Hardheim

Bei der Gemeinderatssitzung Forstbetriebsplan 2021 für den Gemeindewald Hardheim vorgestellt / Betriebsergebnis: 30 600 Euro

Ohne die Windkraft gäbe es ein deutliches Minus

Archivartikel

Hardheim.„Unser Wald hat momentan schwere Zeiten zu überstehen“, erklärte Bürgermeister Rohm bei der Gemeinderatssitzung am Montag. Und ließ es sich nicht nehmen, noch einmal Forstbetriebsleiterin Anna Haas (Walldürn) und den Revierleitern Florian Pogorzelski (Hardheim) und Martin Sauer (Erftal-Waldstetten) für den „Einblick in die höchst engagierte Arbeit im Hardheimer Forst“ bei der Waldbegehung am Freitag zu danken.

Dann hatte Anna Haas das Wort. Sie ließ das Jahr 2019 Revue passieren, zog eine Zwischenbilanz für 2020, stellte den Natural- und Haushaltsplan für 2021 vor und informierte über die Forsteinrichtungserneuerung im kommenden Jahr.

Vollzug 2019: Es wurden 1200 Festmeter mehr eingeschlagen als geplant. Der Grund: „2019 war ein ganz schweres Käferjahr“, so Haas, die hinzufügte, dass durch Sturm, Käfer und Dürre rund 7200 Festmeter Schadholz anfielen. Die „zufällige Nutzung“, also das Schadholz, sei ein Spiegelbild der vergangenen Jahre. 2019 haben die Forstwirte laut Forstbetriebsleiterin fast doppelt so viel Holz aufgearbeitet als geplant. Auch bei der mechanisierten Aufarbeitung (Harvester-Einsatz) habe die Menge weit über der Planung gelegen. Abgeschlossen wurde die Bodenschutzkalkung. „Da sind wir im Gemeindewald Hardheim ganz gut aufgestellt.“

Deutlich besser als geplant (348 000 Euro) war mit 431 280 Euro der Überschuss aus der Holzernte. Das Soll lag bei 13 800 Festmetern. Eingeschlagen wurden laut Haas 15 043 Festmeter. „Weniger erfreulich“ sei der Punkt „Waldschutz“ gewesen. Begründet durch den hohen Anfall an Käferholz, das aus dem Wald herausgeholt werden musste, gab es dort ein Minus von 60 073 Euro (geplant war ein Minus von 24 000 Euro).

Was das Gesamtergebnis für 2019 anbelangt, sei es „ein sehr erfreuliches Jahr gewesen“. 100 000 Euro waren geplant, erreicht hatte man 95 545 Euro. „Das ist eine enorme Leistung und sehr erstaunlich, dass wir so gut rausgekommen sind – trotz des ganzen Schadholzes“, so Haas.

Zwischenbilanz 2020: „Es ist jetzt schon absehbar, dass der geplante Hiebsatz erreicht wird“, erklärte Anna Haas. „Es gibt wieder viel Schadholz, vor allem durch Sturm“, aber: „Dass es so schlecht kommt, war nicht geplant.“ Damit war auch das Allzeit-Tief begründet, auf dem sich die Holzpreise eingependelt haben. „Die Aufarbeitung der Fichte ist nicht mehr kostendeckend“, so Haas, die hinzufügte, dass das geplante Haushaltsergebnis (155 000 Euro) voraussichtlich nicht erreicht werden kann. Sie prognostizierte 120 000 Euro. „Die Windkraft hebt uns da noch auf die positive Seite.“ Die Prognose ohne Windkraft: minus 86 000 Euro.

Naturalplan 2021: Geplant ist laut Haas, den Hiebsatz auf dem Niveau der Forsteinrichtung zu übernehmen. „Das ist planungstechnisch für uns geschickter.“ Auch im nächsten Jahr werde Käferholz anfallen, was sich wieder in geringeren Preisen niederschlagen werde. Als „zufällige Nutzung“ (Fichte) eingeplant sind 1800 Festmeter. Voraussichtlich gut zu verkaufen sein werden Buche, Eiche, Douglasie und Lärche. Bei Fichte und Kiefer hingegen gebe es große Unsicherheiten, die Preise werden voraussichtlich nicht zufriedenstellend sein. „Wenn sich am Holzmarkt nicht substanziell etwas verbessert,“ sei der Hiebsatz voraussichtlich nicht erreichbar. An Kulturen geplant sind neun Hektar plus Nachbesserungen.

Finanzplanung 2021: In Sachen Sortenplanung rechnet man mit einem durchschnittlichen Holzerlös von 52 Euro pro Festmeter. Ein wichtiger Punkt ist laut Haas die Förderung. Mittel gebe es für Schadholzaufarbeitung, Hacken und das Anpflanzen von neuen Kulturen. „Für 2021 sind rund 53 000 Euro an Einnahmen geplant.“ Als jährliches Soll für 2021 wurde der Einschlag von 13 800 Festmetern Holz genannt. Das Jahresergebnis ist mit einem Plus von 30 600 Euro veranschlagt – auch Dank der Pachteinnahmen aus den Windenergieanlagen (voraussichtlich rund 141 000 Euro). Ohne die Windkraft läge das Betriebsergebnis bei minus 110 400 Euro.

Forsteinrichtungserneuerung: Die Betriebsinventur wurde abgeschlossen. Zum 1. April 2021 muss die Gemeinde beim Regierungspräsidium die Eigentümerzielsetzung vorlegen. Ab dem Frühjahr sind Begehungen der Forsteinrichtenden mit den Revierleitern geplant, ab Herbst ein Rundgang mit dem Regierungspräsidium zur Endabstimmung der Planung und die örtliche Prüfung durch den Gemeinderat. Zum 1. Januar 2022 tritt die Forsteinrichtungserneuerungs-Planung in Kraft.