Hardheim

Prunksitzung der „Höpfemer Schnapsbrenner“ „Flashmob“ und FG-Fastnachtshits „rockten“ den ausverkauften Saal / Beiträge zum Schmunzeln und Nachdenken

„Make up“ für bunte Fastnachtszukunft

Archivartikel

Narretei und Frohsinn schenken die „Schnapsbrenner“ seit 50 Jahren aus. Das war auch bei der Jubiläumssitzung am Freitag wieder so, die Beiträge zum Schmunzeln und Nachdenken bot.

Höpfingen. Seit 50 Jahren schenkt die FG zu Fastnacht Freude, Frohsinn und ausgelassene Stimmung mit bunten Beiträgen, facettenreich, mannigfach gemischt, mit Glamour und Glanz und dabei immer innovativ und bodenständig. Der Spagat gelang stets, brachte guten Ruf und Ansehen. Die Jubiläumssitzung am Freitag mit einem immer gut gelaunten und souveränen Moderator Jürgen Farrenkopf als Präsident vereinte alles, was aus der Vergangenheit bewahrt wurde, um daraus Kraft für die Zukunft zu schöpfen. Und mit dieser geballten Energie von Freude und Esprit legten die „Schnapsbrenner“ ihr glitzerndes „Make up“ für eine bunte Fastnachtszukunft auf. Ein „Flashmob“ mit allen Garden der Sitzung auf der Bühne und im Saal war eine Demonstration dafür, dass sich mit Fastnacht ein ausverkaufter Saal „rocken“ lässt.

Apropos rocken: Dieses Attribut traf auch auf Höpfingens „Lustige Musikanten“ unter Peter Fieger zu. Er verpasste keinen Tusch und keine musikalische Begleitung. Und so war beste Stimmung gleich präsent beim Einmarsch der 19 Abordnungen für die Jörg Rathmann – er kam zum 22. Mal – die Honneurs an die Gastgeber vortrug, nachdem Vorsitzender Günter Schell „fast allen aus dem Narrenring“ ein Willkommen entboten hatte.

Richtige Mischung

Die richtige Mischung hatte Präsident Jürgen Farrenkopf auch für die Inthronisation der Prinzenpaare gefunden. Prinzessin Johanna, die Tanzmaus vom Schützenhaus (Johanna Seufert) und Prinz Ragnar, Dirigent über Rhythmus und Takt (Ragnar Dargatz) präsentierte er dem Publikum. Das Prinzenpaar Silke II., die Kloo vom Guschtels Herbert, und Prinz Uwe I. (Silke und Uwe Kühner) berichteten selbst humorvoll von ihrer Bewerbung und Berufung. Nachdem das Paar mit Pomp und großem Geleit zum Thronplatz gebracht war, startete das bunte Treiben mit dem Gardetanz der „Stedemer Beesche“ (Trainerinnen: Dorothee Wagner und Melanie Böttcher).

Der Blick in Vergangenheit und Zukunft durch Jule Hauk und Marisa Schell ließ das Eis schmelzen. Ihnen gelangen mit Beamer und Laptop neue Spannungsbögen, mit Mitteln wie Rateaufgaben, Gedichten und Liedern. Ihr Vortrag, einfach frei von der Leber weg erzählt, verband eben auch die Geschichte der FG im Schnelldurchlauf von „Lochbachlerchen“ bis zur fiktiven Zukunft mit einer Fusion zum „Wolfsbrenner Hellauf“. Ihr Auftritt mit einer Rakete (ohne Treibstoff und Feinstaub) belohnt, war ein Ticket für die Zukunft.

Die „Horde wilder Pferde“ perfekt interpretiert von der Kindergarde ließ die Bühne erzittern. Stefanie Geier und Rebecka Walter hatten für den nötigen Schliff und die Führung gesorgt, was auf eine bunte Garden-Zukunft hoffen lässt. Martin Gerig (Glashofen) hatte seine Last mit seiner Frau und ihren Kochkünsten, als er den Zustand „von ledig bis erledigt“ beschrieb. Die nächste Rakete steuerte als Lohn für den exakten Gardetanz mit Anmut die FG-Juniorengarde bei. Laura Burger und Anna Kuhn hatten Glanz und Exaktheit mit den Tänzern trainiert.

