Hardheim

Jahreshauptversammlung Forstbetriebsgemeinschaft Waldstetten-Erftal tagte

Schäden durch Borkenkäfer

Waldstetten.Rückblick und Ausblick verban die in der Waldstettener Turnhalle abgehaltene Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Waldstetten-Erftal, die von Gerhard Münch seitens des Vorstandsteams eingeleitet und von Robert Müller moderiert wurde.

Auf das Totengedenken folgte der Abschlussbericht 2018 mit Zwischenbericht zum laufenden Jahr. Während das vergangene Jahr als „Trockensommer und Katastrophe für den Wald“ in die Annalen eingehe, habe man 2019 trotz höherer Niederschlagsmengen starke Schäden durch den Borkenkäferbefall festgestellt.

„Die Nachwirkungen sind noch von Hitze und Dürre gekennzeichnet“, merkte Müller an und verkündete einen leicht auf derzeit 262 Personen angestiegenen Mitgliederstand. Von 27 Mitgliedern wurden 170 Hektar Wald bewirtschaftet und 782 Festmeter Holz eingeschlagen. „Die Einschlagmenge wird sich gegenüber dem letzten Jahr erhöhen“, prognostizierte Robert Müller und ließ wissen, dass 2590 Waldpflanzen bestellt wurden – mehrheitlich Douglasien und Nordmanntannen.

Ferner waren drei Holzspalter im Einsatz, um 561 Ster Holz und damit 30 Prozent mehr als 2018 zu spalten. Weiterhin wurden 1350 Liter Sonderkraftstoff an 59 Mitglieder verkauft; 177,5 Liter Bio-Kettenöl ging an 21 Mitglieder. Ebenso wurden 123 Schutzhüllen und 327 Schutznetze ausgegeben. Die von 23 Mitgliedern entliehene Trommelsäge verzeichnete 130 Betriebsstunden, wobei die Sauberkeit bei der Rückgabe und der Umgang mit dem Gerät „nicht immer Vorbildfunktion haben“, wie Müller anmahnte. Selten im Einsatz waren die beiden Akku-Hochentaster.

Zahlreiche Aktivitäten

Die Aufzählung der Aktivitäten umfasste den Holzerntelehrgang, den Seilwinden-TÜV und den Ausflug nach Offenburg. Danach übergab Robert Müller das Wort an Geschäftsführer Jürgen Kilian, der die Einnahmen und Ausgaben auf einen Nenner brachte; die Rechnungsprüfer Johann Wellie und Andreas Fürst bescheinigten saubere Buchführungen und leiteten zur Entlastung über. Einstimmig angenommen wurden schließlich zwei Satzungsänderungen, die Tobias Klotzbücher vorstellte. Zum einen wurden die Weichen für ein gleichberechtigtes, dreiköpfiges Vorstandsteam gestellt, zum anderen fügte man die Datenschutzrichtlinie ein.

Nach der Pause referierte H. Schnatterbeck von der „Forstliche Vereinigung Odenwald-Bauland“ über die aktuelle Holzmarktlage, die wegen Sturmschäden und massivem Käferholzanfall von erheblichem Preisverfall gekennzeichnet sei. Die Vereinigung musste im letzten Jahr für 400 000 Festmeter Holz aus dem Gebiet Heidelberg-Miltenberg-Schwäbisch Hall einen Käufer finden, was bei überschwemmtem Holzmarkt nicht einfach sei.

Noch kein Nachfolger

Oberforstrat Jörg Puchta stellte die Neuorganisation der Forstverwaltung vor. Vieles bleibe beim Alten: die Beratung der Privatwaldbesitzer durch den Förster bleibt kostenfrei und die weitere Betreuung bei der Holzaufnahme werde nach tatsächlichem Zeitaufwand in Rechnung gestellt. Auf Nachfrage durch einen Waldbesitzer teilte der Forstbetriebsleiter mit, dass für Revierleiter Klaus Hanke noch kein Nachfolger bestimmt sei. Der Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft schlug vor, die aktiven Holzmacher mit 2,5 statt bisher drei Prozent Verwaltungsaufwand zu entlasten und dafür den allgemeinen Mitgliedsbeitrag auf acht Euro anzuheben. Dem folgte die Versammlung. ad