Hardheim

Goldene Hochzeit Heide und Peter Köhler gaben sich am 19. Juni 1970 das Ja-Wort / Tanz, Natur und das Lesen als Hobbys

Kurz nach dem Abi folgte die Hochzeit

Archivartikel

Schweinberg.Das nicht alltägliche Fest der Goldenen Hochzeit begehen am heutigen Freitag Heide und Peter Köhler aus Schweinberg, die durch berufliche und ehrenamtliche Tätigkeiten über einen großen Bekanntenkreis verfügen. Das Jubelpaar wohnt seit 1977 in der Region und stammt ursprünglich aus Norddeutschland.

Peter Köhler, der am 15. Juni 1948 in Kalbe in der Altmark geboren wurde und mit zwei Geschwistern aufwuchs, siedelte mit seiner Familie 1957 nach Münster über, wo er bei einem Tanzvergnügen seine am 8. Oktober 1949 dort geborene Heide kennengelernt hatte.

Lehramt und Wehrdienst

Nachdem beide das Abitur abgelegt hatten, nahm Heide Köhler ein Lehramtsstudium auf, während ihr Mann eine für seinen weiteren Lebensweg prägende Entscheidung traf und nach dem Grundwehrdienst eine Laufbahn als Reserveoffizier und danach als Berufssoldat antrat. „Zwar hatte auch ich ursprünglich den Lehrerberuf ins Visier genommen, übte jedoch bei der Bundeswehr viele reine Lehrtätigkeiten aus – das hat schon gepasst“, erinnert er sich augenzwinkernd.

Am 19. Juni 1970 wurde das junge Paar „zusammengeschrieben“ und geheiratet wurde in der evangelischen Matthäuskirche in Münster. Auch dazu gibt es eine launige Anekdote: „Fünf Tage eher hatte ich mein Abitur abgelegt und fünf Tage danach war ich bereits beim Bund“, erklärt Peter Köhler.

1977 nach Schweinberg gezogen

Der Ortswechsel nach Schweinberg erfolgte 1977. Drei Jahre später bezog die inzwischen um drei Töchter angewachsene Familie ihr Eigenheim. Heide Köhler, die ihre Lehrerausbildung um eine Spezialisierung auf Musikpädagogik erweitert hatte, nahm bereits 1979 eine Tätigkeit als Musiklehrerin bei der damals noch jungen Musikschule Hardheim an.

Ihre Schwerpunkte lagen auf der Musikalischen Früherziehung sowie dem Unterricht für Melodica und Blockflöte. 2006 wurde sie als Musiklehrerin verabschiedet und hatte bis dahin Generationen von Kindern an die Welt der Noten und Takte herangeführt.

Gleichwohl ging sie als Angestellte des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg ihrem Beruf nach: Zunächst unterrichtete sie von 1985 bis 2000 an der seinerzeitigen „Liobaschule“ in Tauberbischofsheim, ehe sie nach deren Schließung an die katholische Fachschule für Sozialpädagogik nach Buchen wechselte. 2010 trat sie in den Ruhestand.

Peter Köhlers Berufsleben hingegen war von zahlreichen Versetzungen dominiert. „Ich war mit einem dreijährigen Intermezzo an der Hardheimer Carl-Schurz-Kaserne in Koblenz, Wuppertal, Köln, Heidelberg und Veitshöchheim stationiert“, berichtet Köhler, der nach 36 Jahren bei der Bundeswehr 2006 im Rang des Oberstleutnants verabschiedet wurde.

Viel Freude

Besondere Freude hatte ihm unterdessen sein letzter Dienstposten bereitet: In Veitshöchheim, bei der „Division Luftbewegliche Operationen“, war er als G3Op, später als G3Plan, für die Ausbildung, Organisation und Planung von Übung und Einsatz verantwortlich. Die Bundeswehr führte ihn gleichsam nach Polen, Belgien, Brasilien, den Kosovo, die USA sowie in die Neuen Bundesländer unmittelbar nach der Wende.

Zu den Hobbys der dreifachen Großeltern gehören neben den Hunden und Katzen – seit 1981 gehören die Vierbeiner fest zur Familie – vor allem der Tanz, die Natur und das Lesen. Als Hobby-Malerin greift Heide Köhler gern zu Farbe und Pinsel, während ihrem Mann die Kegelstunde mit dem Hardheimer Kegelclub „Neuntöter“ besonders viel bedeutet. „Es handelt sich nicht nur um eine Keglerrunde, sondern viel mehr um tiefe Freundschaften“, verdeutlicht er.

Darüber hinaus gehören Köhlers zahlreichen Vereinen in Schweinberg und Hardheim an. Als begeisterte Tänzer, die früher auch auf Turniertänzen manche flotte Sohle aufs Parkett legten, führten sie etwa die zwischenzeitlich aufgelöste Trachtentanzgruppe des Hardheimer Odenwaldklubs über 25 Jahre hinweg.

Im Vorstand des Odenwaldklubs war Peter Köhler über längere Zeit als zweiten Vorsitzender tätig und mit der Organisation der mehrtägigen Wanderfahrten betraut. Seit 2017 führt er den Verein als erster Vorsitzender an. Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den Gratulanten mit besten Glück- und Segenswünschen an.