Hardheim

Freude bei Richters in Hardheim Feier des 50-jährigen Bestehens / Unternehmen wurde 1967 von Horst und Margarethe Richter gegründet

Modernes Autohaus mit Familientradition

Archivartikel

"Freundlichkeit ist ein Bumerang. Sie kommt immer wieder zurück". Dieser Leitspruch von Chefin Simone Richter ist im Autohaus Richter spürbar.

Hardheim. Das Hardheimer Familienunternehmen mit angeschlossener Autowerkstatt feiert in diesen Tagen sein 50-jähriges Bestehen. Anlass für die FN zu einem Gespräch mit Simone Richter und ihrer Mutter Margarethe sowie zu einem Rückblick auf die Entwicklung des Autohauses Richter.

Es fing alles mit einer BP-Tankstelle in der Wertheimer Straße an, für die ein neues Pächter-Ehepaar gesucht wurde. Horst Richter - damals Fahrlehrer und Leiter des Instandsetzungszuges in der Walldürner Kaserne - hatte bei der Bundeswehr die Meisterprüfung als Kfz-Mechaniker abgelegt und wollte sich selbstständig machen. Aushilfsweise hatte er an den Wochenenden bereits bei der zunächst von H. Wolf betriebenen BP-Station mit angeschlossener kleiner Werkstatt gearbeitet.

Die Anfänge

So beschlossen Horst Richter und seine spätere Frau Margarethe, schnell (am Ostermontag 1967) zu heiraten, um als Pächterehepaar in Frage zu kommen. Gesagt, getan. Im November erfolgten bereits die Anmeldung bei der Innung und die Übernahme der Tankstelle. Das war die Geburtsstunde des Autohauses Richter.

"Das Gelände wurde hergerichtet und auf Vordermann gebracht. Wir versuchten, in Hardheim Fuß zu fassen", erinnert sich Seniorchefin Margarethe Richter, deren Mann vor einigen Jahren verstorben ist. Für eine D-Mark, so schmunzelt sie rückblickend, wurde in dem zunächst als freier Werkstatt geführten Unternehmen das Auto gewaschen.

1972 übernahm Familie Richter eine Datsun-Vertretung und erweiterte kurz darauf durch Zukauf von Gelände den Betrieb um zwei Werkstatthallen.

1977 wurde das Autohaus Richter einer der ersten Mitsubishi-Vertragshändler in Deutschland, was dazu führte, dass 1982 der Bau einer Ausstellungshalle für sieben Fahrzeuge und die Eröffnung eines SB-Shops an der Tankstelle verwirklicht wurden. Eine weitere Expansion folgte 1993 mit der Erweiterung und Aufstockung der Ausstellungshalle für Büroräume.

Als vorerst letzte Modernisierungsmaßnahme wurde in diesem Jahr ein größerer Carport mit Photovoltaikanlage errichtet, da das Thema Elektromobilität immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Aufgrund der sehr guten Geschäftsentwicklung wurde Horst Richter bereits 1978 das erste Mal von Mitsubishi Motors nach Japan eingeladen. Im weiteren Verlauf wurde das Hardheimer Autohaus mit verschiedenen Anerkennungen und Auszeichnungen für vorbildliche Leistungen im Bereich der Kundenbetreuung und des Kundenservices bedacht.

Margarethe Richter arbeitete von Anbeginn an in dem Unternehmen mit und zeichnet dort bis heute für die Buchhaltung verantwortlich. Sie ist auch nach wie vor hilfreich zur Stelle, wenn es wieder einmal personell "klemmt" und alle helfenden Hände gebraucht werden.

Die nächste Generation

Tochter Simone, seit 2009 Geschäftsführerin, ist seit 1991 im elterlichen Betrieb tätig: Nach einer Lehre zum Kraftwerkzeugmechaniker absolvierte sie eine Ausbildung zum Kfz-Betriebswirt in Calw und später eine Zusatzausbildung als zertifizierte Automobilverkäuferin.

"Alle drei Berufe übe ich heute noch aus, zumindest teilweise", schildert sie den FN. Bei Bedarf unterstützt sie ihren Mann Dieter sogar noch in der Werkstatt. Der Schwerpunkt liegt allerdings heute im Bereich Verkauf und Geschäftsführung.

Dieter Geiger leitet als Kfz-Mechaniker (1991) und Meister (1995) die Werkstatt. Er hat sich damit nach der Umschulung einen Lebens- und Berufswunsch erfüllt.

Und was erwartet Simone Richter für die Zukunft? "Die gerade geschlossene Allianz zwischen Nissan, Mitsubishi und Peugeot ist jetzt der weltgrößte Automobilhersteller. Und es wird angestrebt, diese Allianz auszubauen. Synergieeffekte werden dabei genutzt. Das bedeutet für unser Unternehmen Sicherheit, weil Mitsubishi alleine eigentlich ein kleinerer Hersteller ist. Es geht gut weiter", freut sich die 44-Jährige auf neue Modelle.

Aus bescheidenen Anfängen hat sich damit ein moderner und angesehener Familienbetrieb mit heute neun Mitarbeitern entwickelt. Seit dem Wegfall der Tankstelle wird der Hof als Ausstellungsfläche genutzt.