Hardheim

Carl-Schurz-Kaserne Generalmajor sagte Indienststellung des Panzerbataillons 363 ab / Bürgermeister: „Deutliches Zeichen, dass wir uns im Ausnahmezustand befinden“

Öffentlicher Aufstellungsappell fällt Corona zum Opfer

Hardheim.Mit der Aufstellung des 6. Panzerbataillons der Bundeswehr wurde am 1. Oktober in der Carl-Schurz-Kaserne in Hardheim begonnen. 463 Soldaten sollen dort einmal ihren Dienst tun. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 55 Millionen Euro (die FN berichteten).

Bei einem Pressegespräch im November erinnerte der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Harald Gante, an den offiziellen Startschuss für die Aufstellung des Panzerbataillons 363 in der Erftalmetropole und schaute in die Zukunft: 44 Kampfpanzer sollen es einmal sein, die in Hardheim stationiert werden.

Am 3. April sollte das neue Panzerbataillon 363 in Hardheim öffentlich in Dienst gestellt werden. „Die Bundesministerin der Verteidigung, Annegret Kramp-Karrenbauer, wird zum Aufstellungsappell nach Hardheim kommen“, hatten die CDU-Bundestagsabgeordneten Alois Gerig und Nina Warken die FN noch am 4. März informiert.

„Sensibel und präventiv handeln“

Nun machte die Corona-Krise auch dieser Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung: „Gerne hätte ich Sie anlässlich der Indienststellung des Panzerbataillons 363 im Verantwortungsbereich der 10. Panzerdivision am 3. April in Hardheim begrüßt“, heißt es in dem Schreiben aus Veitshöchheim, welches die Fränkischen Nachrichten gestern auf dem Postweg aus Veitshöchheim von Generalmajor Harald Gante erreicht hat.

Weiter schreibt der Kommandeur der 10. Panzerdivision: „Die aktuelle Situation bezüglich der Corona-Pandemie erfordert jedoch einen sensiblen und präventiven Umgang mit unserem wertvollsten Gut – der Gesundheit. Daher ist es sehr bedauerlich, trifft allerdings sicherlich auf Ihr Verständnis, diese Veranstaltung in der Öffentlichkeit absagen zu müssen.“

„Für alle Beteiligten schmerzlich“

Von Hardheims Bürgermeister Volker Rohm erreichte uns auf Anfrage die folgende Stellungnahme: „Die Absage des Aufstellungsappells ist für alle Beteiligten schmerzlich, zeigt aber, welch durchgreifende Maßnahmen zur Verlangsamung der Pandemie mit den Corona-Viren notwendig sind.

In der Verantwortung für Zivilbevölkerung wie Soldaten kann ich die Entscheidung von Generalmajor Gante nicht nur verstehen, sondern respektiere sie als einzig richtigen Schritt und deutliches Zeichen für Soldaten und Bevölkerung, dass wir uns in einem Ausnahmezustand befinden – selbst wenn das bei vielen noch nicht angekommen scheint.

Ich bin sicher, wir werden die Indienststellung und Patenschaft in besseren Zeiten im gebührenden Umfang nachholen und wünsche dem neuem Kommandeur zur Übernahme alles Gute, in seinen Entscheidungen immer eine glückliche Hand und ihm und seinen Soldatinnen und Soldaten allzeitiges Soldatenglück.“