Maxi Maurer von der FG „Merchemer Brogge“, der dieses Jahr als „Zahnfee“ unterwegs war, verabschiedete sich mit dem Lied „Sandale“. Zuvor hatte er weniger den Schwung in den Beinen, dafür im Mundwerk. Mit Tüll und Tutu, Glitzerflügeln und Sportsocken versuchte er in der Art eines Stand-up-Comedians vor allem Dirigent Peter Fieger aus der Fassung zu bringen, um ihn auf den falschen Fuß zu erwischen, was ihm nicht gelang zur Freude des Narrenvolks. Mehr Fastnachter von Maurers Sorte könnte die Region gut vertragen.

Der „Aufmarsch“ aller Garden von klein zu groß vor Beginn der Ehrungen kann man als Zeichen dafür werten, dass „Fastnacht in Höpfi“ putzmunter ist. Mit „Danke für die Fastnacht“ sangen sich – als Clowns verkleidet – Josef König und Sven Dargatz mit Gassenhauern und Ohrwürmern aus „50 Jahre Prunksitzungs-Hits“ in die Herzen der Zuschauer und als in der Halle noch „Rotschi“ die beiden Sänger unterstützte, hielt es niemand mehr auf den Plätzen. So wurde an diesem Abend Fastnacht zur Gaudi pur. Niemand ließ „die Leffze nob, alle kannten „S´Lisbeth“ oder versprachen, sich gern mit „Weckli wecken“ zu lassen.

Nach dem stimmungsvollen Gesang gab der Gardetanz der FG-Prinzengarde der Sitzung weiter Glanz und Farbe. Die Tänzerinnen und die Trainerinnen Carmen Ackermann, Franziska Knecht und Jannníka Kühner hatten die Basis gelegt für den Ortsglossier (Andreas Fürst), der in diesem Jahr den Ortsgeschichten einen besonderen Anstrich gab: witzig, bunt und kritisch. Das verlorene Hörgerät, die ungeladenen Partygäste, der Biberfleiß am Lochbach mit einem Appell nach Artenschutz mit Maß und Ziel, der Polizeieinsatz gegen einen Spiegelbilder-Fotografen, eine Irrfahrt nach Donebach und die Anbandeleien zur Gemeinde-Ehe mit Horde hinterließen ein Schmunzeln, eine nachdenkliche Miene oder die Zustimmung zur Feststellung „Das Leben besteht nicht nur aus Finanzen. Unser Kapital sind wir als Ganze“. Sein Vortrag hatte Schliff, Glanz, Ortskolorit und begeisterte.

Tänzerisches Talent

Die „Goldstücke“ der „Hordemer Wölf“, die 19 Damen hatten bei ihrer Tanzdarbietung „Vom Bettler zum Millionär“ viele Accessoires dabei und zeigten viel tänzerisches Talent. Ihr Musik- und Tanzpotpourri im Sauseschritt, Schlag auf Schlag eine neue Musik mit neuen Kostümen war eine logistische und choreographische Leistung. Der im Spiel erzielte Lottogewinn zahlte sich auch für die Besucher aus.

Wolfgang König, ein „Höpfemer“ Eigengewächs, widmete sich dem Thema „Faschenacht for Future“ und dem Klimawandel. Er hatte die Trockenheit auf der Bühne ausgemacht und befand, Klimaaktivisten werden nicht gehänselt, sondern jetzt „gegretelt“, und auch „dicke Luft erschwert den Verkehr.“ Sein Credo: „Fastnacht hat Zukunft“. Diese Botschaft sendete auch die Gemischte Schautanzgruppe der FG als Detektive mit Sherlock Holmes und Miss Marple aus. Saskia Berberich, Tamara Burger und Mona Streckert hatten die aufwendige Choreographie und die rasanten Schrittfolgen einstudiert. Am Ende auch ihr Befund: Fastnacht bleibt spannend, wenn sie bunt, innovativ, bodenständig und authentisch ist und bleibt. Der Beifall der vielen Zuhörer kann nicht lügen: Sie hatten Freude an einem Abend mit farbenfroher Fastnacht pur in Höpfi, eine Freude, auf die niemand verzichten will. Auch in Zukunft nicht. rw

Info: Weitere Bilder gibt es unter www.fnweb.de in einer Galerie.