Hardheim

Krankenhausverband Hardheim-Walldürn Verbandsversammlung verabschiedet Wirtschaftsplan / Verwaltungsleiter geht im April in den Ruhestand / Rohm: Erweiterungsbau „Krönung dieser langen Ära“

Positives Signal für die Zukunft des Hauses gesetzt

Archivartikel

Hardheim/Walldürn.Obgleich die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen immer schwieriger werden, setzt der Krankenhausverband Hardheim-Walldürn mit dem gelungenen Umbau und dem Wirtschaftsplan 2020, der am Dienstagabend in der Verbandsversammlung im Refektorium des Hardheimer Krankenhauses verabschiedet wurde, ein positives Signal für die Zukunft des Hauses.

Mit viel Lob aufgenommen wurde die im laufenden Jahr abgeschlossene Erweiterung des Krankenhauses, obwohl die Baumaßnahme den Krankenhausverband, insbesondere aber die Gemeinde Hardheim, finanziell stark belastet.

Gesamtkosten: 4,3 Millionen Euro

4,3 Millionen Euro wurden in die Verbesserung der Patientenunterbringung und die Erweiterung der Praxen sowie des OP-Bereichs investiert.

Hintergrund ist die deutliche Zunahme der endoprothetischen Operationen sowie die stark gestiegene Zahl an Patientenkontakten in den Belegarztpraxen, die zudem in den vergangenen Jahren neue Ärzte gewinnen konnten.

Der Zeitplan des aufwändigen Um- und Erweiterungsbau konnte – auch aufgrund des milden Winters – eingehalten werden, so dass der komplette OP-Bereich nach nur zehn Schließtagen Anfang Februar wieder in Betrieb genommen werden konnte.

Neue Bereiche

In den folgenden Wochen wurden sukzessive auch alle anderen neu geschaffenen Bereiche beispielsweise der internistischen Praxis, Intensivstation oder Bettenbereich genutzt.

Bei einem „Tag der offenen Tür machte“ sich die Bevölkerung Ende Juni ein Bild über die gelungene Maßnahme.

Den Gesamtkosten von rund 4,3 Millionen Euro stehen bislang knapp 1,5 Millionen Euro Landesförderung gegenüber. Weitere Zuschüsse für den Abschnitts „OP-Erweiterung und Bettenaufzug“ und für die Brandschutzmaßnahmen werden noch erwartet.

Anschließend ging es um die Eckdaten des einstimmig genehmigten Wirtschaftsplans. Das Volumen des Erfolgsplanes sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von jeweils 7,9 Millionen Euro vor (Vorjahr: 9,6 Millionen).

Die mit Abstand größten Aufwendungen sind, wie auch im Vorjahr, die Personalkosten. Diese betragen voraussichtlich 4,2 Millionen Euro (3,9 Millionen). Einsparungen in diesem Bereich seien trotz der aktuellen politischen Debatte über Mindestbesetzungen nicht vorgesehen, betonte Verwaltungsleiter Ludwig Schön: „Personalreduzierungen führen definitiv zu Qualitätseinbußen und würden den Patienten und letztendlich auch dem Krankenhaus auf Dauer mehr schaden als nützen“.

Der Stellenplan weist 66,9 Stellen (Vorjahr: 64,9) aus. Tatsächlich sind jedoch auf Grund unterschiedlicher Arbeitsmodelle mehr als 100 Personen am Krankenhaus beschäftigt.

Hinzu kommen weitere Arbeitsplätze in den angegliederten Arztpraxen und dem extern vergebenen Reinigungsdienst. Auf der Erlösseite wird aus allgemeinen Krankenhausleistungen mit Beträgen von voraussichtlich 5,82 Millionen Euro (5,63 Millionen) gerechnet. Die Erträge aus der Betriebsumlage der Verbandsmitglieder sind wie in den Vorjahren mit 312 000 Euro veranschlagt.

Bürgermeister Volker Rohm als Verbandsvorsitzender reflektierte ein „nicht nur dank des lange erwarteten Neubaus ereignisreiches Jahr“ und betonte, dass die Anforderungen einer guten wohnortnahen Versorgung als erfüllt betrachtet werden können.

Dennoch sei man als kommunales Krankenhaus „trotz zugesagter Förderung und Finanzhilfe an die Grenzen gestoßen“, was vor allem auf die unglücklichen politischen Rahmenbedingungen zurückzuführen sei. „Wir werden aber auch weiterhin alles für den Fortbestand unseres Hauses geben“, versprach Rohm. Weiterhin erinnerte er an den beruflichen Abschied Ludwig Schöns: Der Verwaltungsleiter wird zum 1. April in den Ruhestand gehen; als Nachfolger übernimmt Lothar Beger das Regiment.

Gemeinsam Schiff auf Kurs halten

Rohm dankte allen Aktiven und konstatierte, dass man nur gemeinsam das Schiff auf Kurs halten könne. „Ludwig Schön hat unser Krankenhaus weit über das gemeinhin zu erwartende Maß zu seinem Krankenhaus gemacht und unzählige Ideen, Pläne und Entscheidungen mitgebracht“, stellte Rohm hervor und bezeichnete den Erweiterungsbau als „Krönung dieser langen Ära“. Nur die Baustelle „Geriatrie-Erweiterung“ müsse er nun seinem Nachfolger überlassen.

In der Rubrik „Verschiedenes“ erinnerte der Verbandsvorsitzende an das segensreiche Wirken des Freundes- und Förderkreises „Unser Krankenhaus“, der bereits 115.000 von zugesagten 200.000 Euro für den Erweiterungsbau spendete und sich in vorbildlicher Weise in der Einrichtung der ob ihrer Wohnlichkeit und Gemütlichkeit geschätzten Patienten- und Besucherzimmer einbringt. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen, so wie wir einfach optimistisch in die Zukunft blicken müssen“, bilanzierte er und leitete zum Abendessen über.