubert stark verbreitet. In Belgien und Umgebung zählt er noch heute zu den bedeutendsten Heiligen. Im 15. Jahrhundert wurde sogar ein Ritterorden nach ihm benannt.

Brot, Salz und Wasser geweiht

Der überlieferten Tradition nach werden am Hubertustag Brot, Salz und Wasser geweiht. Der Verzehr soll vor Tollwut, Hunde- und Schlangenbissen schützen. Im Französischen heißt die Tollwut auch „Hubertus-Krankheit“. Ein weiterer, gerade hier im ländlichen Raum verbreiteter Brauch, sind die Hubertusmessen, bei denen die Jäger mit ihren „Jagd-Hörnern“ die musikalische Gestaltung der Heiligen Messe übernehmen.

Mehrere Legenden

Mehrere Legenden gehen auf den Heiligen Hubertus zurück, der sich nach dem Tod seines Vaters und seiner Frau im Jahr 695 als Einsiedler in die Ardennen zurückzog und später zum Oberhaupt des Bistums Tongern-Maastrich gewählt wurde.

Er verlegte seinen Bischofsitz nach Lüttich und baute zu Ehren seines Vorgängers, Bischof Lambert, eine Kathedrale. Wegen seiner intensiven Bemühungen um die Christianisierung der unwegsamen Ardennen wurde ihm der Ehrentitel „Apostel der Ardennen“ verliehen. Er ist der Patron der Stadt Augsburg, des Bistums Lüttich und der Region Ardennen. Er ist der Schutzheilige der Jäger, Förster, Drechsler, Futteralmacher, Gießer, Kürschner, Metallarbeiter, Metzger und Optiker. Er wird angerufen gegen Tollwut, Hunde- und Schlangenbiss und gegen Irrsinn.

Seit dem 15. Jahrhundert wird mit dem Heiligen Hubert die Legende vom heiligen Hirsch verknüpft. Einer dieser Legenden nach war Hubert am Karfreitag zur Jagd gezogen, obwohl seine Gattin ihn anflehte, am Todestag des Herrn nicht zu jagen und den Feiertag zu halten.

Er verfolgte einen prächtigen Hirsch und wollte gerade den Bolzen seiner Armbrust lösen, als im Geweih des Hirsches ein strahlendes Kreuz erschien. Eine klagende Stimme ertönte und sprach zu Hubert: „Hubertus, ich erlöste dich und dennoch verfolgst du mich!“

Hubert erbebte und flehte inniglich zu Gott und bat um Erbarmen. Daraufhin baute er sich eine Hütte aus Baumzweigen und führte in der Stille und Einsamkeit des Waldes ein bußfertiges Leben.

„Die Legenden um den Heiligen Hubertus stehen nicht im Widerspruch zur Jagd, sondern prangern die Maßlosigkeit, die Lust und die blinde Jagdleidenschaft an“, so der Rektor der Patres der Heiligen Familie in Kloster Bronnbach, Pater Joachim Rzesnitzek.

Vielmehr zeigen diese Legenden den Auftrag Gottes an die Jäger zur Erfüllung und Bewahrung der Gottesschöpfung, gerade im ländlichen und von der Landwirtschaft geprägten Raum.